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Spinner exklusiv: „Davon hat der FC im Moment nichts“


Vor etwas mehr als zwei Jahren trat Werner Spinner als Präsident des 1. FC Köln zurück. Im Exklusiv-Interview mit dem GEISSBLOG.KOELN sprach der 72-jährige nun über seine Hinterlassenschaft, den amtierenden Vorstand, umstrittene Personalien und die Frage, was der FC braucht, um wieder erfolgreich zu werden.

Das Interview führte Marc L. Merten

GBK: Herr Spinner, wie geht es Ihnen?

WERNER SPINNER: „Gut, ich kann mich wirklich nicht beklagen. Ich bin gesund, meine Familie kommt gut und gesund durch die Pandemie. Nur die Politik ärgert mich. Wir Alten waren zwar gefährdet, aber uns ging es ja vergleichsweise gut. Die Jungen und Familien hingegen haben den Großteil der Last der Pandemie zu tragen. Sie wurden von der Politik vergessen. Ich sehe weit und breit nicht die Art der Wiedergutmachung, die nötig wäre.“

Auch der 1. FC Köln hat die Pandemie hart getroffen. Dazu kam eine turbulente Saison inklusive Relegation. Wie haben Sie den FC verfolgt und erlebt?

Mit Abstand und Ruhe, aber natürlich habe ich mitgefiebert, gerade gegen Ende. Ich bin sehr froh, dass der FC den Klassenerhalt geschafft hat, und Steffen Baumgart scheint mir genau der Typ Trainer, den der FC jetzt braucht.

Die Zweite Liga ist voll mit Vereinen, die es nicht geschafft haben

Macht Ihnen der generelle Zustand des FC denn Sorge?

Der Fußball insgesamt macht mir Sorge. Die Versuche, eine Superliga zu gründen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Wir bewegen uns immer weiter hin zu einem Entertainment-Betrieb, wie man ihn in Teilen des englischen Fußballs beobachten kann. Die Fernsehgelder, das internationale Marketing und Investoren spielen eine immer größere Rolle, die lokale Verwurzelung, die Zuschauer im Stadion und die Fankultur eine immer geringere. In diesem Spannungsfeld muss man sich clever und professionell bewegen, wenn man als Traditionsverein bestehen will. Die Zweite Liga ist voll mit Vereinen, die das nicht geschafft haben.

Der finanzielle Zustand des 1. FC Köln ist kritisch. Die Corona-Pandemie hat den FC weit über 60 Mio. Umsatz gekostet. Sind Sie froh, dass Sie diese Ausnahmesituation nicht meistern mussten?

Mein Kardiologe ist mit Sicherheit froh. Aber auch ich muss sagen, dass ich keinen der Verantwortlichen beneide, eine solche Ausnahmesituation meistern zu müssen. Die katastrophale Situation, in der ich 2012 den Verein von den damals Verantwortlichen übernommen habe, hat mir ehrlich gesagt gereicht. Die Pandemie schadet auch nicht allen Vereinen gleichermaßen. Vereine mit Investoren oder strategischen Partnern im Rücken können die Gunst der Stunde am Transfermarkt nutzen, und Vereine, die finanziell weniger auf Zuschauer angewiesen sind, können das leichter verkraften. Das ist für den FC eine Mammutaufgabe. Der Abstand zu vielen Vereinen ist größer geworden.

Modeste? Dann wären dieselben Leute, die heute meckern, die größten Verfechter

Der FC hat in den vergangenen 28 Jahren nur zweimal einen einstelligen Tabellenplatz erreicht. Beide Male fielen in Ihre Amtszeit. Auch oder vielleicht gerade weil es danach aber auch sehr schnell wieder bergab ging: Was war in der erfolgreichen Zeit das Geheimnis?

Das Geheimnis war, dass beim FC fünf Jahre am Stück alle an einem Strang gezogen haben. Ohne das wäre es nicht gegangen. Das zu erreichen, hat mich allerdings drei meiner fünf Bypässe gekostet. (lacht) Es gab viele, die großartig mitgezogen haben, die kompromissbereit waren, die erkannt haben, dass es nicht so leicht ist, den FC in der Bundesliga zu etablieren, zum Beispiel Beirat und Aufsichtsrat. Aber die Menge an Leuten im Umfeld des FC, die mitreden wollen, die alles besser wissen, die ihre Position und ihr Verständnis vom Verein mit allen Mitteln durchsetzen wollen, ist einfach sehr groß.

Das aktuelle Präsidium betonte zuletzt häufiger die Altlasten aus der Zeit vor dessen Wahl. Lange und teure Verträge wie die mit Anthony Modeste oder Marcel Risse. Das Fehlen einer strategischen Kaderplanung. Keine Einbindung des Nachwuchses: Müssen Sie sich vorwerfen lassen, in einigen Bereichen kein bestelltes Feld hinterlassen zu haben?

Nein. Das NLZ ist durch die jahrelange Arbeit von Jörg Jakobs so gut aufgestellt wie nie zuvor. Das sieht man an den heutigen Erfolgen der U17 und U19, an den vielen Talenten, die inzwischen bei den Profis spielen. Das wäre ohne eine jahrelange, kompetente Vorarbeit nicht möglich gewesen. Richtig ist: Die Beförderung der besten Talente in die Profiabteilung, die Verzahnung hängt letztlich immer vom jeweiligen Sportchef und Cheftrainer ab. Genau wie die sportliche Einschätzung von Transfers oder Verträgen. Wer glaubt, durch das Mitreden von noch mehr Gremien hier Erfolg zu haben, wird nicht weit kommen.

Sie erwähnen Transfers und Verträge. Sprechen wir über Anthony Modeste!

Im Herbst 2018 mussten wir im Gemeinsamen Ausschuss entscheiden, ob wir unseren besten Stürmer der letzten zehn Jahre ablösefrei zurückholen. Die sportliche Leitung (Armin Veh und Frank Aehlig, d. Redaktion) hatte eindeutig grünes Licht gegeben. Dem haben sich alle angeschlossen. Wenn etwas nicht so funktioniert wie gedacht, will es keiner gewesen sein. Hätte Modeste 20 Tore gemacht, wären dieselben Leute, die heute meckern, die größten Verfechter dieses Transfers gewesen.

Wirtz? So redet und verhandelt man nicht mit einem Top-Spieler

Und Marcel Risse?

Seine Vertragsverlängerung war das beste Beispiel dafür, was den FC für mich ausmachen kann. In meiner ganzen Zeit habe ich keinen integreren und sympathischeren Spieler als Marcel kennen gelernt, der zudem sportlich Großes geleistet hat. Als er sich sehr schwer verletzte, war für uns klar, dass wir einen so verdienten Spieler nicht hängen lassen und ihm die Sicherheit, Möglichkeit und die Zeit geben, zu alter Stärke zurückfinden zu können. Diese Entscheidung würde ich jedes Mal wieder so treffen.

An der Frage, warum Florian Wirtz heute nicht beim FC spielt, wird das Versagen des FC auf vielen Ebenen in den letzten Jahren festgemacht. Wie kann man einen zukünftigen Fall Wirtz verhindern?

Ich verrate Ihnen mal ein Geheimnis: Ein Jahrhunderttalent wie Wirtz schaut sich ganz genau an, bei welchem Verein er seine Ziele erreichen kann, die Familie geht da sehr besonnen vor. So einer bleibt nicht bei einem Abstiegskandidaten, der chaotisch auftritt und von dem Vertreter mehrerer Gremien unabgestimmt nacheinander bei der Familie auftauchen, wie es bei Wirtz der Fall war. So redet und verhandelt man nicht mit einem Top-Spieler. Bei Giovanni Reyna (heute Borussia Dortmund, d. Redaktion) zum Beispiel haben Jörg Jakobs und ich 2018 sehr gute Vorgespräche geführt, waren sogar in New York. Wir waren mit dem FC in einer guten Position. Leider war die damalige sportliche Leitung nicht bereit, die finanziellen Forderungen zu erfüllen.

Was muss sich beim FC ändern?

Der FC muss im Spannungsfeld zwischen Kommerz und Tradition einen realistischen Mittelweg finden, um der Verein zu bleiben, den wir alle lieben, und sich gleichzeitig nachhaltig in der Bundesliga zu etablieren. Dafür braucht es eine Infrastruktur vom Feinsten, eine in allen Bereichen starke und professionelle Führung und einen Verein, in dem alle an einem Strang ziehen und sich auf diesen Mittelweg, diesen Kompromiss verständigen. Im Moment hat der FC, das muss man so hart sagen, nichts davon.

Bindet man Investoren aus einer Position der Stärke ein oder aus Verzweiflung?

Schließt dieser Mittelweg Ihrer Meinung nach Investoren oder strategische Partner aus?

Ich glaube, es wird in zehn Jahren in der Bundesliga keinen Verein mehr ohne Investoren oder strategische Partner geben. Das sage ich völlig wertfrei: Der Fußball entwickelt sich rasant in diese Richtung. Der entscheidende Punkt ist allerdings: Bindet man Investoren aus einer Position der Stärke ein, nach seinen eigenen Vorstellungen, oder aus Verzweiflung? Wer auf Biegen und Brechen ohne Investoren auskommen will, könnte sich eines Tages in der Situation befinden, Investoren ins Boot holen zu müssen, um nicht unterzugehen. Meine Einschätzung hat sich nicht geändert: Wenn sich der FC für eine erstklassige Infrastruktur – und nur dafür – Investoren an Bord holt, wäre damit dem FC und seiner Tradition mehr gedient, als sich irgendwann unter Wert verkaufen zu müssen.

Was erwarten und erhoffen Sie sich von der anstehenden Mitgliederversammlung?

Ich hoffe, dass die Pandemie und die Digitalisierung uns endlich einen Schritt näher gebracht haben zu einer richtigen Demokratie. Ich habe seit 2012 dafür geworben, auch Mitglieder, die nicht selbst kommen können, mit einzubinden. Das wurde immer abgelehnt. Jetzt gibt es einen Antrag, dass es in Zukunft hybride Veranstaltungen geben soll. Das freut mich sehr. Ich hoffe, die Mitglieder stimmen diesem Antrag zu.

29 Kommentare
  1. maradonna sagte:

    Schade Herr Merten dass Sie Herrn Spinner nicht mal darauf angesprochen haben was er sich dabei gedacht hat Armin Veh ans Geissbockheim geholt zu haben!

    Der hat nämlich die Substanz die man sich unter Schmadtke in jahrelanger Arbeit aufgebaut hatte, in nur zwei Jahren komplett vernichtet!

    Wirklich schade! Aber vielleicht gehört es sich auch nicht einen ehemaligen Verantwortlichen auf seine Fehler hinzuweisen, denn der derzeitige Vorstand hört das auch nicht so gerne

    moderated
  2. Cluballee sagte:

    Sehr besonnenes und gutes Interview mit Herrn Spinner. Man kann ihm nicht widersprechen. Ich erinnere mich noch zu gut, wie heftig das Umfeld des Mitgliederrates den Vorstand um Herrn Spinner kritisiert hat. Dann haben sie selbst einen Vorstand vorgeschlagen, der diesen Namen nach den letzten Jahren nun wirklich nicht verdient. Und gibt es Kritik von ihnen? Wo sind sie überhaupt??

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  3. Hennes48 sagte:

    Gutes Interview mit ein paar herrlichen Ohrfeigen…:-))
    Besonders der letzte Absatz ist morgen besonders wichtig!
    Ich hoffe auch sehr, dass die Masse der Mitglieder die Zeichen der Zeit erkannt haben und diese Chance der Abstimmung im Sinne der Demokratie auch nutzen!!!
    Nochmal, weil es sooo wahnwitzig und absurd ist: Wie kann ein Vorstand, geschweige denn eine Mitgliedervertretung gegen eine solche Öffnung zu mehr Mitspracherecht bei Versammlungen sein???
    Ich finde das extrem alarmierend!!!

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    • M F sagte:

      Hi Zusammen,
      Nach längerem Mitlesen des Forums habe ich kurz vor der MV dringend das Bedürfnis auch etwas zu schreiben. Oben stehender Kommentar passt komplett, das es Corona Bedarf, um zum ersten Mal sein demokratisches Mitspracherecht von außerhalb wahrnehmen zu dürfen, ist schlicht unfassbar. Für den MR wäre es vermutlich auch ok, wenn man alle 4 Jahre unter der Woche zur Bundestagswahl nach Berlin fährt. Eine hybride Veranstaltung muss künftig Standard werden, ich befürchte dass dieser Punkt erst morgen Nacht zur Wahl steht, in Hoffnung, dass möglichst viele der auswärtigen, unmündigen Beitragszahler schon offline sind.

      moderated
  4. Kai sagte:

    Das sind Statements eines echten Präsidenten.
    Sicher muss in Betracht gezogen werden, dass es sich leichter ohne aktuelle Verantwortung und nur auf Basis lehrreicher Erfahrungen der Vergangenheit reden lässt. Dennoch: man wünschte sich einen solchen Präsidenten, der wirklich führt und sich nicht nebulös mit Agieren im Hintergrund rechtfertigt. Letzteres ist akzeptabel, wenn die Dinge alle gut im Fluss sind, aber nicht in Krisenzeiten.

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  5. Ankerdensin sagte:

    Sehr gutes Interview mit vielen Wahrheiten. Und viel Kritik an den MR.
    Und ich kann nur begrüßen, wenn der Antrag auf hybride MV‘s von einer breiten Masse getragen wird. Aber vielleicht haben die Strippenzieher im MR es ja geschafft, ihre Legionen zu mobilisieren und für ein ihnen genehmes Abstimmergebnis zu sorgen. Daher, im Sinne des Vereins, mehr Demokratie durch mögliche Einbeziehung aller Mitglieder. Und nicht nur Teilnahme derer, die zum 18. Heimspiel kommen. Allein diese Aussage ist eine Frechheit.
    Daher danke für den Appel von Herrn Spinner hierzu und für deine klare Sicht auf die Dinge..

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  6. Susanne Lex sagte:

    Es ist wohltuend so einem Mann wie Herrn Spinner in seiner Analyse wahrzunehmen. Jeder Satz sitzt und ist ohne Ironie und Schuld zuweisung . Genau was er sagt in Bezug auf Investoren trifft den Nagel auf dem Kopf. Dieses mittelalterliche Gedankentum vom Vorstand ist auf Dauer für den FC der wirtschaftliche und sportliche Untergang.

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  7. Gerd Schulten sagte:

    Nach diesem seriösen Statement verspüre ich große Lust, Herrn Spinner wieder im Präsidentenamt zu sehen. Warum habt ihr ihn nicht nach seinen Ambitionen diesbezüglich gefragt? Er kennt den Verein und hat den richtigen Weitblick. Damit wäre der Verein für den Moment richtig gut aufgestellt!

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  8. maradonna sagte:

    Dass Spinner seine Zeit beim FC als Erfolg wertet, das zeigt doch was für ein schlechter Klub der FC geworden ist! Denn es wurde höchstens ordentlich gearbeitet, aber auch nicht mehr!

    Der FC hat solche Potentiale, aber weil im sportlichen Bereich höchstens auf 2.Liganiveau gearbeitet wird, kommt er nicht von der Stelle. Die Fans allein sorgen dafür dass man nicht in Liga 2 spielt, auch wenn der Mitgliederrat vor allem Müller Römer anderer Meinung ist.

    Das Management beim FC ist eine Katastrophe, seit fast 30 Jahren!
    Dann glaubt ein Jakobs für höhere Aufgaben geeignet zu sein!

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  9. chris crypto sagte:

    absolute schande, dieses interview. herr mertens, sie sind eine schande für jeden ernstzunehmenden journalisten. keinerlei kritische nachfragen, keinerlei anmerkungen, wenn der interviewpartner _LÜGEN_ verbreitet oder kompletten blödsinn erzählt.

    beispiele gefällig?

    “ Die sportliche Leitung (Armin Veh und Frank Aehlig, d. Redaktion) hatte eindeutig grünes Licht gegeben. Dem haben sich alle angeschlossen.“

    unwahr. BEIDE vorsitzenden des MR (damals SMR und CW) haben im GA gegen diesen deal gestimmt, weil die konditionen komplett abenteuerlich sind (gesamtpaket richtung 30mio, ewige laufzeit, 5 jahre als stürmertrainer etc pp)

    “ Als er sich sehr schwer verletzte, war für uns klar, dass wir einen so verdienten Spieler nicht hängen lassen und ihm die Sicherheit, Möglichkeit und die Zeit geben, zu alter Stärke zurückfinden zu können. Diese Entscheidung würde ich jedes Mal wieder so treffen.“

    ein absoluter witz. ok, nen spieler der sich verletzt nicht fallen zu lassen, guter zug. so einem spieler gibt man EIN jahr extra vertrag, damit er versichert ist und nicht auf der straße sitzt. risse gab man _FÜNF_ jahre mit einem gesamtvolumen richtung 10 millionne. und das würde der werte herr spinner „JEDERZEIT“ Wieder so tun. dann weiss man auch, warum der verein heute da steht, wo er steht.

    “ Ein Jahrhunderttalent wie Wirtz schaut sich ganz genau an, bei welchem Verein er seine Ziele erreichen kann, die Familie geht da sehr besonnen vor. So einer bleibt nicht bei einem Abstiegskandidaten, der chaotisch auftritt und von dem Vertreter mehrerer Gremien unabgestimmt nacheinander bei der Familie auftauchen, wie es bei Wirtz der Fall war. So redet und verhandelt man nicht mit einem Top-Spieler. Bei Giovanni Reyna (heute Borussia Dortmund, d. Redaktion) zum Beispiel haben Jörg Jakobs und ich 2018 sehr gute Vorgespräche geführt, waren sogar in New York. Wir waren mit dem FC in einer guten Position. Leider war die damalige sportliche Leitung nicht bereit, die finanziellen Forderungen zu erfüllen.“

    der größte witz aller zeiten.

    und das aus verschiedenen gründen.

    zum einen der widerspruch : einerseits kritisieren, dass verschiedene leute mit wirtz und seiner familie sprachen („so verhandelt man nicht mit einem großen talent“), dann aber anmerken, dass man selbst GENAU SO bei reyna vorgegangen ist (und der treppenwitz der geschichte, dass man das ohne abstimmung mit veh getan hat. so kann man auch geld verprassen, denn so reisen nach new york, und ganz sicher nicht holzklasse, kosten auch jede menge kohle)

    zum anderen aber die lüge in der wirtz story.

    vielleicht gibt es ja den ein oder anderen hier, der direkt oder indirekt kontakt zur familie hat. auf welche weise auch immer. ich kann BESCHWÖREN, dass es nur einen grund gab, nach leverkusen zu geben : mangelnde wertschätzung beim FC (dort hat sich keiner um den nachwuchs oder die besten talente gekümmert, von den leuten, wo es erwartet wurde seitens der familie, d.h. sportliche leitung, präsidium). spinner und co hatten wohl anderes zu tun, oder spinner als ehemaliger leverkusen-angestellter fand die idee sogar ganz gut, er könne für umme zur werkself, wer weiss? sicher ist nur : der einzige, der wertschätzung zeigte, was von der familie und wirtz auch so aufgenommen wurde, war SMR. leider war er eben nicht der sportlich verantwortliche, und konnte somit keinerlei RELEVANTE perspektiven marke „wie sieht der weg in den profibereich aus“ oder ähnliches anbieten. das war VEHs aufgabe, oder spinners, wenn er sich so wie bei reyna so gerne um talente bemüht.

    alles in allem ein witz, dieses interview, voller blödsinn und lügen.

    moderated
    • Marc L. Merten sagte:

      Hallo Chris,

      ich habe nach langem Überlegen diesen Kommentar gerade wieder freigegeben und nur deinen letzten Absatz zu Spinners Erkrankung herausgenommen. Du sollst mir nicht vorwerfen, ich würde hier Kritik an meiner journalistischen Arbeit zensieren. Das tue ich nicht, jeder hat das Recht dazu seine Meinung zu äußern.

      Aber um das klarzustellen: Es ekelt mich an, dass Du Herrn Spinner im letzten (gelöschten) Absatz indirekt vorgeworfen hast, jeder bekomme am Ende das, was er verdiene – und sei es eine Herzkrankheit. Noch einen solchen Spruch und Du kannst hier im Forum das Weite suchen. Dann wird Dein Account sofort gelöscht. Jemanden wie Dich brauchen wir hier nicht.

      Du darfst jederzeit konstruktiv und auch hart kritisieren, gerne auch mich. Aber noch mal sowas und Du bist hier nicht mehr willkommen.

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  10. mapema sagte:

    Ziemlich uneinsichtig unser Ex Präsident. Keine Selbstkritik zu seiner Amtszeit. Am Ende sind es immer die anderen, die Schuld haben. Er hat alles richtig gemacht. Wenn eine Sache schief geht, dann waren es wieder die „Gremien“. Welche sind gemeint? MR, der Beirat, der Aufsichtsrat oder damals noch der Verwaltungsrat? Aber das der MR gegen den Vertrag für Modest war, erwähnt er nicht… Trotzdem ist der GA Schuld und nicht die, die die Idee hatten und den Vertrag gestaltet haben. Das waren Spinner und Wehrle. Risse mag ich auch, aber direkt seinen Vertrag langfristig zu diesen Konditionen verlängern?
    Wirtz ist auch ein gutes Beispiel. Spinner und besonders Wehrle haben den Vollamateur Veh geholt. Und dieser hat bei Wirtz versagt, nicht die Gremien. Ich will mal wissen, wer zu den Wirtz gefahren ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Beirat auf der Matte stand. Ne, da hat Veh versagt. Was ich mich auch frage, warum unternahmen Spinner so viel Anstrengung bei Reina, aber bei Wirtz nicht?

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  11. Ingo Karwath sagte:

    Über eine Menge Kommentare hier kann ich nur den Kopf schütteln, weil sie offensichtlich von Leuten kommen, die gar nicht wissen, worüber sie sprechen, aber unbedingt mitreden wollen. Das wird Werner Spinner nicht gerecht und der Sache auch nicht, denn vieles ist einfach falsch, unterstellt oder Spekulatius.
    Insoweit hat er gar nicht Unrecht, wenn er das Mitredenwollen des FC Umfeldes kritisiert. Der Express – auch so ein Mitredner – kolportiert, er meine damit den MR, was ich nicht glaube, weil der kein Umfeld ist, sondern elementarer Bestandteil des Clubs, faktisch Aufsicht und Kontrolleur des Vorstandes als Vertretung der Eigentümer, der Mitgliedschaft. Der darf nicht nur mitreden, er muss sogar und entscheidet mit im Gemeinsamen Ausschuss, auch wenn er da letztlich 2:5 in der Minderheit ist, wie die Episode Modeste belegt, als Müller-Römer und Wettich dagegen waren, sich aber letztlich nicht durchsetzen konnten. Ähnliches gab es im Fall Terodde. Die Mär vom bösen MR, der alles verhindert und blockiert, gehört auf den Misthaufen der mutwillig kolportierten Legenden, passt aber wohl einigen, die anderes favorisieren, ganz gut ins Konzept. Wer keinen an Investoren verkauften FC will, und dazu bekennt sich auch WS im Interview, muss akzeptieren, dass die Mitglieder angemessen zu beteiligen sind und mitbestimmen. Punkt. Die Vereinigung des Vereins, die WS auf seine Fahne geschrieben hatte, fand nur als temporärer Burgfrieden statt, was nicht seine Schuld ist, weil viele – und da kommen wir zum eigentlichen Umfeld des Vereins – das bewusst verhindern. Die Clique um Wolfgang Overath, der viel Schaden angerichtet hat, arbeitet weiter im Hintergrund an ihrer Renaissance. Und das ist nur eine Gruppe. Diversen Ultras kam das Angebot entgegen, sie haben es aber nur ausgenutzt für ihre Zwecke, ansonsten aber ihr Ding gemacht, nicht gerade zum Vorteil des Vereins. Persönliche Empfindlichkeiten + Befindlichkeiten haben beim FC schon immer eine große Rolle gespielt. Dazu kommen die Querschüsse der Medien, aber eben auch interne Unzulänglichkeiten, die sich nachteilig auf die Außenwirkung des Vereins auswirken, ihn teilweise zum Gespött in Deutschland machen.

    Ich kenne WS aus der Anfangszeit seines Wirkens beim FC persönlich und habe auch ein langes Gespräch mit ihm geführt. Der Schlüssel seines anfänglichen Erfolges war in der Tat der Umstand, dass er ein klares Konzept hatte, kompetent war und alle an einem Strang gezogen haben. Sogar die Medien waren raus. Alles beides verlorenging, wurde ihm das zum Verhängnis. Das Triumvirat Spinner (Vorstand) – Schmadtke – Stöger hat den Fehler begangen, ihr Wirken auf eine Art persönliche Freundschaft zu gründen. Kann man machen, aber wenn das scheitert – und da im Profisport Trainer und Manager keine lange Halbwertszeit erwartet, droht das immer, wenn der eine des anderen Boss ist – hat man ein Problem. Davor kann sich jeder Verein durch mehr Professionalität und weniger Kumpanei schützen. Dann wäre der Fauxpas mit der durchgesteckten Mail von Markus Ritterbach an die Presse und andere heikle Dinge wohl vermieden worden. Jedenfalls zerbrach die Männerfreundschaft, was passieren kann, und endete in einer Schlammschlacht, die nicht passieren durfte und den FC wieder an den alten Abgrund führte. Und da sind wir beim eigentlichen FC Problem: die immer gleichen Fehler unabhängig von wechselnden handelnden Personen, weil niemand in diesem Verein bereit ist, die Vergangenheit aufzuarbeiten und daraus zu lernen, um Wiederholungen zu vermeiden. Auch WS hat das nicht getan. Wolfgang Overath hinterließ ein grandioses finanzielles Desaster, der 1. FC Köln war de facto insolvent. Alex Wehrle und der neue Vorstand haben das Fiasko mit enormen Anstrengungen konsolidiert, aber der von der MV nicht entlastete WO wurde nie zur Rechenschaft gezogen. Clubikone – so etwas macht man doch nicht mit einem Weltmeister! Eine Altlast, die den Club bis heute verfolgt. Wer nicht aufräumt, stolpert irgendwann über die Hinterlassenschaften.

    WS kam als Manager aus der Wirtschaft und ist kein Typ unverbindlicher Moderator, netter Grüßonklel oder Seelsorger, was ein Präsident vielleicht auch ab und an sein muss. Er redet Tacheles und kann durchaus sehr anstrengend und dominant, ja stur sein, was ihm Feindschaften eingetragen hat. Die Rechnungen wurden dann beglichen, als er taumelte. WS wurde 2012 nicht zuletzt durch FC.Reloaded protegiert, besonders in der Person SMR, der dann als MR Vorsitzender zu einem Gegner wurde. Übrigens eine Parallele zur aktuellen Situation. WS erwähnt den MR mit keinem Wort. Als die Allianzen zerbrachen, begannen die Intrigen – u.a. mit Hilfe von Express & Co. Das hat er nicht mehr überblickt oder ggf. auch nicht ernst genug genommen, dazu wurde er krank. Auch wenn er Fehler gemacht hat – er war der richtige Mann, ist aber letztlich am eigenen Anspruch gescheitert. Den Verein vereinen! Ich glaube, der will gar nicht vereint werden.

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