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„Harte Verhandlungen“: FC und Sportstätten einigen sich auf Stadionpacht


Der 1. FC Köln muss für die Heimspiele Ende der Saison 2019/20 sowie der gesamten Spielzeit 2020/21 nur die Hälfte der vereinbarten Stadionpacht an die Kölner Sportstätten (KSS) zahlen. Auf diesen Kompromiss haben sich die Parteien kurz vor der anstehenden Mitgliederversammlung nun geeinigt. Am Mittwoch bestätigte der Verein die Einigung offiziell. 

Köln – Eigentlich kostet den 1. FC Köln die jährliche Miete für das RheinEnergieStadion inklusive Pachtgebühren rund 9,5 Millionen Euro. Durch die Corona-bedingten Geisterspiele fehlten den Kölnern in den letzten 15 Monaten jedoch 1,8 Millionen Euro an Zuschauereinnahmen pro Heimspiel. Wie die Stadt Köln Ende letzten Jahres bekannt gab, hatte der FC seit April 2020 lediglich noch 25 Prozent der ursprünglich vereinbarten Pacht an die KSS gezahlt. Aufgrund der eingeschränkten Nutzbarkeit sahen sich die Geißböcke hier nach Paragraph 313 BGB im Recht, die Rate bis zu einer Einigung für diese vertraglich bislang nicht geregelte Situation einer Pandemie eigenmächtig zu reduzieren. Nach Ansicht der FC-Verantwortlichen war es den Geißböcken zwischen Mitte März und Mitte Mai 2020 aufgrund des stillgelegten Spielbetriebs nicht gestattet das Stadion in seiner vertraglich vorgesehenen Form zu nutzen. Anschließend hatten die fünf verbliebenen Heimspiele der Saison 2019/20 sowie die Heimspiele der abgelaufenen Spielzeit vor leeren Rängen stattgefunden, weshalb auch in diesem Moment in den Augen des Klubs keine vertragsgerechte Stadionnutzung möglich war.

Die Verhandlungen waren hart

Seit April 2020 zahlte der FC daher monatlich nur noch rund 195.000 Euro an die KSS statt der rund 780.000 Euro. Die Verhandlungen zwischen dem Verein, der Stadt und den Kölner Sportstätten zogen sich seither in die Länge – bis nun kurz vor der anstehenden Mitgliederversammlung wohl eine Einigung gefunden wurde. Wie der Verein am Mittwochvormittag auch offiziell bestätigte, wird die Pacht für den Zeitraum des Pandemiebeginn rückwirkend um 50 Prozent reduziert. Darüber hinaus wird die Betriebskostenpauschale um 15 Prozent gesenkt. Gleichzeitig gilt die Reduktion auf für die kommende Saison, sollten aufgrund der Pandemie weiterhin Zuschauerbeschränkungen nötig sein. Für eine Teil-Rückkehr der Fans ist derweil eine schrittweise Erhöhung vorgesehen.

„Wir sind der Stadt Köln, insbesondere Stadtkämmerin Prof. Dr. Dörte Diemert, sehr dankbar. Es war eine enorme Leistung, die Gespräche auf vertrauensvolle Art und Weise zu führen. Die Verhandlungen waren hart – trotzdem konnten wir so eine sehr faire Lösung finden, die für uns Planungssicherheit bedeutet“, sagte FC-Präsident Dr. Werner Wolf. Dörte Diemert zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Lösung: „Ich freue mich, dass wir die Verhandlungen in dieser Sache zu einem guten Ende geführt haben. Im Ergebnis steht eine Einigung, die die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt.“

3 Kommentare
  1. Heinz sagte:

    Das mit der Stadionmiete ist schon länger besprochen . Hält man nur fest um bei der Mitgliederversammlung zu glänzen . Die Stadt kann keine Kuh melken die keine Milch gibt . Sollte die Stadt gegen den FC klagen ? Wohl kaum .
    Auch Uth wird am Donnerstag präsentiert.
    8000 haben sich nach BILD-Info bereits angemeldet.
    Zieht sich die Sitzung extrem in die Länge, könnten viele Kritiker keine Lust mehr auf die Vize-Wahl haben und sich vorher rausklicken. Was nach den schwierigen letzten Wochen vielleicht sogar von Vorteil für Wettich und Vorstand sein könnte…
    So wird es leider kommen denn Punkt 10 kommt wahrscheinlich nach Mitternacht.

    moderated
  2. Malte Dietrich sagte:

    50% ist leider immer noch eine Menge Geld für ein leeres Stadion. Ein besonderes Geschmäckle hat auch, dass die Stadt 50% ihres Geldes bekommt, während sie letzte Saison auch aktiv dazu beigetragen hat, dass wir nicht ein einziges Heimspiel mit wenigstens ein paar Besuchern haben durchführen dürfen.

    Es bleibt dabei: wir müssen die Wirksame Drohung eines Neubaus außerhalb von Köln aufbauen, um Druck auf die Stadt ausüben zu können nun ggf. das Stadion zu verkaufen oder die Miete neu zu verhandeln. Das ewige “Standort Müngersdorf unverhandelbar” steht der Glaubhaftigkeit aber leider sehr im Weg.

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