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FC-Deal mit Topteam: Trainingslager künftig in Japan?


Der 1. FC Köln hat einen wichtigen Schritt in seiner Internationalisierungs-Strategie vollzogen. Die Geißböcke gaben am Mittwoch die Kooperation mit dem japanischen Erstligisten Sanfrecce Hiroshima bekannt. In den kommenden zweieinhalb Jahren will der FC mit dem dreimaligen Meister der J-League zusammenarbeiten. Gut möglich, dass in diesem Zuge der FC zu einem Trainingslager nach Japan reisen wird.

Köln – Der Vorstand des 1. FC Köln hatte im Zuge seiner Sieben-Jahres-Strategie „FC-Matchplan“ den japanischen Markt als Ziel der Vermarktungsstrategie ausgegeben. Nachdem erste Projekte in diesem Jahr angelaufen waren, konnte nun ein wichtiger Durchbruch erzielt werden: die Kooperation mit einem japanischen Top-Klub.

Ausbildung von Spielern, Trainern und Scouts

Hiroshima wurde in den vergangenen zehn Jahren dreimal japanischer Meister, einmal Vizemeister und einmal Dritter. Sandrecce, in dessen Jugendakademie einst der FC-Verteidiger Tomoaki Makino ausgebildet worden war, liegt in der laufenden Saison zwar nur auf Rang elf, gilt aber als einer der Klubs mit den besten Nachwuchs-Programmen des Landes.

Der FC und Hiroshima wollen „in den Bereichen Sport und Management“ einen Wissensaustausch herbeiführen, wie es in der Kölner Vereinsmeldung hieß. Dazu sollen unter anderem Trainerschulungen, Trainingslager und Scouting-Maßnahmen in Japan und Deutschland gehören. Der FC hat in der Vergangenheit bereits ein Trainingslager in Florida/USA absolviert sowie eine Post-Season-Reise nach China. Nun könnten die FC-Profis künftig auch in Japan aufschlagen.

Die Bekanntheit des FC im asiatischen Raum steigern

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem deutschen Traditionsverein 1. FC Köln eine Vereinbarung über eine vielseitige Kooperation unterzeichnet haben. Sanfrecce Hiroshima hat sich zum Ziel gesetzt, der beste Verein in Japan für die Ausbildung von jungen Fußballtalenten zu sein“, erklärte Shingo Senda, Präsident und CEO von Sanfrecce Hiroshima.

„Japan ist für uns in vielfältiger Hinsicht ein interessanter Markt“, sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Wir werden die Kooperation nutzen, um unsere Expertise im Sport- und Managementbereich zu teilen, die Bekanntheit des FC im asiatischen Raum zu steigern und neue Partner zu akquirieren.“ Auch Präsident Werner Wolf betonte, die Kooperation solle dem FC „sportlich und wirtschaftlich“ weiterhelfen. Schon länger sind die Geißböcke daher auf der Suche nach einem japanischen Großsponsor.

Hirano die einzige Japanerin beim FC

Bereits Anfang 2021 hatten erste Schritte in diese Richtung stattgefunden. In Form virtueller Veranstaltungen mit der Nippon Sport Science University (NSSU), dem Kyoto Fußballverband und der Aioi Highschool hatte sich der FC in seinem Zielland positioniert. „Ziel war es, japanische Trainer und Spieler zu schulen und die fußballerische Ausbildungsqualität der japanischen Partner in Zusammenarbeit mit der 1. FC Köln Fußballschule Heinz Flohe zu erhöhen“, teilte der FC mit.

Eine wichtige Rolle soll auch Yuka Hirano spielen. Die Japanerin spielt seit zwei Jahren für die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln und ist aktuell die einzige Vertreterin ihres Landes beim FC. Der letzte Japaner bei den FC-Profis war Yuya Osako, der 2017 den Klub verließ. Ob Lukas Podolski künftig in dieses Projekt eingebunden werden soll, wurde noch nicht bekannt. Der Ex-Nationalspieler spielte bekanntlich für Vissel Kobe.

38 Kommentare
  1. Robocop sagte:

    Kalimera aus Korfu, 32°Sonne.

    was genau erhofft sich der FC?
    welchen Gewinn?
    nur Worthülsen wieder mal.
    keiner, wirklich keiner hat Interesse an dem FC.
    Dort dominieren nur Messi&Ronaldo, sei es bei den Nachrichten, oder bei Trikot-Verkäufen.
    Das Geld sollte hier gespendet werden, und sich auf die Ziele hier zu konzentrieren. Nichts anderes!

    Come on FC!

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  2. FC Neukoelln sagte:

    Jetzt geht’s los!!!
    Jetzt geht’s los!!!

    Ich freue mich für Sanfrecce Hiroshima, die sich ihrerseits über den Zugewinn an Knowhow freuen dürften. Ansonsten klingt mir das eher nach kostspieligem Scouting. Ich möchte gar nicht ausschliessen, dass eines Tages einmal ein in Hiroshima ausgebildeter Spieler beim FC landet – allem Anschein nach geht es ja vornehmlich darum. Denn die paar Trikotverkäufe kann man gleich mit den extrem teuren Flug- und Unterhaltskosten von Mannschaft oder Management gegenrechnen, und wenn man Glück hat zahlt man nicht einmal drauf.

    Alles in allem nettes Beiwerk, so wie man vielerorts Partnerschaften eingeht, verbunden mit der Hoffnung, daraus Profit zu schlagen. Es schreibt sich natürlich viel schöner darüber, als über die Cateringrechte am Beispiel der Bratwurst von Remagen zu berichten (mit oder ohne Senf?). Leider aber bekommt das Thema ungebührlich viel Aufmerksamkeit, da ihm vom Vorstand als einem von 10 Punkten zur Finanzierung eines anvisierten, jährlichen Überschusses von 20Mio eine zentrale Rolle zukommt. Ein Trikot, das der Sache leider ein, zwei Nummern zu groß sein wird.

    Was für ein zukünftiges Resumée sehr hilfreich wäre: Kosten und Nutzen gegenzurechnen. Markenaufbau kostet Geld, mitunter viel Geld. Ein mögliches Interesse am Merchandising wird regional begrenzt sein – Hiroshima ist mit seinen 1,2Mio Einwohnern kaum grösser als Köln, und wie schon so oft gesagt ist in Japan Baseball die Sportart Nummer 1, nicht Fussball. Um an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern muss also viel investiert werden. Wovon derzeit eigentlich nur Sanfrecce profitiert.

    PS: jeder, der darüber nachdenkt, sich für 100€ ein Trikot von Sanfrecce Hiroshima zu kaufen – das Team ist immerhin mehrmaliger Meister – kann das ja mal hier kundtun. Mit dieser repräsentativen Umfrage unter 37 Kommentarleistenlesern gehen wir dann ziemlich solide in die MV im November :-)

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    • MountainKing sagte:

      Flüge nach Japan gibt es ab 758€ laut Google. Bei einem Tross von 40 Mann und 40€ Profit pro Trikot müssen also nur 1516 Japaner ein FC-Trikot kaufen, um das Trainingslager querzufinanzieren. Und da ist noch gar nicht berücksichtigt, daß die Fahrt nach Donaueschingen ja auch Geld kostet.

      Aber genug Milchmädchenrechnungen. Wenn Kooperation mit Clubs aus dem Ausland ein reines Zuschussgeschäft wären, würden solche Modelle nicht von erfolgreicheren Clubs genutzt werden.

      2016 hat die J1 860 Millionen Euro umgesetzt, die chinesische Liga 945 und die brasilianische Liga 1298 Millionen. Japans Sportart Nummer 1, Baseball, machte in dem Jahr 1186 Millionen Umsatz. Das wird seit 2016 nicht weniger geworden sein. So zu tun, als wäre das irgendeine Nischensportart wird der Bedeutung des Fussballs in Japan nicht gerecht. Und man sollte auch nicht die Strahlkraft der Bundesliga unterschätzen.

      Und es kommen mittlerweile regelmässig gut ausgebildete Japaner im europäischen Vereinsfussball an. Einen Wataru Endo oder einen Ritsu Doan würde ich im FC-Kader mit Handkuss nehmen, und wären alleine schon ein stattlicher Return of Investment für die paar tausend Kröten, die in Interkontinentalflüge gesteckt werden.

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      • FC Neukoelln sagte:

        Und die zukünftigen Talente würde es wofür nochmal geben? Genau, Ablösesumme, denn irgendwie muss ja auch die J-League auf ihre 860Mio Umsatz kommen. Und jeder x-beliebige Verein, der in Zukunft eine höhere Ablösesumme zahlt, wird entsprechend bessere Karten haben bei einer erhofften Verpflichtung eines vermeintlichen Supertalents. Ich verstehe nach wie vor nicht, worin genau der Mehrwert bestehen soll, denn gute Nachwuchsspieler findet man doch genauso gut über ein intensives (und wahrscheinlich viel günstigeres) Scouting, und vor allem nicht nur in Japan. Worin besteht denn im Ergebnis der Unterschied?

        Ich bin kein Experte und lasse mich gerne überraschen. Aufhorchen lässt mich das Kapitel nur, weil es dem Vorstand entlang der letzten MV offenbar derart wichtig war, den „Zielmarkt Japan“ als einen wesentlichen Baustein zur künftigen Konsolidierung herauszustellen, so dass wichtige Abstimmungen dafür das Nachsehen hatten. Wir reden hier von einer Kernstrategie zur Ausrichtung des FC inmitten einer zutiefst inflationär betriebenen Branche. Über ein Geschäft, dass jährlich viele Millionen nicht nur abwerfen soll, sondern auch muss, um die selbst vorgegebenen Ziele erreichen zu können. Und dafür scheint mir das Höschen ein wenig zu eng gestrickt.

        Und 1516 Japaner im gekauften FC-Trikot will ich sehen… Dann spiele ich mit Dir die Liebesszene aus „Hiroshima, mon amour“ nach. Du kannst Dir aussuchen, ob Du die Französin oder der Japaner sein möchtest :-)

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  3. Robocop sagte:

    warum steht unter dem sehr ehrlichen und mit Wahrheit ausgeschmücktem Kommentar von FC Neukoelln „moderated“?

    darf man jetzt in einer Demokratie nichts mehr schreiben?
    Muss man Angst haben was man schreiben darf?
    Sorry GBK, aber das läuft immer mehr in die falsche Richtung.
    Solange es keine schwerwiegende „Hetze“ „Beleidigungen“ gibt hier in den Kommentaren gibt(was es auch nicht gibt) sollen wir schreiben dürfen was wir denken!
    Danke und Yamas!

    Come on FC!

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    • Gerd1948 sagte:

      47,5 bitte. Nee ernsthaft, natürlich gehts in erster Linie weniger um Spieler sondern um Mammon durch Sponsoren. Ich denke jedenfalls nicht, dass das Zeit-und Aufwandsverschwendung ist, was die da langsam anleiern. Sa würd ich entspannt mit umgehen. Können ruhig mal da ein Trainingslager machen, mal was anderes, dort 2-3 Freundschaftsspiele während des Trainingslagers und Austausch von Nachwuchsspielern und Spielerinnen. Das andere mit Schulungen läuft ja schon.

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  4. Boom77 sagte:

    Ich frage mich, ob die Jugendarbeit des Kooperationspartners wirklich so herausragend ist. Schaut man sich die hier schon genannten Endo und Doan an, sind die beide nicht dort ausgebildet worden. DER japansiche „superstar“ der letzten Jahre, Keisuke Honda, ebenfalls nicht. Keiner der derzeit in der bundesliga spielenden Japaner davon gibt es neben Endo noch sieben weitere. Lediglich Takuma Asano hat drei Jahre dort gespielt, wurde aber wohl woander ausgebildet. Die übrigen sechs haben keinerlei Berührungspunkte zu dem club aus Hiroshima.

    Ich habe da so meine Zweifel, dass deren Jugendabteilung tatsächlich so gut ist. Auch hierbei liest man öfter die Clubs von Gamba Osaka oder Urawa Red Diamonds (letzteren kennen wir ja durch Litti).

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  5. Anti Raute sagte:

    Man probiert es nun aus, die Marke FC im Japan so bekannt zu machen, damit man demnächst Erlöse erzielen kann, die dem Verein helfen sollen, seine Ziele zu erreichen.

    Ob Japan dafür der richtige Markt sein wird für den FC? Ich bezweifle es heute.

    Aber was hat man zu verlieren? Das Argument mit den neuen Wegen gehen, ist richtig. Wenn man gar nichts probiert, hat man schon verloren.

    Der FC braucht neue, zusätzliche Einnahmen, damit der 7 Jahre Plan überhaupt aufgeht.

    Ich hätte es lieber gesehen, wenn man es in den USA versucht hätte oder meinetwegen auch zusätzlich. Warum man die USA außen vor lässt, kann ich nicht nachvollziehen.

    Ich denke, dass sich Asiaten deutlich schwerer damit tun, einen FC zu unterstützen oder dass die Menschen dort den FC zu Supporten, als die Menschen in den USA. Ist aber nur mein Eindruck.

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    • Kurti sagte:

      Der 7 Jahresplan ist ein reines Hirngespinst des Vorstands.
      Da allen Mitgliedern auffiel, das die 3 es sich beim Däumchendrehen gemütlich gemacht haben, mußte etwas revolutionäres her.
      Der Matschplan über 7 Jahre.
      Ist das Papier nicht wert auf dem es steht.
      Da diese Ideologie “ der Verein gehört den Mitgliedern“ ausschließt externes Geld zu generieren, mußte etwas anders geniales her.
      7 Jahre sind diese Herrschaften hoffentlich nicht beim FC.

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    • Gerd1948 sagte:

      Genau, Hauptsache es sprudelt. Dass im Nippeser Großraum noch Ressourcen sind ist ja nicht abwegig, also erst mal zählt die Idee, wenn das im Sande verläuft wird man sich erklären müssen. Der asiatische Raum kann durchaus interessant sein, in dem europäische Klubs mit Aushängeschildern da Vorreiter für Ideen sind. Klar sind Mannschaften ,die den Weltpokal ausspielen da 10x bekannter oder große europäische Klubs. Allerdings kann dem FC das durchaus in die Karten mit Littbarski, Podolski, Okudera, oder Osako. Wie gesagt, es ist eine Idee.

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