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FC, Gladbach, jetzt wieder FC: Kraus „ist ein Fußball-Wahnsinniger“


Mit ihm hat die U21 des 1. FC Köln einen echten Charakterkopf und Führungsspieler verpflichtet: Thomas Kraus war bis zum Sommer Kapitän der U23 Borussia Mönchengladbachs. Nach elf Jahren kehrte der 34-Jährige ans Geißbockheim zurück. Vor dem Gastspiel bei den Fohlen am Wochenende traf der GEISSBLOG.KOELN den gebürtigen Bamberger zum Gespräch.

Das Interview führte Daniel Mertens

GBK: Das Duell am Samstag wird für Sie ein ganz besonderes?

THOMAS KRAUS: „Natürlich. Ich hatte dort ein super Verhältnis zu allen. Der Kontakt ist auch weiterhin da, ich habe keine verbrannte Erde hinterlassen. Mönchengladbach war mit sechs Jahren meine längste Station. Das hätte ich damals 2015 bei meinem Wechsel niemals so erwartet. Ich freue mich, die Leute dort am Samstag wiederzusehen.“

Wurden Sie beim FC schon mit ihrer Mönchengladbacher Zeit aufgezogen?

Viele der jüngeren Spieler haben mich vielmehr interessiert gefragt, wie es in Mönchengladbach ist, wie die Gegebenheiten dort sind. Aber insbesondere Marius Laux hat im Training immer gesagt, ich soll doch das grüne Leibchen nehmen. (lacht)

Mönchengladbach wollte mich behalten, aber nicht als Spieler

Marius Laux ist ein alter Bekannter für Sie…

Ja, wir haben schon in meiner ersten Kölner Zeit zusammengespielt. Wir haben uns danach auch nie aus den Augen verloren. Noch intensiver war der Kontakt zu Lukas Nottbeck. Auch wir waren damals schon Teamkollegen und haben später auch ein Jahr bei Fortuna Köln zusammengespielt. Ich war auf seiner Hochzeit und wir sind seit mehr als zehn Jahren gut befreundet.

Wie kam es im Sommer zum Wechsel zurück nach Köln?

Mönchengladbach wollte mich zwar behalten, aber nicht mehr als aktiver Spieler. Ich hatte aber noch Bock, weiter auf dem Rasen zu sein. Ich hatte zuvor bereits mit Mark Zimmermann gesprochen, und so kam der Kontakt schließlich zustande.

Am Geißbockheim dürfte sich seit ihrem Abschied 2010 nicht viel verändert haben?

Das stimmt. (lacht) Ich ziehe mich immer noch in der gleichen Kabine um und liege im gleichen Physio-Raum. Rainer Thomas, der heutige Teammanager, war damals Co-Trainer. Meine Rückkehr ist mir hier von allen Beteiligten sehr einfach gemacht worden.

Oben werden sich noch genug Teams reinkämpfen

In Ihrer ersten FC-Zeit waren Sie einer der jüngeren Spieler. Nun sind Sie einer der Routiniers.

Ich habe damals schon an den älteren Spielern wie Carsten Cullmann, Stefan Schwellenbach und Michael Niedrig gesehen, wie man es machen sollte. Heute versuche ich meine Erfahrung an die jüngeren Spieler weiterzugeben.

In Ihrem ersten Jahr gelang Ihnen mit dem FC der Aufstieg in die Regionalliga West.

Ja, ich bin damals Ende Januar 2008 von Hertha BSC II einen Tag vor Weiberfastnacht hier angekommen. Ich hatte noch nicht einmal vor den Ball getreten, aber schon einige Kölsch intus, weil Lauxi mich zum Karneval mitgenommen hat. (lacht) Mit Moritz Hartmann war damals ein Stürmer im Profi-Trainingslager, er kam dann jedoch zurück und deswegen habe ich kaum noch gespielt. Allerdings hatte ich eine Klausel im Vertrag, dass dieser sich bei einem Aufstieg verlängert.

Kommt 2022 im Herbst der Karriere noch ein weiterer Aufstieg dazu?

Alle sollten die Haltung haben, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Die Liga ist sehr ausgeglichen. Oben werden sich noch genug Teams reinkämpfen, wir müssen am Ende aber zumindest nicht Zwölfter werden.

Ich möchte die Trainerscheine erwerben, das ist mit dem FC besprochen

Ihr aktueller Vertrag läuft bis Sommer 2023. Sie sind 34 Jahre alt. Denken Sie bereits an das Karriere-Ende?

Noch nicht konkret. Wenn eines Tages 15 Spieler in der Kabine sitzen, den Kopf schütteln und fragen, warum ich noch spiele, dann habe ich den richtigen Moment verpasst. Ich habe aber noch das Feuer in mir und möchte mit Einsatz vorangehen.

Welches Standbein haben Sie sich neben dem Fußball aufgebaut?

Ich hatte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert. In Mönchengladbach habe ich die Trainer-B-Lizenz erworben und habe von der U10 bis zur U13 als Co-Trainer gearbeitet. Eigentlich wollte ich bereits die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erwerben, der Lehrgang wurde jedoch wegen der Pandemie abgesagt. Ich möchte aber die weiteren Trainerscheine erwerben, das ist mit dem FC bereits besprochen.

Sie bleiben also nach Ihrer aktiven Karriere dem Fußball erhalten?

Ich bin ein Fußball-Wahnsinniger und interessiere mich extrem für diesen Sport. Ich kann mir viel vorstellen, egal ob Trainer oder Scout oder etwas anderes. Aber ich weiß, dass natürlich nach ihrer Karriere viele im Fußball bleiben wollen und es entsprechend schwer wird.

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