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75-minütige Analyse: „Viele Faktoren, aber nicht die eine Erkenntnis“


Der 1. FC Köln muss sich in dieser Woche die 0:5-Klatsche von Hoffenheim aus den Kleidern schütteln. Um das Spiel im Kraichgau endgültig abzuhaken, richtete Steffen Baumgart am Dienstag fast anderthalb Stunden das Wort an seine Mannschaft. Vor dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen blieben die Geißböcke weiterhin optimistisch.  

Köln – Das für 15 Uhr angesetzte Training begann am Dienstag mit einer halbstündigen Verspätung. In der Regel ist dies nicht ungewöhnlich, oftmals kommen die Geißböcke noch deutlich später aus den Katakomben. Doch nach der herben Packung von Hoffenheim hatte Steffen Baumgart einiges zu analysieren.

Da gab es keine Wortmeldungen mehr

75 Minuten lang dauerte die Zerlegung des 0:5 in seine Einzelteile, wie der Trainer hinterher erklärte. „Das war die komplette Analyse“, sagte Baumgart. „Und da ich dann die 75 Minuten alleine rede, können Sie davon ausgehen, dass diese auch tiefgehend war. Da gab es keine Wortmeldungen mehr.“ Auch mit vier Tagen Abstand fand der 49-jährige noch deutliche Worte für das, was seine Mannschaft in Sinsheim auf den Rasen gebracht hatte: „War scheiße“, lautete die trockene Erkenntnis des Trainers, wenngleich Baumgart damit viel eher das Ergebnis meinte, als die Leistung seiner Spieler über 90 Minuten.

Denn letztendlich weiß der Trainer auch, dass die TSG am Freitagabend einen Sahnetag erwischt hatte und der FC seinerseits eben nicht bis an die Grenzen gegangen war und auch keine Lösungen für das schnelle und direkte Kombinationsspiel der Hoffenheimer gefunden hatte. „Wenn wir unseren Weg verlassen, sind wir einfach nicht gut. Abwartender zu agieren ist nicht unser Fußball“, erklärte Baumgart und nannte „viele Faktoren, aber nicht die eine Erkenntnis“, die am Ende zu der Niederlage geführt hätten.

Auch Leverkusen mit Packung am letzten Spieltag

Nichtsdestotrotz fanden sich auch am Dienstag wieder zahlreiche Anhänger am Geißbockheim ein, um die Mannschaft nach der Pleite wieder aufzumuntern. Für Baumgart und seine Spieler seien aufmunternde Worte aber gar nicht notwendig gewesen. „Das Ergebnis war so deutlich, weil es Hoffenheim sehr gut gemacht hat. Und ich bin davon überzeugt, dass wir es wieder besser machen werden.“

Die nächste Gelegenheit dazu bekommen die Geißböcke am Sonntag im rheinischen Duell gegen Bayer 04 Leverkusen. Auch die Werkself hatte sich am Wochenende mit 1:5 eine deutliche Pleite gegen die Bayern abholen müssen. Baumgart, der selbst vor Ort war, wollte aufgrund des Leverkusener Gegners aber keine allzu großen Schlussfolgerungen aus diesem Duell ziehen. „Wir werden die anderen Spiele in der Analyse nehmen, weil das eher Leverkusen ist.“ Dass sowohl der FC also auch Bayer am Sonntag aufgrund der fünf Gegentreffer vom vergangenen Spieltag aber verunsichert auftreten könnten, glaub Steffen Baumgart nicht: „Es wir keiner einen Rucksack haben.“

18 Kommentare
  1. Norbert Furmanek sagte:

    Hoffe mal die Analyse fruchtet. Da Lever sich blamiert hat und unter der Woche noch spielen , sollte daheim was machbar sein. Desweiteren erwarte ich auch von allen diesich geschont haben eine Wiedergutmachung. Alle für einen ; einer für Alle.

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  2. Dirch sagte:

    Ich denke an die erste Hälfte..da haben wir noch mehr Fehlpässe gespielt als die Hoffenheimer.
    Gegen einen guten Gegner wären die SAPler in Schwierigkeiten gekommen. Verstehe nicht, wieso nach dem Endergebnis derart viel Lob geschrieben wird…klar 5:0 ist auf jeden Fall super.
    Finde ich auch immer wieder im Kicker, dass ich nicht wiedererkenne was ich zuvor gesehen habe.
    Egal.
    Stabile und kämpferische Leistung am Sonntag und gut ist.
    Grüße

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  3. Effka sagte:

    Denke es wird Sonntag ein ganz anderes Spiel . Ein enges Spiel . Volle Hütte und gegen die Pillen.
    Ich würde Hector wieder ins Mittelfeld ziehen , zusammen mit Ljubi .
    Als LV würde ich Katterbach reinschmeißen . Schlimmer wie Ezi oder Czichos kann der Junge auch nicht agieren.
    Alles wird gut . 3:2

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    • Gerd1948 sagte:

      Dein Wort schon eher in Gottes Ohr und wirklich nicht wegen dem Tipp Effka. Hector wird glaube ich nicht im Mittelfeld spielen, weil Hector der jemand ist, der Bälle von hinten nach vorne tragen kann, was praktisch in Hoffenheim ein ziemliches Manko war. Katterbach hat man in Hoffenheim so gar keinen Gefallen getan. Sah man an den 2 viel zu leichten verlorenen Zweikämpfen/Ballverlusten. Ljubicic wird wie in Freiburg mit Özcan zusammen im Mittelfeld versuchen die spielerische Überlegenheit zu unterbinden, zu stopfen, Bälle zu gewinnen. Ein Attribut wo Özcan auf Dauer gut abschneidet. Will er noch viele Spiele machen in Zukunft muss er endlich sich iwie verbessern, besonders im Antizipieren. Es wird auf jeden Fall ein heißes Ding. Überraschen werden sie uns nicht.

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      • Carlo Korrupto sagte:

        Ich sehe es ähnlich wie Effka, wir brauchen Hector eigentlich im Mittelfeld, mit Özcan gibt das nichts. Eine Option könnte noch sein, Schmitz auf links zu bringen und es rechts vielleicht mal mit Schindler zu probieren, bis Jannes Horn wieder fit ist.
        Meiner Meinung nach muss auch Andersson weichen, das System mit Modeste und Andersson funktioniert nicht wirklich. Gegen Hoffenheim war Modeste oft auf Außen zu finden, aber da hat er nichts verloren. Mit Uth oder Thielmann neben sich, könnten diese ausweichen und Modeste vorne drin bleiben.

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  4. Boom77 sagte:

    Ich vertraue darauf, dass der Trainer auch für sich und seine Aufstellung die Lehren aus der Analyse zieht. Bin mir sicher, dass wir am Sonntag eine viel bessere Mannschaftsleistung sehen. Das ist die Hauptsache… ob es dann für was zählbares reicht, ist abzuwarten. Vor der Saison hätte ich aber durchaus mit 0 Punkten gegen Leverkusen gerechnet. Deshalb wird es auch kein Beinbruch, wenn die Mannschaft am Sonntag als Verlierer vom Platz geht.

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  5. Gerd1948 sagte:

    Endlich!!!!!!!!!!!!! Endlich bekommt man mal zu hören, dass der(ein) Trainer haarklein neben den Sachen auf dem Rasen auch in der Theorie seinen Kader richtig fordert. Ich fordere ja immer die 38,5 Std Woche…..Spaß. Aber ich erhoffe mir, dass auch vieles in der Theorie besprochen wird, nicht nur vor dem Spiel sondern am besten mehrmals in der Woche. Es soll jeder einzelne exakt wissen was er gegen Gegner A,B,C zu tun hat und exakt hören, was nicht so gut war aber auch was gut war. Es wird mittlerweile alles analysiert, auch hier im Blog .Für mich gehört das dazu, wenn Spieler sich stetig entwickeln und verbessern sollen und wollen.

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    • Kurti sagte:

      Ich denke, es liegt meistens nicht daran, das die Spieler nicht wissen was zu tun wäre.

      Sondern daran, das ein Stück weit die Klasse fehlt es umzusetzen.

      Was ich an Baumgart nicht mehr so mag ist, das es nun anfängt, wie die Trainer vor ihm Dinge schönzureden, die jeder andere Beobachter anders sieht.

      Beispiele: Salih hat ein gutes Spiel gemacht, Sahnetag Hoffenheim.

      Bitte bleibt der Linie treu, nicht Nonsens zu erzählen.

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  6. Gerd1948 sagte:

    Kannst aber nicht erwarten, dass er Spieler demontiert. Wir denken uns unseren Teil und haben sowieso unsere eigene Einschätzung zu dem, was wir zu sehen bekommen. Natürlich Kurti fehlt ein Stück weit die Klasse, besonders hintendran im Kader. Der Kader muss Stück für Stück in der Breite verbessert werden, aber das ist ein langer Prozess ohne Pinonse.

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  7. Norbert Furmanek sagte:

    Gerd Du hast vollkommen recht. Kurti erzählt wieder Schmarrn . Welcher Trainer demontiert seine Spieler in der Öffentlichkeit. Unter 4 Augen wird Tacheles geredet ; jede Wette , Und wenn Baumi 75 Min. gepredigt hat dann werden wir das am Sonntag zu sehen bekommen ! Da kann sich Kurti drauf einstellen.

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  8. Adrian Senger sagte:

    Mich würde mal interessieren wieso es immer wieder zu solch einem Kollektiv Versagen kommt….
    Ich schaue da immer gern auf Union Berlin weil die mit uns aufgestiegen sind.
    Ich kann mich an kein 0:5 oder 1:6 von denen erinnern egal wer da alles in der Vergangenheit verletzt war.

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    • Hennes48 sagte:

      Eine sehr berechtigte Frage! Dieses negative Phänomen nimmt aber allgemein zu. Ob es eine Charakterfrage ist?? Oder entspricht es der aktuellen „Generation“?? Spielen können die (fast) alle…aber dieses Kimmich Gen haben nur wenige Kicker…Freiburg und Union sind da wohltuende Gegenbeispiele…

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