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Die Millionen-Woche: Der FC freut sich über frisches Geld


Die letzte Oktober-Woche ist für den 1. FC Köln mit guten Nachrichten verbunden – nicht nur sportlich. Die Geißböcke können finanziell etwas durchatmen und sich über frisches Geld freuen. Der Erfolg im DFB-Pokal spült eine halbe Million Euro in die Kasse. Dazu kommen der Transfer von Yann Bisseck und die Vertragsverlängerung mit Exklusivpartner Ford.

Köln – Der 1. FC Köln hat am Donnerstag die Verlängerung mit Exklusivpartner Ford bis 2025 bekannt gegeben. Die Geißböcke werden seit 1994 von dem Automobilhersteller mit einer Flotte versorgt und finanziell in Millionenhöhe pro Jahr unterstützt. Dass diese Partnerschaft nun bald über 30 Jahre andauern wird, hilft den Verantwortlichen um Geschäftsführung und Vorstand, um die Sanierung des in Schieflage geratenen Klubs voranzutreiben.

Zwei Verträge fehlen noch – Transfereinnahmen helfen

Zur Planungssicherheit fehlt zwar noch ein Hauptsponsor ab der Saison 2022/23, doch die Gespräche mit Rewe über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit sollen bereits weit gediehen sein. Auch der Logistik-Partner UPS hat noch nicht über 2022 hinaus verlängert, doch auch dort laufen die Gespräche.

Viel wichtiger war kurzfristig am Mittwoch zweierlei: Zunächst wurde bekannt, dass die Geißböcke mit Yann Aurel Bisseck ihren Rekordspieler (jüngster Bundesliga-Spieler in der Vereinsgeschichte) für eine Dreiviertelmillion Euro an Aarhus verkauft haben. Der 20-jährige hatte sich in den Jahren zuvor mehrfach ausleihen lassen und nun in Dänemark den Durchbruch geschafft. Der FC hatte Aarhus eine Kaufoption eingeräumt, die der Klub nun zog.

DFB-Pokal bringt eine halbe Million Euro

Ob der FC damit langfristig ein großes Abwehrtalent unter Wert abgegeben hat, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Zuletzt war Bisseck häufig verletzt und konnte sich erstmalig in dieser Saison bei einem Leihklub durchsetzen. Die Einnahmen für das Eigengewächs belaufen sich nun auf rund 750.000 Euro und erhöhten sich noch am gleichen Abend, als die FC-Profis beim VfB Stuttgart mit 2:0 gewannen und ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzogen. Der sportliche Erfolg beschert dem FC eine weitere Pokal-Prämie durch den Deutschen Fußball-Bund in Höhe von 515.028 Euro.

Die erste Runde hatte schon 128.757 Euro eingebracht. Das Geld war freilich ohnehin in der Bilanz eingeplant worden. Entgegen der letzten Jahre und Praxis hatte der FC allerdings auch die zweite Runde bereits in die Planzahlen eingepreist und damit einen Sieg in Runde eins vorausgesetzt. Das hatte man in den finanziell besseren Jahren nicht getan. Der Einzug in Runde zwei nach dem Sieg über Jena im Elfmeterschießen brachte dann mit viel Glück weitere 257.514 Euro. Doch diese waren ja eben kalkulierte Einnahmen.

Was der FC nicht mehr kalkulieren und in die Basisplanung übernahm und was nun als Bonus hinzukommt, war der Einzug ins Achtelfinale und die halbe Million Euro, die dem Klub nun zusteht. Zusammen mit dem Bisseck-Verkauf brachte die aktuelle Woche den Geißböcken somit über 1,2 Mio. Euro, mit denen nicht gerechnet werden konnte.

Ab dem Viertelfinale lockt das große Geld

Überhaupt zeigt sich der DFB-Pokal in dieser Saison noch wichtiger als in den Jahren zuvor. Der angeschlagene FC will sportlich am liebsten ins Finale, Steffen Baumgart hat das klar gemacht. Doch auch finanziell wäre eine weite und erfolgreiche Pokal-Reise für die Geißböcke ein Segen: Sollte es mit dem Einzug ins Viertelfinale klappen, wäre die nächste Prämienstufe schon siebenstellig – bei 1,004 Millionen Euro. Im Halbfinale würde es sich noch einmal verdoppeln, auf dann 2,008 Millionen Euro. Die Prämien für das Finale stehen noch nicht fest.

Sollte der FC es tatsächlich nach Berlin schaffen, hätten die Geißböcke bis dahin schon fast vier Millionen Euro verdient. Daran will bei den Geißböcken natürlich noch niemand denken – und doch tut dem Klub jeder Euro gut. Und so war zumindest diese Woche ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, um der leeren Kasse wieder etwas Leben einzuhauchen.

21 Kommentare
  1. holger7 sagte:

    Wenn ich daran denke, wie viele angeblich leichte Gegner wir in der Vergangenheit im Pokal gehabt haben, um evtl. noch eine Runde weiter zu kommen und Einnahmen zu generieren und es letztendlich doch nicht geschafft haben… da verbieten sich alle möglichen Träumereien und Prognosen. Saarbrücken (2. Runde 2019/2020), Regensburg (Achtelfinale 2020/2021). Ja, ich weiß, da wurde noch anderer Fußball gespielt. Ich lass mich sehr gerne positiv überraschen. Sieht ja gut aus gerade.

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    • Truebe Tasse sagte:

      Holger7, du listest ja auch nur die kurzfristigen Pleiten gegen Flachzangenmannschaften auf. Wenn du noch etwas weiter zurück gehst, wird das Desaster erst deutlicher:
      2020 Regensburg
      2019 Saarbrücken
      2018 – Achtung, jetzt kommt´s – Schalke 04
      2017 – es wird noch besser – Hamburger SV
      2016 – und noch ein Zweitligist – SV Werder Bremen

      Gegen was für Gurkentruppen wir schon alles ausgeschieden sind… Was könnte der FC finanziell brillant dastehen, wenn man nur je 1 Runde weiter gekommen wäre, was theoretisch möglich gewesen wäre. Aber 2019 ärgert mich am meisten. Wenn man sieht, welche Gegner Saarbrücken anschließend hatte, rollen sich einem die Zehnägel: nach dem FC haben sie noch Karlsruhe und Düsseldorf ausgeschaltet. Und das Los für Saarbrücken war damals jeweils ein Heimspiel! Also kein Heimrechttausch. Tausche also Saarbrücken gegen Köln, dann wäre 2019 ein Achtelfinale gegen Karlsruhe zu Hause, ein Viertelfinale zu Hause gegen Düsseldorf mit voller Hütte und ein Halbfinale zu Hause gegen Leverkusen drin gewesen. Das allerdings nicht vor voller Hütte, denn das Halbfinale war bereits zu Corona-Zeiten. Es ist wirklich zum heulen…

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  2. Truebe Tasse sagte:

    Weiß der Geißblog, wie viel von den 750.000 EUR für Bisseck am Ende netto übrig bleiben? Müssen wir ihm dafür evtl. 350.000 EUR für die Vertragsauflösung geben? Wäre theoretisch möglich denn er hat ja seinen Vertrag zu Zeiten abgeschlossen, an denen Großspurigkeit und Gönnertum am Geißbockheim herrschte…

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