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Pressen, Tacklen, Kämpfen: Dieses Derby wird anders!

Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach verspricht nicht nur auf den Rängen wieder ein außergewöhnliches Ereignis zu werden. Auch auf dem Rasen stehen sich Mannschaften gegenüber, die in ihrer Ausrichtung nicht viel mit den Teams der letzten Jahre zu tun haben. Das liegt vor allem an den Geißböcken.

Köln – Das 93. Bundesliga-Derby der beiden Rheinischen Rivalen wird am Samstag vor ausverkauftem Haus stattfinden. Das hat der 1. FC Köln am Donnerstag bestätigt, nachdem die neue Coronaverordnung in NRW offen gelassen hatte, ob die Stehplätze bei den Geißböcken bis auf den letzten Platz gefüllt werden dürften. Das jedoch ist nun geklärt, die 50.000 Zuschauer dürfen sich auf das erste Derby vor Publikum seit zwei Jahren freuen.

Das 1:2 in Gladbach, das 1:3 in Köln und das 2:1 in Gladbach (jeweils aus Kölner Sicht) seit Ausbruch der Corona-Pandemie hatten jeweils vor leeren Rängen stattgefunden. Nun also werden wieder Zuschauer vor Ort sein und ihre Mannschaften lautstark anfeuern. Zu dieser Rückkehr passt, dass die beiden Mannschaften zu den offensivsten Teams der Liga mit den intensivsten Spielansätzen gehören. Das zeigt eine Analyse des GEISSBLOG-Partners CREATEFOOTBALL.

1. Streit um den Ball

Am Samstag treffen zwei Teams aufeinander, die in den bisherigen zwölf Saisonspielen mehrheitlich deutlich dominant auftraten und auf mehr Ballbesitz als die Gegner kamen. Der FC bringt es bislang auf 57 Prozent, Gladbach auf 56 Prozent Ballbesitz. Am Samstag wird eine der beiden Seiten nachgeben und der anderen Mannschaft das Spielfeld zumindest in Teilen überlassen müssen – oder kommt es zu einer ausgeglichenen Partie mit ausgeglichenen Ballbesitzphasen?

2. Die Pressing-Maschinen

Vieles wird davon abhängen, wie die beiden Mannschaften ihr Presseng-System durchbringen können. Keine Mannschaft in der bisherigen Saison gestattet den Gegnern so wenige Pässe im Spielaufbau, ohne sie unter Druck zu setzen. Dieser sogenannte PPDA-Wert liegt bei den Geißböcken bei 7,8 – keine Mannschaft der Liga hat einen geringeren Wert. Doch auch die Gladbacher setzen auf frühes Pressing und liegen bei diesem Wert im Liga-Vergleich auf Rang drei (8,8). Beide Defensivreihen werden sich im Spielaufbau also darauf einstellen müssen, wenig bis gar keine Zeit zu haben.

3. Frühe Ballgewinne und viele Torschüsse

Dieses extrem hohe Pressing hat einen zentralen Grund: Steffen Baumgart auf Kölner und Adi Hütter auf Gladbacher Seite wollen von ihren Mannschaften frühe Ballgewinne erzwingen und durch aggressive Zweikampfführung, Tacklings und Balleroberungen bereits in der gegnerischen Hälfte sofort wieder in den Angriffsmodus umschalten. Und auch hier gibt es kaum bessere Mannschaften: Köln belegt auch in dieser Kategorie Platz eins, Gladbach auch hier Platz drei.

So überrascht es kaum, dass die Geißböcke und die Fohlen mit je über 13 Torschüssen pro 90 Minuten die zwei- und drittmeisten Schüsse pro Spiel abgeben, hinter dem FC Bayern. Worin sie sich dagegen sehr deutlich unterscheiden, ist der Weg vor das gegnerische Tor: Der FC ist ligaweit bei Flanken und Kopfbällen Spitze, Gladbach dagegen setzt auf den flachen Weg vor das Tor und auf Kombinationen in den Strafraum, um dort zum Abschluss zu kommen.

4. Fazit: Offensivspektakel?

Wird sich den Zuschauern im RheinEnergieStadion also ein Offensivspektakel beider Mannschaften bieten, wie es ein solches in den letzten Jahren nicht mehr gegeben hat? Vieles spricht dafür, insbesondere durch die beidseitig häufigen frühen Ballgewinne und den dadurch kurzen Weg zum gegnerischen Tor.

Laut CREATEFOOTBALL wird daher dem Mittelfeld beider Mannschaften eine entscheidende Bedeutung zukommen. Beim FC wäre Ellyes Skhiri nach seiner Verletzung ein Schlüssel zum Erfolg, da es Laufstärke und Durchsetzungskraft sowie Übersicht in engen Situationen brauchen wird. Schaffen es die Geißböcke, den Gladbachern das Kombinationsspiel zu erschweren, wäre dies ein wichtiger Faktor für den eigenen Erfolg.

15 Kommentare
  1. Martin Duda sagte:

    Also wenn man das nochmal so liest, wie Gladbach vorne agiert, nämlich der gegnerischen Verteidigung sehr wenig Zeit zum Spielaufbau lässt, und eher flach kombinierend in den Strafraum kommt, dann überkommt mich doch ein wenig ein flaues Gefühl im Magen. Mit genau diesen Dingen war unsere Verteidigung in den letzten Spielen öfter mal überfordert.

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    • CK sagte:

      Wenn es so ist müsste Meré in der Innenverteidigung gesetzt sein, weil er „auf dem Boden“ wenn nicht sogar in der Luft besser aus die anderen Kandidaten ist.

      Warum Meré seit einigen Wochen wieder außen vor ist kann ich überhaupt nicht verstehen. Er hat diese Saison nur solide bis sehr gute Spiele geliefert, das deckt sich auch mit den Daten die Createfootball mal erhoben hatte zum Thema Effektivität im Spielaufbau.

      Ich möchte wirklich mal von Baumgart wissen warum Jorge so oft aus dem Fokus rutscht.

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  2. Hennes48 sagte:

    @Martin Duda: Exakt…Sie sind mit ihrem flauen Gefühl nicht alleine unterwegs…:-)
    Deswegen wäre meine Wunschaufstellung halt mit Skhiri, Özcan und Lubicic…um es zumindest kompakter und vielleicht damit auch deutlich schwieriger für „die Anderen“ zu machen sich einfach vor das Tor zu kombinieren.
    Come on FC!

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    • Gerd1948 sagte:

      Ich denke auch bange machen gilt nicht, es wird diesmal wirklich alles rein gehauen und ich hoffe dass bei einigen halt die Konzentration hält, denn es steht auf keinem Baumgart Blatt, dass man alles spielerisch lösen muss. Kämpfen und Siegen, es ist Fakt dass Gladbach auswärts sehr verwundbar ist bisher.

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  3. Struwwelpeter sagte:

    Ich würde mir auch das Trio Shkiri, Özcan und Llubijic von Anfang an wünschen. Das wäre ein richtig lauf-und zweikampfstarkes Mittelfeld. Schwäbe – Hector, Czichos, Kilian, Schmitz, Shkiri, Kainz, Llubijic, Özcan, Uth, Modeste . Bin zwar auch ein Mere Fan, aber der scheint ja nur noch Nummer 4 bei den Verteidigern zu sein, daher ist ein Einsatz von ihm eher unwahrscheinlich.

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      • Carlo Korrupto sagte:

        Schwäbe gilt ja als sicher mit dem Ball am Fuß, der sollte da können.
        Bei Czichos mache ich mir auch sorgen, der ist immer für einen Schnitzer gut wenn es hektisch wird.

        Warum Mere wieder komplett außen vor ist mir weiterhin ein Rätsel. Immer wenn er spielt ist er solide bis gut und ist trotzdem nur IV Nummer 4..

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        • Klaus Menzel sagte:

          Mere ist was seine technischen Qualitäten betrifft mit Sicherheit unser bester Innenverteidiger, aber wohl nicht besonders pflegeleich (weil bei 4 Trainern eher 2. Wahl) und bei Kopfballduellen ggf. etwas zu klein gewachsen und vielleicht auch mit einem Hang zur Leichtsinnigkeit – ist aber Czichos auch mehr als nur vorhanden.

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          • Carlo Korrupto sagte:

            Da hast du Recht, es scheint wirklich etwas zu sein was die Außenwelt nicht mit bekommt. Ich könnte mir vorstellen das Mere ein Einstellungsproblem hat, nicht alles gibt im Training und privat auch nicht viel Wert auf gute Ernährung etc legt, um eine wirklich athletische Form zu erreichen. Es sind ja immer mal Bilder aufgetaucht die ihn nicht in der besten Verfassung zeigen. Ich denke kaum dass es daran liegt dass er nicht mit Trainern und Mitspielern klar kommt, er macht eigentlich immer einen sympathischen und guten Eindruck und da ist mir auch noch nichts zu Ohren gekommen. Das ist natürlich alles nur Spekulation, nicht dass das jemand in den falschen Hals bekommt!
            Ich finde es auf jeden Fall sehr schade, aus Mere hätte wirklich ein richtig guter Profi werden können, aber aufgrund der fehlenden Einsatzzeiten ist das wohl kaum noch möglich.

  4. wiwakoe sagte:

    Ich denke auch , dass dieses Spiel im Mittelfeld entschieden wird.
    Und auch die Zweikampfstärke wird entscheidend sein.
    Aber ich gehe davon aus,der Trainer wird schon die richtige Aufstellung finden.
    Allerdings können wir uns keine Aussetzer in der Verteidigung leisten. Bin echt mal gespannt ob das gelingt, jedenfalls freue ich mich schon riesig auf das Spiel .
    Meine Meinung
    Mein Tipp: wir werden mit eins zu Null gewinnen.

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