Die FC-Frauen wollen am Freitag einen gelungenen Rückrundenauftakt feiern. (Foto: Bopp)

Die FC-Frauen mit Trainer Sascha Glass wollen am Freitag einen gelungenen Rückrundenauftakt feiern. (Foto: Bopp)

„Kein typischer Aufsteiger“: Mehr als nur der Klassenerhalt

Im Sommer war es eine Reise ins Ungewisse für die Bundesliga-Fußballerinnen des 1. FC Köln. Nach dem vierten Erstliga-Aufstieg sollte endlich erstmals der Klassenerhalt gelingen. Zur Freude aller Beteiligten gilt schon zur Winterpause als sicher, dass die Mission gelingen wird. Sogar der Rivale vom Rhein ist in Reichweite.

Köln – 15 Punkte aus zwölf Spielen konnte die Mannschaft von Trainer Sascha Glass bis Weihnachten sammeln. Der Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze beträgt komfortable 13 Zähler. Und so beginnt das Spielchen: So lange es rechnerisch noch nicht perfekt ist, wird Glass sagen: „Wenn wir keinen Punkt mehr holen, könnte es nicht reichen.“

Doch der FC-Trainer weiß auch: „Das Ziel war es, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu schaffen. Hier sind wir aktuell auf einem guten Weg und schauen nicht mehr besonders intensiv nach unten.“ Die notwendigen Siegesserien von Glass Ex-Verein SC Sand und des FC Carl Zeiss Jena am Tabellenende erscheint kaum vorstellbar. So kann sich Glass in der Bewertung der bisherigen Saison auf seine Spielerinnen konzentrieren.

Derby-Vergleich als Beispiel für die positive Entwicklung

„Die Mannschaft hat sich gut entwickelt“, sagt Glass im Gespräch mit dem GEISSBLOG. Nach nur einem Punkt aus den ersten fünf Spielen war in den folgenden sieben Partien nur noch ein Spiel verloren gegangen. In der Tabelle liegt der FC zum Jahreswechsel nur noch vier Punkte hinter Bayer Leverkusen. Der Rivale vom Rhein liegt also in Reichweite.

Gerade die jüngsten beiden Bundesliga-Duelle gegen die Werkself verdeutlichen die Entwicklung des 1. FC Köln. Am vorletzten Spieltag der Saison 2019/20 waren beide Mannschaften im Juni 2020 als Konkurrenten um den Klassenerhalt aufeinander getroffen. Die FC-Frauen hatten sich im Liga-Endspurt vor allem als Opfer ihrer eigenen Nerven präsentiert und nahezu chancenlos mit 1:3 verloren.

17 Monate später trafen beide Teams Anfang November 2021 erneut aufeinander. Insbesondere im ersten Durchgang präsentierten sich die Kölnerinnen wie entfesselt, führten zwischenzeitlich mit 3:0. Am Ende stand ein knapper, aber verdienter 4:3-Derbysieg.

Es macht großen Spaß zuzuschauen

„Wir spielen nicht wie ein typischer Aufsteiger, der die Punkte ausschließlich erkämpft. Wir verfolgen einen offensiven Ansatz“, beschreibt Glass seine Marschroute. 14 Tore erzielte der FC bisher, zwölf davon in den vergangenen sieben Spielen gegen die Mannschaften, die nicht um die Tabellenspitze kämpfen.

In der Defensive hat sich Glass‘ Mannschaft in den vergangenen Wochen stabilisiert. Nach den ersten fünf Spielen stand der FC bei 16 Gegentoren. Seither kassierte der FC nur noch neun Treffer in sieben Spielen, dreimal stand hinten die Null.

Mit dem Auftreten seines Teams sei Glass grundsätzlich zufrieden: „Ich denke, dass wir fußballerisch tolle Spiele abgeliefert haben und ich habe der Mannschaft schon öfters gesagt, dass es mir großen Spaß macht zuzuschauen. So etwa gegen Leverkusen, Freiburg, Hoffenheim und Wolfsburg.“

Achcinska eine Schlüsselpersonalie

Dennoch sieht auch der Coach das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: „Wir wollen in allen Bereichen konstanter werden.“ Insbesondere im athletischen Bereich sieht nicht nur der Trainer noch viel Luft nach oben. Gerade hier sind dem FC die Top-Teams weit voraus.

Eine Schlüsselpersonalie des vergangenen Sommers war die Verpflichtung von Adriana Achcinska. Die erst 19-Jährige wechselte im Sommer aus ihrer polnischen Heimat ans Geißbockheim. „Am Anfang hat man gemerkt, dass zwischen der polnischen und deutschen Liga doch ein Unterschied besteht“, sagt Glass. Dann aber ging es bei Achcinska steil nach oben.

Mittlerweile überzeugt die Sechserin durch ihr resolutes und körperbetontes Spiel. Zudem ist die Nationalspielerin bei ruhenden Bällen stark. „Wir haben ihr nicht umsonst einen Drei-Jahres-Vertrag gegeben“, sagt Glass.

Viele Talente finden am Gerüst Stabilität

Inzwischen hat sich ein Gerüst gebildet, das der Mannschaft Halt gibt. Insbesondere die erfahrenen Peggy Kuznik (35) in der Defensive sowie Mandy Islacker (33) und Sharon Beck (26) in der Offensive tragen dazu bei. Um sie herum können sich viele junge Spielerinnen wie Achcinska (19), ihre Landsfrau Weronika Zawistowska (22), aber auch Laura Donhauser (20), Alicia Gudorf (20) und Pauline Nelles (19) entwickeln.

Im Frühjahr 2022 wird nun im Vordergrund stehen, die Leistung aus der Hinserie zu bestätigen und idealerweise noch auszubauen. Dann würde der FC bei überragenden 30 Punkten und mehr landen. „Wir wollen befreit in die Rückrunde gehen“, skizziert Glass das Vorhaben für den Rest der Saison.

Im Idealfall soll insbesondere in den ersten Spielen gegen die Top-Teams Wolfsburg, München, Hoffenheim, Potsdam und Frankfurt, anders als in der Hinrunde, gepunktet werden. Bis dahin ist aber noch viel Zeit. Der Auftakt ist am ersten Februar-Wochenende in Hoffenheim. Der Trainingsstart ist am 10. Januar.

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