Vier der fünf Sommer-Neuzugänge des 1. FC Köln. (Foto: Bopp)

Vier der fünf Sommer-Neuzugänge des 1. FC Köln. (Foto: Bopp)

Neuzugänge-Check: Wer war Kölns Top-Transfer des Sommers?

Die Hinrunde ist beendet. Der FC belegt nach 17 Spielen einen starken achten Rang. Einen gehörigen Anteil an diesem Erfolg hatten auch die Sommer-Neuzugänge. Fünf Transfers tätigte der FC zur neuen Saison. Dejan Ljubicic, Marvin Schwäbe, Mark Uth, Timo Hübers und Luca Kilian – wer war Kölns Top-Transfer des Sommers?

Von Cedrik Kaiser

Es war der 30. Mai: Der FC hatte sich am Vortag nach einem furiosen 5:1-Sieg in Kiel gerade noch vor dem Abstieg gerettet, da wurde Sportchef Horst Heldt beurlaubt. Auch aufgrund der schwachen Transferbilanz des Sommers 2020 hatten die FC-Fans so lange um den Klassenerhalt bangen müssen. Dafür bekam Horst Heldt die Papiere.

Heldts Aufgaben übernahmen Jörg Jakobs und Thomas Kessler. Das Duo sollte kostengünstig einkaufen und teuer verkaufen. Ein gutes halbes Jahr später kann man festhalten: Aufgabe erfüllt – auch dank der Vorarbeit von Horst Heldt.

Dejan Ljubicic (15 Einsätze, 1 Tor)

Die Verpflichtung von Dejan Ljubicic wurde Ende April publik – da war Heldt noch im Amt. Ablösefrei wechselte der Kapitän von Rapid Wien zum FC. Der defensive Mittelfeldspieler galt als umworben und wurde vom FC als Ersatz für Ellyes Skhiri eingeplant. Dann zerplatzten alle Transfergedanken um den Tunesier – und der FC hatte zwei Top-Sechser. Denn mit Ljubicic landete der FC einen absoluten Volltreffer.

Der 24-Jährige demonstrierte, dass er keineswegs nur ein Sechser ist. Mal rechts in der Raute, mal als alleiniger Sechser, mal auf der Doppel-Sechs, sogar auf der Zehn: Ljubicic ist am Ball ruhig, in den Zweikämpfen resolut und mit einem Tempo ausgestattet, welches man im FC-Kader selten findet. Sein Tor im Derby gegen Gladbach war das i-Tüpfelchen auf eine starke Hinserie. Seine 15 Pflichtspiel-Einsätze machen Lust auf mehr.

Transfer-Note: 1,0

Mark Uth (16 Einsätze, drei Tore, zwei Vorlagen)

Ebenso ablösefrei kehrte Mark Uth ans Geißbockheim zurück. Auch diesen Deal hatte Heldt bereits eingefädelt, ehe er gehen musste. Die Vorfreude, wieder beim FC zu sein, sah man Uth vom ersten Tag an – die Anstrengung des laufintensiven Spiels unter Baumgart aber auch. So musste sich der Neuzugang erst mal an das System gewöhnen. Zur Hälfte der Saison stehen drei Tore und zwei Vorlagen in 16 Pflichtspielen zu Buche. Eine solide Ausbeute mit Luft nach oben. Vor allem Luft, die Uth braucht, um nicht nur gegen den Ball zu arbeiten, sondern nach vorne die Kraft für seine Abschlüsse zu haben.

Noch hat Baumgart keine perfekte Position für Uth gefunden. Der 30-Jährige lief im Zwei-Mann-Sturm, als Zehner hinter einem oder zwei Angreifern sowie als Links- und Rechtsaußen auf. Eine Stammposition hat sich noch nicht herauskristallisiert.

Transfer-Note: 2,5

Marvin Schwäbe (7 Einsätze)

Als dritter Neuer im Sommer kam Marvin Schwäbe von Bröndby IF zum FC – und auch dieser Transfer war bereits fix, als Heldt den FC verließ. Endlich – so hoffte man am Geißbockheim – hatte man eine ernstzunehmenden Herausforderer für Timo Horn in den Reihen. Ein halbes Jahr später lässt sich konstatieren: Der 26-Jährige ist genau dies. Schwäbe avancierte gleich in der ersten DFB-Pokal-Runde zum Helden in Jena. Nachdem sich Timo Horn im Mainz-Spiel am Knie verletzt hatte, wurde Schwäbe auch in der Bundesliga gebraucht. In den letzten fünf Hinrunden-Partien stand er im Kasten und zeigte gute Leistungen. Timo Horn wird sich strecken müssen, um seine Position im FC-Tor zurückzuerobern.

Transfer-Note: 2,0

Timo Hübers (7 Einsätze)

Die Verpflichtung von Timo Hübers deutete sich über Monate an. Erste Gerüchte über ein FC-Interesse kamen bereits im Februar auf. Der Innenverteidiger hatte in den zwei Jahre zuvor zu den Besten der Zweiten Liga gehört, galt aber auch sehr verletzungsanfällig. Beim FC schien sich Hübers’ Pech zunächst fortzusetzen. Auf den erkämpften Stammplatz zu Saisonbeginn folgte eine längere Verletzungspause. Der 25-Jährige fand erst Ende Oktober wieder ins Team zurück. Mit seinen 1,90 Meter bestätigte der Blondschopf seine Qualitäten: kopfballstark, beidfüßig, wendig, schnell.

Der robuste Innenverteidiger war zwar defensiv nicht immer beständig und musste auch deshalb zwischenzeitlich für Luca Kilian weichen. Sollte er sich in seiner Abwehrarbeit jedoch stabilisieren, ist er durch sein besseres Aufbauspiel in Baumgarts System ein wichtiges Element und hat gegenüber dem ebenfalls spielstarken Jorge Meré aufgrund seiner Zweikampfstärke und Schnelligkeit den klaren Vorteil.

Transfer-Note: 2,5

Luca Kilian (13 Einsätze)

Mit Luca Kilian verpflichtete der FC zum Ende der Transferperiode den Wunschspieler von Steffen Baumgart für die Innenverteidigung. Der junge Rechtsfuß arbeitete schon in Paderborn mit dem heutigen FC-Coach. Für ein Jahr ist der 22-Jährige von Mainz 05 ausgeliehen, der FC hat sich eine Kaufoption über 2 Millionen Euro gesichert. Kilian zeigte sofort seine Schnelligkeit, gesunde Härte im Zweikampf und Stabilität in der Luft. Mit dem Ball am Fuß ist der 1,92 Meter große Verteidiger noch zu langsam im Spielaufbau.

Kilian ist im Wechselspiel mit Hübers neben Rafael Czichos die richtige Ergänzung, weil Meré offenbar auch unter Baumgart keine Rolle mehr spielt. Robustheit und Schnelligkeit sind Kilians wie auch Hübers’ Kernkompetenzen. Je nach spielerischer Marschroute und Gegner kann Baumgart entsprechend variieren. Es wäre eine Überraschung, wenn der FC die Kaufoption für Kilian nicht ziehen würde.

Transfer-Note: 3,0

Fazit

Der Transfersommer 2021 wirkt ein halbes Jahr später überaus gelungen. Ohne Ablösesummen verpflichtete der FC fünf Spieler, die allesamt Stammspieler-Potential und dieses in der Hinrunde schon nachgewiesen haben. Und das, obwohl alle fünf Neuzugänge in ihren Leistungen und Konstanz noch Luft nach oben haben. Einzig Uth gehört zu den Besserverdienern im Kader. Derweil wurde Dejan Ljubicic mit einem Fünf-Jahres-Vertrag langfristig gebunden.

Am Geißbockheim hat man also mit kleinem Einsatz viel herausgeholt. Zur Wahrheit gehört, dass dass der vielkritisierte Heldt drei Transfers (Ljubicic, Schwäbe, Uth) abschloss und beim vierten (Hübers) die Grundlagen legte. Einzig Kilian war ein Jakobs-Baumgart-Transfer. Bei der Bewertung der Neuzugänge darf jedoch nicht vergessen werden, dass Jakobs’ große Aufgabe in den umfangreichen Aufräumarbeiten bestand, um den FC von Altlasten zu befreien und über 20 Millionen Euro durch Verkäufe einzunehmen (Bornauw, Jakobs).

Transfer-Note: 1,5

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