Steffen Baumgart mit seiner Mannschaft im Training. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart mit seiner Mannschaft im Training. (Foto: Bucco)

„Hört sich wild an, aber…“ Baumgart will zum FC Bayern aufholen

Der 1. FC Köln und der FC Bayern München liegen in ihren Möglichkeiten, Erfolgen, Struktur – eigentlich in allem – Welten auseinander. Steffen Baumgart wäre aber nicht Steffen Baumgart, wenn er darin nicht eine Herausforderung und einen Auftrag sehen würde. Der FC-Trainer will den Rekordmeister am Samstag ärgern. Aber nicht nur das: „Wir wollen den Abstand zu den Bayern geringer werden lassen.“

Es ist das Wochenende der Top-Spiele – und der 1. FC Köln ist mit seinem Duell gegen den FC Bayern München mittendrin: Der Tabellensechste empfängt den Tabellenführer. Dazu spielt der Vierte (Freiburg) beim Zweiten (Dortmund) sowie der Siebte (Union) gegen den Dritten (Hoffenheim). Von den Top Sieben sind also sechs Teams in direkten Duellen unter sich.

Nun zählt sich der 1. FC Köln nicht zu den Top-Klubs der Bundesliga. Dafür ist zu viel schief gegangen in den letzten rund 30 Jahren am Geißbockheim. Was aber nicht bedeutet, dass man in Köln nicht gerne wieder dorthin kommen würde. Jeder im Klub und im Umfeld weiß, dass der Klub 2017 die Riesenchance leichtfertig, arrogant und auf fatale Weise verspielte, den großen Sprung nach oben zu machen, den in den letzten Jahren Gladbach oder Frankfurt machen konnten.

„Wir versuchen den großen Abstand zu den Bayern zu verringern“

Nach 18 Spieltagen und Platz sechs gibt es nun erste Hoffnungen, dass sich fünf Jahre später eine solche Chance unter Steffen Baumgart erneut auftun könnte. Der Trainer des 1. FC Köln spricht offen davon, den Weg nach oben einschlagen zu wollen. Und sich dabei an den Besten zu orientieren – am Gegner vom Samstag, dem FC Bayern. „Wir wollen uns verbessern“, sagt Baumgart. „Das heißt: Wir versuchen den großen Abstand, den wir zu den Bayern haben, geringer werden zu lassen. Das hört sich im ersten Moment wild an. Das ist mir auch klar. Im zweiten Moment geht es aber genau darum, sich an denen zu messen, die es über Jahre sehr gut gemacht haben.“

In mancherlei Hinsicht hat Baumgart den FC sogar schon auf Bayern-Niveau gehoben. Die Geißböcke sind die Pressing-Maschinen der Liga. Selbst Bayern und Leipzig attackieren die Gegner nicht so früh wie Köln. Die Baumgart-Truppe führt diese Kategorie ligaweit an. In Sachen Torschüssen liegen die Geißböcke immerhin auf Rang drei, bei Ballbesitz auf Rang vier – in diesen beiden Kategorien führen die Bayern. Und das, nachdem die Kölner in der Vorsaison noch unfähig waren Torchancen herauszuspielen oder etwas mit eigenem Ballbesitz anfangen zu können. Der neue Baumgart-FC hingegen ist dem Rekordmeister mit der neuen, aktiven und fordernden Spielart sehr viel näher gekommen.

Was das Hinspiel bewirkt hat

Der Erfolg gibt Baumgart Recht – und soll am Samstag eine elf Jahre anhaltende Sieglos-Serie gegen die Bayern beenden. Und zwar mit genau dieser Spielidee. „Ich sehe keine größeren Erfolgsaussichten, indem ich mein System verändern würde“, sagt Baumgart. Bereits im Hinspiel konnte der FC die Bayern ärgern. Ein Spiel, das den Kölnern trotz der unglücklichen 2:3-Niederlage viel Spaß bereitet und vor allem Selbstvertrauen für die Hinrunde gegeben hatte.

„Das Hinspiel hat den Spielern gezeigt, dass man immer wiederkommen kann“, sagt Baumgart. „Wir haben gegen die Bayern an uns geglaubt. Das hat den Jungs in der Folge gezeigt, dass du dranbleiben musst. Gerade, wenn du gegen eigentlich bessere Mannschaften spielst.“ Erst vier Niederlagen in 18 Spielen haben die Kölner hinnehmen müssen – nur eine mehr als der FC Bayern. Am Samstag will Baumgart mit dem FC siegen. Sollte dies gelingen, hätten Köln und München nach 19 Spieltagen dieselbe Anzahl an Saisonniederlagen auf dem Konto. So nah ist der FC den Bayern schon gekommen.

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