Anthony Modeste ist Kölns Super-Torjäger. (Foto: IMAGO / Müller)

Anthony Modeste ist Kölns Super-Torjäger. (Foto: IMAGO / Müller)

Mit Videoanalyse zum Tor: Modeste erklärt den Siegtreffer

Vor dem Spiel zurückhaltend, nach dem Spiel der Held: Anthony Modeste zeigt die perfekte Reaktion auf den Platz auf der Ersatzbank gegen Eintracht Frankfurt. Der Stürmer des 1. FC Köln schoss die Geißböcke gegen Eintracht Frankfurt zum 1:0-Sieg und ließ sich hinterher feiern. Steffen Baumgart machte klar, dass der 33-Jährige zu keiner Zeit eine Option für die Startelf war.

Selbst der gegnerische Trainer wusste nach der Partie nichts anderes zu sagen: “Tony Modeste hat eine Chance, und die macht er eben – und wird jetzt wieder eine Woche durch Köln getragen – bestimmt bis Rosenmontag.” Oliver Glasner war mächtig angefressen ob der Leistung seiner Frankfurter. Doch bei Modeste konnte der Trainer nur mit den Achseln zucken.

Vor der Partie hatte es noch nicht nach Modeste-Festspielen ausgesehen. Der Franzose war mit den anderen Ersatzspielern auf den Rasen gekommen, doch seine Körpersprache hatte wenig vielversprechend gewirkt. Während sich seine Teamkameraden aufgewärmt hatten, hatte Modeste lieber ein Schwätzchen mit den Assistenztrainern McKenna und Wagner gehalten.

Als Modeste dann nach 30 Minuten Spielzeit mit seinen Kollegen zum Aufwärmen an den Spielfeldrand vor die Südkurve marschierte, ließen die Fans den Franzosen hochleben. Und als nach etwa einer Stunde er schließlich im Vollsprint zur Ersatzbank lief, um sich für seine Einwechslung fertigzumachen, da jubelten die 10.000 Fans in Müngersdorf. Denn sie hatten die Hoffnung, dass es mit Modeste doch noch zum Sieg reichen würde.

“Tony ist der Garant für unsere Siege”

Und tatsächlich: In der 84. Minute zwang Skhiri seinen Gegenspieler Kamada zum Fehler. Der Ball landete im Lauf von Modeste, der an der Abseitslinie gelauert hatte. Und vor Trapp machte Modeste das, was er am besten kann: Er verwandelte eiskalt – durch die Beine des herauseilenden SGE-Keepers. Der Rest war Jubel. Mit Brille, mit Umarmungen und mit der Laola vor den Fans.

“Es ist eine Energie, die durch das Stadion geht. Das spürt man auch auf der Tribüne”, beschrieb Timo Horn die Wirkung des Stürmers auf die gesamte Mannschaft. Den Treffer erlebte Horn aus der Ferne über das gesamte Spielfeld. “Aus Torwartsicht hat Trapp das eigentlich gut gemacht. Er hat den Winkel verkürzt und dem Stürmer wenig Fläche gegeben. Dann wählt Tony den Beinschuss. Er ist extrem abgezockt. Er ist der Garant für unsere Siege.”

Wie eine Videoanalyse beim Siegtor half

Joker Modeste – es hätte wohl kaum anders kommen können am Samstagabend in Müngersdorf. Steffen Baumgart hatte den 33-Jährigen nach dessen Corona-Infektion zunächst nicht berücksichtigt. Als der stolze Franzose dann nach 60 Minuten bei Stand von 0:0 in die Partie kam, war klar: Modeste würde sich zerreißen, um dieses Spiel für den FC zu entscheiden. Der Angreifer warf in die 30 verbliebenen Minuten alles rein, was die Kraft hergab. Und wurde belohnt.

“Ich muss einfach Tore schießen und meinen Job machen. Der Trainer kennt mich mittlerweile. Bei meiner Einwechslung hat er mir gesagt, dass ich schon weiß, was ich machen muss”, sagte Modeste. Das Tor war in seiner Entstehung allerdings kein Zufall, sondern die Folge einer akkribischen Vorbereitung. “Wir haben vorher in der Videoanalyse gesehen, dass die Innenverteidiger nicht immer auf einer Linie stehen. Deswegen war ich mir recht sicher, dass ich nicht im Abseits war.“ So hatte Modeste lauern können, so hatte er durchbrechen und treffen können.

Baumgart erklärt die Stürmer-Entscheidung

Hinterher freute sich Modeste, dass der Plan des Trainers aufgegangen und der Stürmer wieder einmal der gefeierte Mann sein konnte. “Heute bist du ein King und morgen nicht mehr. Das Leben ist so schön und ich muss es genießen”, sagte der Franzose freudestrahlend. Mit Blick auf die Saisonziele wollte der 33-Jährige aber keine Kampfansage loslassen. “Ich bin schon so lange in Köln. Wenn du zwei Spiele gewinnst, sprechen die Leute von der Champions League, und wenn du zwei Spiele verlierst, vom Abstiegskampf. Im Fußball geht es schnell. Am Ende haben wir 1:0 gewonnen und die drei Punkte geholt. Bevor wir jetzt Karneval feiern, müssen wir erst mal gegen Fürth gewinnen.”

Dann dürfte Modeste auch wieder von Beginn an ran. Baumgart hatte sich nach Modeste Corona-Infektion für Sebastian Andersson in der Anfangsformation entschieden. “Die Jungs, die trainieren und auf dem Platz stehen, haben die größere Chance zu spielen. Tony war sieben Tage raus und dann nur zwei Tage im Training”, sagte Baumgart. “Ich bin der Meinung, dass es die richtige Entscheidung war und er nicht länger als 60 bis 70 Minuten durchgehalten hätte. Deswegen war die Entscheidung sehr früh gefallen.”

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