Jonas Hector bestreitet gegen Greuther Fürth sein 300. Pflichtspiel im FC-Trikot. (Foto: Bucco)

Jonas Hector bestreitet gegen Greuther Fürth sein 300. Pflichtspiel im FC-Trikot. (Foto: Bucco)

“Wie ein Märchen”: Jonas Hector vor besonderem Jubiläum

Jonas Hector steht beim 1. FC Köln vor einem besonderen Jubiläum: Gegen Greuther Fürth wird der Kapitän sein 300. Pflichtspiel bestreiten. Nur 19 Spieler vor ihm haben jemals diese Anzahl an Spielen im FC-Trikot erreicht. Sein Entdecker Rainer Thomas erinnert sich an die Anfänge.

Das Jahr 2010 dürfte ein besonderes für den jungen Jonas Hector gewesen sein. Vor zwölf Jahren entschied sich der damals 19-Jährige, seine saarländische Heimat zu verlassen und sich der Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Köln anzuschließen. Dabei, so erzählte es der heutige FC-Profi einst in einem Interview, sei es gar nicht sein vorrangiges Ziel gewesen, einmal Fußballprofi zu werden.

Und so brauchte es einige Zeit und Überzeugungsarbeit, um den späteren Nationalspieler nach Köln zu lotsen. Schon zuvor hatte unter anderem der VfL Bochum seine Fühler nach Hector ausgestreckt, bei der Reserve des FC Bayern München absolvierte Hector ein Probetraining, Eintracht Braunschweig wollte den Saarländer sogar ohne ein solches direkt verpflichten. Doch Jonas Hector ist ein heimatverbundener und treuer Zeitgenosse. Ein Umstand, den auch der 1. FC Köln Jahre später noch erfreulicherweise zu spüren bekommen sollte.

Sichtung auf einem Ascheplatz im Saarland

So blieb Hector zunächst weiterhin beim SV Auersmacher, spielte nach dem Aufstieg in die Oberliga ein weiteres Jahr mit seinem Heimatverein. Trotzdem ließen die große Vereine nicht locker. Insbesondere die Geißböcke bemühten sich um die Dienste des damaligen Mittelfeldspielers. “Jonas hat ein Riesentalent. Er kann richtig gut Fußballspielen und hat die Einstellung und den Ehrgeiz, den man als Profi braucht. Talente gibt es viele, aber in dieser Gesamtheit nicht”, wurde der damalige Sportliche Leiter der FC-U21, Stephan Engels, im April 2010 von der Saarbrücker Zeitung zitiert.

Entdeckt hat Hector jedoch Rainer Thomas, damals Co-Trainer der U21 unter Frank Schaefer und heute noch immer als Teammanager der U21 im Dienste des FC. Gemeinsam mit Marc Schädlich beobachtete Thomas den heutigen Linksverteidiger – damals noch als Zehner – persönlich in Auersmacher und lud diesen anschließend zum Training nach Köln ein. “Jonas war der dominante Spieler in Auersmacher”, erinnert sich Thomas im Gespräch mit dem GEISSBLOG nicht nur an den Tag, als er Hector auf einem Ascheplatz irgendwo im Saarland beobacht hatte.

In der Folge bemühte sich der FC intensiv um den jungen Hector, telefonierte regelmäßig mit ihm und hatte schließlich Erfolg: Bereits in der Rückrunde der Saison 2009/10 trainierte Hector einmal in der Woche am Geißbockheim mit, ehe der gebürtige Saarbrücker im Frühjahr 2010 einen Zweijahresvertrag ab der Saison 2010/11 beim FC unterschrieb.

“Ein überragend bodenständiger Junge”

Nach 63 Spielen in der zweiten Mannschaft folgte im August 2012 sein Profi-Debüt in der Zweiten Liga unter dem damaligen Trainer Holger Stanislawski, der Hector einst “so kalt wie eine Hundeschnauze” beschrieben hatte. “Jonas ist ein überragend bodenständiger Junge, der sich blitzschnell weiterentwickelt und sehr früh gezeigt hat, dass er auch defensiver spielen kann”, sagt Thomas.

Von der Zehn rutschte Hector in der zweiten Mannschaft des FC zunächst ins defensive Mittelfeld, erzielte in seiner ersten Saison aber dennoch fünf Tore und bereitete acht Treffer vor. Bei den Profis debütierte er auf der Sechs, um schließlich ab dem 13. Spieltag der Saison 2012/13 als Linksverteidiger aufzulaufen. “Er hat seine Chance genutzt und sich reingebissen”, berichtet der 58-Jährige über die Zeit, als der FC nach dem Abstieg aus der Bundesliga mitten im Umbruch steckte und der Kader große Lücken aufwies, die Hector für sich zu nutzen wusste.

Die Geschichte, die für den inzwischen 31-Jährigen folgte, ist allen FC-Fans wohl bekannt. “Alles andere ist wie im Märchen”, schwärmt auch Thomas über die Karriere, die Hector anschließend nahm. In seinem zweiten Profi-Jahr feierte Hector unter Peter Stöger den Aufstieg und wurde nur wenige Wochen nach seinem Bundesliga-Debüt von Joachim Löw für die Nationalmannschaft berufen. 43 Spiele im DFB-Trikot folgten, inklusive dem Gewinn des Conference Cup, dem entscheidenden Elfmeter im EM-Viertelfinale gegen Italien und der WM-Teilnahme in Russland.

Hector vor 300. Pflichtspiel

Doch so steil bergauf ging die Karriere von Jonas Hector nicht immer. 2018 folgte der bittere Abstieg, nachdem der FC ein Jahr zuvor mit der Qualifikation für die Europa League den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte gefeiert hatte. Und obwohl Hector die Möglichkeit gehabt hätte, weiterhin in der Bundesliga und sogar europäisch zu spielen, entschied sich der heutige Kapitän für einen Verbleib in Köln. Eine Treue, die womöglich bis zu seinem Karriereende Bestand haben wird.

Inzwischen steht Jonas Hector bei 299 Pflichtspielen für die Profis des FC. Am Samstag gegen Greuther Fürth wird der Saarländer also einen weiteren Meilenstein seiner Karriere hinzufügen können. Äußern wollte sich Hector zu seinem Jubiläum auf GEISSBLOG-Nachfrage nicht. Der Abwehrspieler meidet die Medienwelt, wann immer es geht. Stattdessen fokussiert er sich lieber auf das, was er am besten kann und am meisten mag: Fußballspielen. Und so wird Hector am Samstag in Fürth zum 300. Mal in einem Pflichtspiel für den FC auflaufen. Nur 19 Spieler, darunter auch Teamkollege Timo Horn, haben bislang die 300er-Marke geknackt.

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