Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Baumgart: “Keiner der Jungs hat zuletzt um Europa gespielt”

Steffen Baumgart will sich nach drei Siegen in Serie nicht zufrieden geben. Der 50-Jährige weiß: Das kann sich der 1. FC Köln in der knappen Tabellenkonstellation auch nicht erlauben. Deshalb wählte der Trainer nach dem 3:1-Erfolg gegen Arminia Bielefeld auch kritische Worte für die Leistung seiner Mannschaft. Der FC-Coach will unbedingt nach Europa – dafür aber müssen seine Spieler noch einmal nachlegen.

Drei Spieltage vor Schluss fällt das Rechnen schon deutlich leichter. Sieben Punkte aus drei Spielen – mit dieser Ausbeute wäre der 1. FC Köln sicher in einem europäischen Wettbewerb dabei. Drei Punkte Vorsprung auf die TSG Hoffenheim machen es möglich. Gleichzeitig ist Freiburg wieder in Reichweite (drei Punkte Rückstand), und obwohl Union Berlin sich ebenfalls keine Blöße gibt, liegen die Eisernen nur einen Punkt vor dem FC.

Alles eng beieinander also: Das lässt wenig bis gar keinen Spielraum mehr für Ausrutscher. Einen solchen verhinderte der 1. FC Köln gegen Arminia Bielefeld nur dank Marvin Schwäbes Parade in der 85. Minute gegen Ince im Eins-gegen-Eins. “Wenn das Spiel 2:2 und nicht 3:1 ausgegangen wäre, wäre es trotzdem das gleiche Spiel gewesen”, sagte Steffen Baumgart nach dem Heimsieg und meinte: Es hätte sich niemand beklagen können, wenn die Arminia noch zum Ausgleich gekommen wäre.

Hector-Schock brachte den FC aus dem Konzept

Der Grund: Der 1. FC Köln musste gegen Bielefeld mit zahlreichen Widrigkeiten kämpfen und konnte so sein Spiel nicht wie geplant durchziehen. Nach dem frühen 1:0 blieb Jonas Hector verletzt liegen und wurde über zehn Minuten behandelt. Diese längere Unterzahl brachte die durch den Rückstand überrumpelten Bielefelder sofort wieder ins Spiel. Und als dann Hector nach 29 Minuten doch ausgewechselt werden musste, war dies ein herber Dämpfer für die Ballsicherheit und die Stabilität des FC.

Natürlich lag es nicht nur an Hector, dass der FC viele Fehler im Passspiel machte (nur 73 Prozent Passquote). Bielefeld agierte mit unzähligen langen Bällen, versuchte die zweiten Bälle zu erobern und über Standards zum Erfolg zu kommen. Im Luftraum vor dem Kölner Tor herrschte reger Betrieb, und nur dank der Kölner Funktürme Hübers, Kilian und bei Standards Modeste blieben die zehn Eckbälle und zahlreichen Freistöße der Bielefelder ohne Folgen für den FC.

Man sieht den Jungs an, dass sie ans Überlegen kommen

Steffen Baumgart

Dass Steffen Baumgart hinterher zum Mahner wurde und lieber auf lobende Worte verzichtete, war die Folge einer schwierigen Partie, in denen seine Mannschaft längst nicht alles gut gemacht hatte. Das lag wohl auch am Kopf, denn so langsam wissen die FC-Spieler, welch große Chance sie wirklich haben. “Wir sind in einer sehr guten Situation in der Tabelle und über weite Strecken in unserer Leistung. Trotzdem sieht man den Jungs an, dass sie ans Überlegen kommen. Keiner von ihnen hat in der letzten Zeit mal um Europa gespielt”, sagte Baumgart.

Und weiter: “Wenn man Sechster oder Siebter ist, sollte man das Gefühl haben, dass die Jungs leichtfüßiger agieren, dass ihnen viele Sachen gelingen, dass sie auf einer Welle schwimmen. Das habe ich aber nicht gesehen.” Zwar nutzten die Geißböcke gegen Mainz und Bielefeld und auch im Derby in Gladbach die emotionale Stimmung aus der Fankurve, um sich extra zu motivieren. Der Druck, das hatte Baumgart schon vor dem Bielefeld-Spiel erklärt, hat jedoch merklich zugenommen.

Das Gute für den 1. FC Köln ist: Obwohl die Geißböcke nicht am spielerischen Limit agierten, gewannen sie die Spiele trotzdem. Gegen Mainz gelang die famose Aufholjagd in der letzten halben Stunde. In Gladbach brillierte der FC in Hälfte eins. Gegen Bielefeld waren es einzelne Momente, in denen der Fußball genau so aussah, wie sich Baumgart das wünschte. Nur eben nicht konstant über 90 Minuten. “Wir machen ja nicht alles schlecht, spielen aber nicht so, wie wir es könnten”, sagte Baumgart, der am nächsten Tag schon signalisierte, dass er das Spiel mit etwas Abstand besser bewertete als unmittelbar nach der Partie.

Doch Baumgart will die Spannung aufrecht erhalten. Zufriedenheit ist der erste Schritt zum Rückschritt. Jetzt, drei Spieltage vor Schluss, darf es aber nur noch nach vorne gehen. In Augsburg wird die Aufgabe erneut schwer. In der vergangenen Saison landete Köln erstmals nach sieben Spielen ohne Sieg beim FCA wieder einen Dreier (3:2 nach 3:0-Halbzeitführung). Im Hinspiel in dieser Saison (0:2) wurde jedoch klar, wie schwer sich der FC gegen so giftige Mannschaften wie die Fuggerstädter tut. Die Geißböcke sind also gewarnt und haben noch eine Rechnung offen. Beste Voraussetzungen, um den Spieß am Samstag herumzudrehen und die drei Punkte in die Domstadt zu entführen. Baumgart wird dafür sorgen, dass die Spieler wissen, worauf es ankommen wird.

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