Steffen Baumgart hat die deutsche Nationalmannschaft in Schutz genommen. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart hat die deutsche Nationalmannschaft in Schutz genommen. (Foto: Bucco)

Baumgart kritisiert Ex-Profis: “Erzählen lieber als auszubilden”

Während der 1. FC Köln wieder das Training aufgenommen hat, ist die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar noch in vollem Gange. Die deutsche Nationalmannschaft ist dabei bekanntlich nicht mehr vertreten. Steffen Baumgart nannte dabei eines der Kernprobleme des deutschen Fußballs.

Viele Spiele hat Steffen Baumgart von der Weltmeisterschaft in Katar bislang nicht gesehen. Aus gutem Grund: Der FC-Trainer weilte während des kurzen Urlaubes mit seiner Familie in Australien. Während es die Socceroos dabei immerhin bis ins Achtelfinale geschafft hatten und dort erst gegen Mitfavorit Argentinien ausgeschieden waren, musste die deutsche Nationalmannschaft bereits nach der Vorrunde die Segel streichen.

In das zur Zeit große Horn der Kritik wollte Baumgart aber nicht blasen. Vielmehr habe der Trainer eine Mannschaft gesehen, die es auch verdient gehabt hätte, weiterzukommen. “Ich habe die deutsche Nationalmannschaft nicht so schlecht gesehen, wie sie gemacht wird. Wir sind raus, das ist schade. Die Leistungen hätten reichen können, um weiterzukommen”, erklärte der 50-Jährige am Rande des Kölner Trainingsauftaktes. Entsprechend positiv fasste Baumgart auch die Entscheidung auf, weiterhin auf Hansi Flick zu vertrauen. “Ich freue mich, dass damit der aus meiner Sicht beste Bundestrainer, den wir haben können, weitermacht. Er kann es einfach am besten.”

Reden statt anpacken: Baumgart kritisiert Experten

Vielmehr macht der Trainer andere Gründe dafür fest, dass Deutschland nun schon zum zweiten Mal nach 2018 in der Vorrunde einer WM gescheitert ist. “Das, was uns fehlt, fehlt uns seit Jahren – und das hat nichts mit den Jungs zu tun, die jetzt in der Verantwortung sind.” Die Fehler würden derweil weitaus früher gemacht als jetzt in der A-Nationalmannschaft.

Demnach fehle laut Baumgart eine vernünftige Ausbildung der Spieler. “Wobei das nicht ganz stimmt”, korrigierte sich der FC-Coach aber gleich wieder und führte aus: “Denn in den NLZs wird gut ausgebildet. Was fehlt, ist, dass wir uns zu sehr darauf verlassen, dass Sportstudenten uns nach vorne bringen und kaum noch Fußballer haben, die in der Ausbildung arbeiten. Die Fußballer, die ausbilden könnten, erzählen lieber über die Ausbildung als selbst auszubilden. Das ist das größte Problem.”

Wie geht der FC selbst mit der Ausbildung um?

Damit kritisierte Baumgart einmal mehr die ehemaligen Fußballprofis, die nun als TV-Experten über die Nationalmannschaft urteilen, ohne jedoch selbst unterstützend tätig zu werden oder gar überhaupt einmal in einer solchen Position gearbeitet zu haben. Auch Freiburg-Trainer Christian Streich hatte jüngst den öffentlichen Umgang von ehemaligen Spielern mit der jetzigen Nationalmannschaft kritisiert.

Auch beim 1. FC Köln selbst ist dieses Thema aktuell präsent. Mit Lukas Berg als neuem NLZ-Chef sowie der Umstrukturierung innerhalb der sportlichen Abteilungen (der GEISSBLOG berichtete) werden auch am Geißbockheim neue Positionen besetzt. Mit Marco Höger weilte dabei bereits ein Ex-Profi jüngst bei zwei Heimspielen der FC-U21 vor Ort. Der ehemalige Kölner Mittelfeldspieler, der sich gerade von einem Kreuzbandriss erholt, soll bekanntlich zukünftig beim FC eingebunden werden. Auch Marcel Risse wäre nach seinem Karriereende genauso ein logischer Kandidat für einen Posten im FC-Nachwuchs wie Matthias Lehmann. Insofern wird es insbesondere nach Baumgarts jüngsten Aussagen spannend zu beobachten, wie sich die Kölner selbst in ihrer Ausbildungsstätte personell aufstellen werden.

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