Einzelkritik: Drei Zweien, aber zwei FC-Stars enttäuschen

Ausgelassener Jubel beim FC nach dem Siegtor gegen die Hertha. (Foto: Bucco)
Ausgelassener Jubel beim FC nach dem Siegtor gegen die Hertha. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln zieht in einem DFB-Pokal-Krimi ins Viertelfinale ein. Gegen die Hertha (2:1 n.V.) steht die Defensive, nach vorne gelingt jedoch lange nichts. Bis Florian Kainz und Dejan Ljubicic das Spiel entscheiden. Die Noten und Zeugnisse der FC-Profis in der Einzelkritik.

Tor & Abwehr

Marvin Schwäbe

Es war diese eine Szene in der 53. Minute, die Schwäbe an diesem Abend so wertvoll machte. Als Cuisance von rechts in die Mitte zog und flach ins lange Eck schlenzte. Als Schwäbe abtauchte und den Ball mit dem langen Arm herausfischte. Das war die Szene, in der der FC-Keeper auf der Höhe war und sein Team im Spiel hielt. Ansonsten hatte er kaum zu tun, war beim Elfmeter machtlos.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Julian Pauli

Ganz bittere Partie für den Youngster: Pauli begann wie immer in der Dreierkette und hatte in der 5. Minute nach einer Ecke die Chance zum 1:0, köpfte drüber. Wurde dabei aber übel am Kopf getroffen. Konnte zunächst weitermachen – und verursachte nur Augenblicke später den Elfmeter zum 0:1 (10.). Dann aber sank er nach 16 Minuten zu Boden. Es ging nicht mehr weiter.
GEISSBLOG-Note: keine Note

Timo Hübers

Der Kapitän erlebte eine schwierige Partie. Kassierte den Kopfstoß von Zeefuik, der daraufhin mit Rot vom Platz flog, sah dabei aber auch Gelb (26.). Sehr vorsichtig im Aufbauspiel, stand tiefer als nötig. Zusammen mit Olesen von hinten heraus zu zaghaft und zögerlich im Passspiel. Dafür aber mit guter Restverteidigung und aufmerksam in den Zweikämpfen. Scheiterte an Ernst per Kopfball nach Ecke (118.).
GEISSBLOG-Note: 4,0

Dominique Heintz

Wieder ein souveräner Auftritt des Routiniers. Flankte mustergültig auf Lemperle, der per Kopf vergab (15.). Sah nach einem unnötigen Gerangel mit Niederlechner Gelb (28.). Legte mit seiner Hüfte das Eigentor zum 1:1 auf. Musste nach einer Diskussion mit Schiri Reichel fortan aufpassen (44.), nach einem Foul an Kenny wurde es gar zu einem Ritt auf der Rasierklinge (67.). Dafür aber fast fehlerfrei, auch wenn seine Passwege immer wieder gut von Hertha zugestellt wurden. Ging aus taktischen Gründen in der Verlängerung für Downs vom Feld.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Benotet die FC-Spieler!

Mittelfeld

Jan Thielmann

Thielmann rückte für Waldschmidt in die Startelf und spielte auf rechts – Ljubicic rückte dafür auf die Zehn. Hatte mit Scherhant einen gefährlichen Gegenspieler, den er auch in Überzahl aufmerksam bewachen musste. Arbeitete weitgehend aufmerksam zurück, konnte aber offensiv nur selten so stark flanken wie vor Mainas Chance (39.) oder wie er beinahe das zweite Eigentor erzwang, als er rechts durchbrach (56.).
GEISSBLOG-Note: 4,0

Eric Martel

Martel begann auf der Doppelsechs, rückte aber wegen Paulis Verletzung früh in die Dreierkette zurück. War dort gegen Niederlechner und später Reese fast immer der Sieger und zeigte, warum er aktuell der beste Zweikämpfer der 2. Bundesliga ist. Bestes Beispiel, wie er im Eins-gegen-Eins Scherhant abkochte (114.). Einziges Manko: Im Passspiel war er zwar sicher, doch ging er nur selten ins Risiko. In Überzahl hätte er noch häufiger vertikal spielen können.
GEISSBLOG-Note: 2,5

Denis Huseinbasic

Huseinbasic hatte es schwer. Der zentrale Mittelfeldspieler musste defensiv mit Cuisance immer wieder kämpfen. Offensiv fand er nur selten die Räume und Pässe, die ihn auszeichnen können. Machte das Spiel nicht so schnell, wie es nötig gewesen wäre, um den Hertha-Block auseinander zu spielen. Nach etwas mehr als einer Stunde vom Feld.
GEISSBLOG-Note: 4,5

Max Finkgräfe

Erstmals seit Ulm stand Finkgräfe wieder in der Startelf – weil Struber im Vorfeld geflunkert hatte, wie der FC-Trainer später gestand. Schon nach vier Minuten im Mittelpunkt, als er vor der Linie mit Risiko rettete, um Sekunden später den Ball vorschnell abzuhaken und Berlin so eine zweite Chance zu geben. Verspielte eine riesige Konterchance, weil er sich zu spät vom Ball trennte (27.). Hatte danach Pech, als er nach Maina-Ablage nur die Latte traf (34.). Insgesamt offensiv auffällig und defensiv häufig mit dem Fuß davor. Kann noch mehr, zeigte aber, dass mit ihm zu rechnen ist.
GEISSBLOG-Note: 3,5

Dejan Ljubicic

Was für ein Spiel für Dejan Ljubicic! Der Österreicher stand erst unter Schock, als der in der 100. Minute aus einem Meter auf den Ball trat, statt ihn ins komplett leere Tore zu schieben. Eine unfassbare Szene, von der sich andere Spieler nicht erholen. Doch er wollte den Sieg unbedingt – und auch den Siegtreffer erzielen. Scheiterte am starken Ernst mit seinem Schuss aus 20 Metern (117.). Dann übernahm er die große Verantwortung und traf in der 120. Minute mit dem Elfmeter zum umjubelten Sieg.
GEISSBLOG-Note: 2,0

Mathias Olesen

Olesen kam nach 16 Minuten für Pauli und ging für Martel auf die Sechs. Musste insbesondere auf Maza aufpassen. Defensiv aufmerksam. Ihm fiel im Ballbesitz aber praktisch nichts ein, machte das Spiel langsam, suchte viel zu selten die Tiefe. Hatte das 2:1 auf dem Kopf, zielte aber zu hoch (74.).
GEISSBLOG-Note: 4,5

Leart Pacarada

Pacarada kam in der 64. Minute für Finkgräfe. Flankte sich bei lange Zeit katastrophaler Strafraum-Besetzung einen Wolf, ehe er auf flache Vertikalpässe umstellte und damit viel mehr Gefahr brachte.
GEISSBLOG-Note: 3,5

Florian Kainz

Kainz übernahm für den ausgepowerten Thielmann, schickte Ljubicic nach rechts und ging selbst auf die Doppelsechs. Hatte das 2:1 auf dem Fuß, als Maina ihm die Kugel 18 Meter vor dem Tor servierte – schlenzte aber drüber (101.). Trug den Konter vor, der Ljubicic fast das 2:1 bescherte (117.). Holte dann den Sieg-bringenden Elfmeter in der 119. Minute mit einem starken Einsatz gegen Christensen heraus.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Angriff

Linton Maina

Maina begann furios. Legte mit Übersicht per Hacke für Huseinbasic auf (2.) und war an fast allen guten Aktionen zu Spielbeginn beteiligt. Legte dank guter Ballkontrolle für Finkgräfe auf und wurde nur eine Minute später von Leistner knapp am Handspiel vorbei geblockt (36.). Verzog nur knapp aus 17 Metern (39.). Unermüdlich arbeitete er auch in der Verlängerung noch sprintend mit zurück und eroberte Bälle.
GEISSBLOG-Note: 2,5

Tim Lemperle

Lemperle hätte früh zum Matchwinner werden können. Hatte die Riesenchance auf das 1:0 nach nur 45 Sekunden, als er einen Rückpass abfing, aber überhastet abschloss. Eroberte nur Sekunden später den Ball vor Huseinbasics Großchance (2.). Hätte das 1:1 erzielen müssen, als er aus acht Metern frei zum Kopfball kam (15.). Sein Kopfball nach Ecke führte dann zum 1:1. Kassierte eine dumme Gelbe Karte wegen Ballwegwerfens (60.). Köpfte eine Ecke freistehend über die Latte (112.). Hielt bis zum Schluss durch und lief auch in der 120. Minute noch aktiv an.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Luca Waldschmidt

Waldschmidt kam in der 64. Minute für Huseinbasic, übernahm die Zehn und schob Ljubicic zurück auf die Doppelsechs. Starke Bewegung, als er für Lemperle auflegte (73.). Nahm sich aus 22 Metern ein Herz, aber knapp drüber (105.). Insgesamt ein sehr bemühter Auftritt, bei dem man sah, wie wichtig er auf engem Raum sein kann.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Damion Downs

Downs kam in der Verlängerung für Heintz – es war Strubers Zeichen zum letzten Angriff. Bekam seine Chance nach Lemperle-Ablage, doch Ernst fischte die Kugel raus (111.).
GEISSBLOG-Note: keine Note

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