150 statt 50.000 Fans: Ex-FC-Talent spielt nach Winter-Transfer in 6. Liga

Meiko Wäschenbach trainierte in der Hinrunde mit den Profis des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Meiko Wäschenbach trainierte in der Hinrunde mit den Profis des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Als einer von acht Spielern hat Meiko Wäschenbach den 1. FC Köln im vergangenen Winter verlassen. Sein Start beim Karlsruher SC verläuft holprig. Aktuell sammelt der ehemalige U19-Kapitän der Geißböcke Spielpraxis in der sechstklassigen Verbandsliga.

Meiko Wäschenbach hatte vor der Saison von seinem Profi-Debüt beim 1. FC Köln geträumt, von Spielen vor 50.000 Fans im RheinEnergieStadion. Die Realität hieß am vergangenen Wochenende stattdessen: Sepp-Herberger-Stadion Weinheim, Kunstrasen, 150 Zuschauer. Nach seinem Winterwechsel zum Karlsruher SC darf das Eigengewächs der Geißböcke derzeit nur in der Verbandsliga ran.

Wäschenbach, der es beim FC unter Gerhard Struber lediglich am ersten Spieltag gegen den HSV in den Spieltagskader geschafft und anschließend Spielpraxis in der Regionalliga West (zehn Einsätze) gesammelt hatte, lief zuletzt zweimal für die Zweitvertretung des KSC in der 6. Liga auf. Dort heißen die Gegner VfB Bretten oder TSG 1862/​09 Weinheim.

Wäschenbach will „ab Sommer durchstarten“

Gegenüber dem Portal meinKA hatte Wäschenbach Anfang Februar erklärt: „Für mich ist das Ziel, hier gut reinzukommen und im ersten halben Jahr noch so viel Spielzeit wie möglich zu sammeln, um dann ab dem Sommer richtig durchzustarten.“ Profi-Trainer Christian Eichner nominierte ihn allerdings erst einmal für den Zweitliga-Kader, beim 3:1 gegen Magdeburg saß der 21-Jährige auf der Bank.

Sportdirektor Sebastian Freis hatte Ende Januar von einem „Vorgriff für den Sommer“ gesprochen und ergänzt: „Durch den Winterwechsel bekommt Meiko die notwendige Eingewöhnungszeit bei uns für diesen Schritt, aber wir haben ebenso die Überzeugung, dass er den Konkurrenzkampf im Mittelfeld direkt erhöhen kann.“ Zumindest letzteres scheint nicht der Fall zu sein.

Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass er bei uns nicht die Chance haben wird, sich nachhaltig im Profikader zu etablieren.

Thomas Kessler

Laut der Online-Tageszeitung ka-news wurde Trainer Eichner nicht wirklich in die Transfer-Vorhaben involviert. Bei Wäschenbachs Verpflichtung sollen auch innerhalb der sportlichen Leitung „unterschiedliche Ansichten“ existiert haben. Irritationen soll es geben, weil das Trainerteam eigentlich einen körperlich starken Sechser gefordert hatte. In diese Kategorie fällt der technisch versierte und offensiver ausgerichtete Wäschenbach gewiss nicht.

Dem Bericht zufolge erhält der Ex-Kölner in dieser Rückrunde ein monatliches Gehalt von etwas unter 10.000 Euro – wie zuletzt beim FC. Mit Beginn der neuen Saison soll sich sein Salär verdoppeln. Offenbar hatten die KSC-Verantwortlichen mit einer Anlaufzeit gerechnet.

KSC-Kontakt bestand schon länger

Bereits im vergangenen Sommer, als über eine Leihe Wäschenbachs nach Karlsruhe spekuliert worden war, hatten die Badener dem FC nach GEISSBLOG-Informationen signalisiert, dass sie dem Mittelfeld-Talent keinesfalls Spielpraxis oder einen Kader-Platz zusichern könnten. Nun liegt es an ihm selbst, das zu ändern.

Am Geißbockheim hatte man Wäschenbach nach fünfeinhalb gemeinsamen Jahren, inklusive des Highlights DFB-Pokalsieg als U19-Kapitän, nicht den dauerhaften Sprung nach oben zugetraut. „Nach ausführlichen Gesprächen und einer Bewertung seiner sportlichen Perspektive sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass er bei uns nicht die Chance haben wird, sich nachhaltig im Profikader zu etablieren“, so die Abschiedsworte von Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler. Ob Wäschenbach diese Chance beim KSC hat, werden die nächsten Monate zeigen.

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