Titel und geplatzte Träume: So lief die Saison der FC-Abgänge

Für Urbig und Chabot verlief die Saison besser als für Schmid (Foto: IMAGO / Christian Schroedter, Sportfoto Rudel, Picture Point)
Für Urbig und Chabot verlief die Saison besser als für Schmid (Foto: IMAGO / Christian Schroedter, Sportfoto Rudel, Picture Point)

Nach dem Abstieg des 1. FC Köln aus der Bundesliga haben im vergangenen Sommer einige Profis neue Herausforderungen gesucht. Während einige von ihnen in der Saison 2024/2025 Titel sammelten, kämpfen andere mit Verletzungen oder blieben hinter den Erwartungen zurück.

Was nach dem Abstieg 2024 auf dem Papier zunächst nach einem Neuanfang klang, entwickelte sich für manche Abgänge des 1. FC Köln zur Erfolgsgeschichte, für andere zum Geduldsspiel. Einige Spieler nutzten ihren Wechsel, um gleich mehrere Titel zu sammeln, andere haben ihre neuen Rolle noch nicht gefunden.

In Stuttgart zwischen Erfolg und Enttäuchung

Jeff Chabot wechselte zum VfB Stuttgart und wurde dort direkt zum Leistungsträger. In 31 Bundesliga-Spielen und acht Champions-League-Einsätzen überzeugte der Innenverteidiger mit drei Treffern und vor allem konstant starken Leistungen. Krönender Abschluss seiner überzeugenden Saison war der Gewinn des DFB-Pokals. Kassierte der FC rund 4,5 Mio. Euro Ablöse, ist der frühere Kölner Abwehrchef nun schon zwölf Mio. Euro wert.

Ganz anders verlief das Jahr für Justin Diehl, der ablösefrei den Weg nach Stuttgart ging. Der 20-Jährige hatte einmal mehr in seiner noch jungen Karriere mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen und fand sportlich keinen Anschluss. Sechs Einsätze in der Bundesliga, sieben in der zweiten Mannschaft und zwei im DFB-Pokal standen am Ende zu Buche. Ein Titel, ja, aber Diehl stand im Finale in Berlin nicht im Kader.

Durchbruch und Relegation

Davie Selke feierte mit dem Hamburger SV eine persönliche Bestleistung: Mit 22 Toren in 31 Zweitliga-Spielen wurde er nicht nur Torschützenkönig der 2. Bundesliga, sondern war auch ein entscheidender Faktor beim Bundesliga-Aufstieg des Traditionsclubs. Der Mittelstürmer zeigte stets, was dem FC in der vergangenen Saison fehlte: die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Derweil zog es Benno Schmitz im vergangenen Sommer zu den Grasshoppers Zürich, wo er in 30 Pflichtspiel-Einsätzen mit sieben Assists überzeugen konnte. In der Relegation der Super League zeigte der Rechtsverteidiger seine Klasse mit zwei weiteren Vorlagen, die letztlich mitentscheidend zum Klassenerhalt beitrugen. Eine Saison mit Höhen und Tiefen, aber positivem Ende für den einstigen „Kölschen Cafu“.

Vom FC-Talent zum Bayern-Meister

Jonas Urbig startete beim 1. FC Köln in die Zweitliga-Saison als Stammkeeper. Ende Oktober verlor er dann jedoch seinen Platz im Tor an Marvin Schwäbe – ein herber Rückschlag für das große Torwarttalent. Im Winter folgte dann der nicht mehr abzuwendende Transfer. Der FC Bayern München verpflichtete Urbig als Vertretung von Manuel Neuer.

Der 21-Jährige nutzte seine Chance. In der Rückrunde kam er auf insgesamt zwölf Pflichtspieleinsätze für den Rekordmeister, darunter vier Partien in der Champions League. Weit mehr Einsätze, als er sich anfangs hätte erhoffen können. Am Ende der Saison durfte er sich nicht nur über die Deutsche Meisterschaft mit den Bayern freuen, sondern auch über den Titel des Zweitligameisters, den er in der Hinrunde mit dem FC auf den Weg gebracht hatte. 

Verletzungspech und verpasste Chancen

Maximilian Schmid verließ im Winter den 1. FC Köln und suchte beim Drittligisten Erzgebirge Aue seine Chance. Der 22-jährige Stürmer kam in elf Spielen zum Einsatz und fand langsam in die Mannschaft, bis ihn im April ein Riss des Syndesmosebands stoppte. Eine bittere Zäsur, gerade als seine Entwicklung Fahrt aufnahm. Schmid wird noch länger ausfallen.

Auch Meiko Wäschenbach hatte sich vom Winter-Wechsel zum Karlsruher SC mehr erhofft. Nach seinem Start in der Regionalliga beim FC reichte es in Karlsruhe ab Januar nur zu zwei Zweitligaeinsätzen – immerhin seinem Profi-Debüt – und sechs Spielen in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga. Der 21-jährige Mittelfeldspieler will sich im Sommer beim KSC in der Vorbereitung empfehlen und hofft auf eine bessere Rolle 2025/26.

Ohne Perspektive: Vertragsauflösung

Für Nikola Soldo verlief die zurückliegende Saison auf ganzer Linie frustrierend. Der bei den Profis in der Vorbereitung aussortierte Innenverteidiger spielte in der Hinrunde auch in der U21 des FC keine Rolle und kam nur auf 16 (!) Minuten Einsatzzeit in der Regionalliga West. Im Winter folgte die Vertragsauflösung, seitdem ist der 24-Jährige vereinslos. Der Tiefpunkt für den Kroaten, der bis heute keinen neuen Club gefunden hat.

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