Lag Keller wieder daneben? Winter-Transfers sind noch keine Hilfe

Christian Keller in Karlsruhe. (Foto: IMAGO / Eibner)
Christian Keller in Karlsruhe. (Foto: IMAGO / Eibner)

Nach einem Jahr Transfersperre konnte der 1. FC Köln im Januar endlich wieder transferieren. Sportchef Christian Keller musste liefern. Doch nach zwei Monaten fällt die Bilanz der Wintertransfers noch ernüchternd aus.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Diese Chance sollte Christian Keller bekommen. Nach der Transfersperre, nach dem Abstieg und mit einer langen Vorbereitungszeit sollte der Sportchef des 1. FC Köln im Januar 2025 zeigen können, dass er die richtigen Neuzugänge für die Geißböcke finden kann, um den Aufstieg im Sommer 2025 noch wahrscheinlicher zu machen. Das war der ausdrückliche Wunsch des Vorstands um Präsident Werner Wolf.

Nach acht Pflichtspielen im neuen Jahr fällt die Zwischenbilanz der jüngsten Keller-Transfers allerdings ernüchternd aus. Anthony Racioppi als Nummer zwei hinter Marvin Schwäbe mal ausgenommen – der Torhüter ist bislang nicht seriös zu bewerten –, holte Keller drei Spieler als Soforthilfen, von denen nur einer bislang einen soliden Eindruck hinterließ.

Nur Schmied hilft wegen Paulis Ausfall

Von seinem Handspiel-Blackout gegen Düsseldorf abgesehen, spielte Joel Schmied einen zumeist unaufgeregten, robusten Part, allerdings ohne zu glänzen oder spielerische Akzente zu setzen. Zumindest konnte er Julian Pauli ohne Schluckauf oder Leistungsabfall ersetzen, was man allerdings bei einer Ablöse von über zwei Millionen Euro auch durchaus hätte erwarten können.

Viel enttäuschender ist bislang die Leistung von Jusuf Gazibegovic, angekündigt als herausragender Mentalitätsspieler mit großen Qualitäten defensiv wie offensiv. Der Rechtsverteidiger kommt im aktuellen System noch überhaupt nicht klar, bis auf eine anständige Leistung gegen Düsseldorf fiel der Bosnier erstaunlich ab. In dieser Formation wäre Jan Thielmann eine mindestens ebenso gute Alternative, doch dem Eigengewächs haben die Verantwortlichen in den letzten Monaten durch die falsche Position und falsches Erwartungsmanagement offenbar jegliches Selbstvertrauen genommen.

Sechs Millionen, aber keine Soforthilfen

Und jüngst konnte auch Imad Rondic in seinen ersten Einsätzen nicht zeigen, warum Keller ihn verpflichtet hat. Erstaunlich, dass der Sportchef in Karlsruhe plötzlich nichts mehr davon wissen wollte, dass der Bosnier eine „Soforthilfe“ sein sollte. Hat der Sport-Geschäftsführer womöglich schon selbst gemerkt, dass er mit dem 26-Jährigen keinen Spieler geholt hat, der dem FC von jetzt auf gleich weiterhelfen kann?

Rund sechs Millionen Euro hat der FC im Winter ausgegeben. Nach acht Pflichtspielen in 2025 konnte noch keiner der Spieler nachweisen, dass sie ihr Geld wert waren. Das mag ein sehr kurzer Zeitraum für eine Bewertung sein, doch der FC hat auch keine Zeit. Diese Spieler sollten sofort weiterhelfen, sollten sofort die Chance auf den Aufstieg erhöhen, sollten sofort echte Alternativen sein und Verletzungssorgen auffangen. Nichts davon ist bislang eingetreten. Das muss sich Keller ankreiden – und der ohnehin schon überaus dürftigen Transferbilanz seiner bisherigen Amtszeit hinzufügen.

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