Der 1. FC Köln steht nach dem Sieg beim SC Paderborn im Aufstiegsrennen gut da. Doch mit Hertha BSC kommt die nächste große Hürde. Die Geißböcke tun gut daran, die nachvollziehbaren Hoffnungen im Umfeld zu ignorieren.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Es gibt gute Gründe, warum Fans wie Medien aktuell über die Aufstiegschancen des 1. FC Köln spekulieren. Auch der GEISSBLOG fragt sich: Wie viele Punkte brauchen die Geißböcke noch, um die Rückkehr in die Bundesliga perfekt zu machen? Diese Diskussionen gehören im Tagesgeschäft des Profifußballs dazu.
Wenn eine Mannschaft sieben Spieltage vor Schluss gegen einen direkten Konkurrenten gewinnt, sich an die Tabellenspitze setzt und nun vier beziehungsweise fünf Punkte vor Platz drei und vier liegt, dann ist diese Mannschaft der natürliche Top-Favorit auf den Aufstieg. Das wissen alle Beteiligten, am meisten die Verantwortlichen und Spieler.
Der Druck steigt noch einmal
Der 1. FC Köln muss mit der Favoritenrolle schon seit dem 1. Spieltag umgehen. Das ist dem Team von Gerhard Struber an vielen Spieltagen der Saison bislang gut gelungen. Ohne diese Stärke stünden die Geißböcke nicht auf Rang eins. Doch nun steigt dieser Druck noch einmal. Nach dem Sieg in Paderborn kann sich der FC nur noch selbst schlagen.
Nun aber kommt mit Hertha BSC einer der gerade wohl unangenehmsten Gegner der Liga mit neuem Trainer und wiedererstarktem Star-Spieler. Womöglich hilft es dem FC sogar, dass gerade jetzt eine echte Hürde nach Müngersdorf kommt. Die Sinne im FC-Team dürften geschärft sein, das Bewusstsein für eine hochkonzentrierte Leistung eher gegeben als gegen ein echtes Kellerkind der Liga.
Die große Kunst im Saisonendspurt
Daher tut Struber gut daran, den Fokus einzig und alleine auf Samstagabend zu richten und intern jegliche Rechnereien zu unterbinden. Das tun Fans und Medien ohnehin schon, und das dürfen diese auch. Schließlich ist dieses Rechnen Ausdruck der großen Hoffnung, dass es tatsächlich mit dem Traum von der Rückkehr in die Bundesliga klappen könnte. Eine Hoffnung, die nie so groß war wie nach dem Sieg in Paderborn.
Diese von außen auf den FC einströmenden Hoffnungen zu ignorieren und sich einzig auf die Hertha zu konzentrieren, wird zur Meisterprüfung für Trainer und Spieler. Das ist die Kunst in der Schlussphase einer Saison, wenn es um alles geht, um das große Ziel, um die letzten Punkte, die es noch braucht. Egal, ob es am Ende noch 13 oder 16 Punkte sein müssen. Jeder Punkt zählt, und die ersten drei gibt es am Samstagabend zu holen.
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