Der 1. FC Köln kann sich erneut bei der Konkurrenz bedanken, dass die Geißböcke weiter mit vier Punkten Vorsprung auf Rang zwei stehen. Doch erneut hat der FC Punkte liegen gelassen, weil Trainerteam und Mannschaft die größten Probleme nicht in den Griff kriegen.
Das Rechnen geht weiter. Der 1. FC Köln hat vier Punkte Vorsprung auf Elversberg und Düsseldorf, fünf Zähler auf Magdeburg und Kaiserslautern. Bei nur noch fünf Spielen und 15 offenen Punkten ist dieser Vorsprung noch nicht vorentscheidend, doch er könnte es bereits sein. Hätte der FC gegen Hertha BSC nicht verloren und nun in Fürth mehr als nur Unentschieden gespielt, könnten die Planungen für die Bundesliga bereits laufen.
Das aber geht noch nicht. Der Grund: Mannschaft und Trainerteam haben große Probleme und kriegen diese nicht in den Griff. Gerhard Struber ist gefragt, mit seinen Spielern Lösungen zu finden. Auch wenn dies bei nur noch fünf Trainingswochen in dieser Saison eine große Aufgabe ist.
1. Fehlender Plan B
Das größte Problem ist die Spielschwäche der Geißböcke – offensiv wie defensiv. Gegen Fürth ließ sich der FC nach einer guten Anfangsphase von dem Gegentor komplett aus dem Konzept bringen. Vorne liefen die Spieler an, während sie hinten lieber tiefer standen. Im Mittelfeld fehlte jeglicher Zugriff, vor allem aber fehlten die Führungsfiguren auf und neben dem Platz, die eingriffen und die Mannschaft wieder zur Ordnung riefen.
Das galt auch für das Offensivspiel. Als Marvin Schwäbe Mitte der ersten Hälfte jeden Ball von hinten lang nach vorne schlug, kam dieser sofort wieder zurück. Dem FC fehlte jegliche Idee, um sich dem Fürther Pressing zu entziehen. Kurzum: Es fehlte ein Plan B.
2. Formschwankungen
Dazu kam, dass mehrere Spieler beim FC seit Monaten starken Leistungsschwankungen ausgesetzt sind. Florian Kainz ließ sich beim 0:1 nicht zum ersten Mal in dieser Saison am eigenen Strafraum mit einem einfachen Haken aus dem Spiel nehmen, als hätte er noch nie einen Zweikampf bestritten. Luca Waldschmidt bekam bis zu seinem Elfmetertor praktisch keinen Ball.
Tim Lemperle konnte sich kaum durchsetzen, obwohl er Bundesliga spielen will. Dejan Ljubicic ist seit Wochen nur Joker, obwohl er eigentlich ein Unterschiedsspieler sein sollte. Und Jan Thielmann wurde von den Verantwortlichen durch die Versetzung auf die ungeliebte Position rechts so gebrochen, dass er kaum noch wiederzuerkennen ist. Würden sie auch nur in der Nähe ihrer möglichen Form spielen, der FC stünde längst als Aufsteiger fest.
3. Chancenverwertung
Selbst ohne Plan B und ohne formstarke Unterschiedsspieler hätte der FC die Spiele gegen die Hertha und Fürth gewinnen können. Der Grund: Die Chancen waren da. Der FC aber hat in den letzten 13 Spielen nicht ein einziges Mal mehr als zwei Tore in einem Spiel erzielt. Zwölf Tore in diesen 13 Spielen sind eine unterirdische Quote für einen Aufstiegskandidaten.
Der FC muss in den letzten Wochen der Saison seine Chancenverwertung deutlich verbessern. Das hat vor allem mit Konzentration zu tun, nicht mit der Qualität der Spieler. Sie alle haben unter Beweis gestellt, dass sie als Torjäger in Erscheinung treten können. In den letzten Spielen müssen sie es nun wieder unter Beweis stellen.
Fazit
Der 1. FC Köln hat alle Chancen, in die Bundesliga zurückzukehren. Die nächsten beiden Heimspiele gegen Preußen Münster und Jahn Regensburg können die Grundlage für diesen Erfolg legen. Durch die Stärke auf fremden Plätzen (zweitbestes Auswärtsteam der Liga) muss der FC auch vor Hannover und Nürnberg nicht bange sein. Für diesen Erfolg jedoch braucht der FC Stabilität. Eine Stabilität, die es zuletzt nicht mehr gab. Findet Struber mit seinem Team dahin zurück, hält der FC alle Trümpfe in der Hand.








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