„Ein andermal, versprochen!“ Fans machen sich über DFB-Strafen lustig

Konfetti-Regen in der Südkurve gegen Münster. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)
Konfetti-Regen in der Südkurve gegen Münster. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)

Die Ultras des 1. FC Köln haben im Heimspiel der Geißböcke gegen Preußen Münster Humor bewiesen. Die Fans machten sich über die Geldstrafe des Deutschen Fußball-Bundes lustig und sorgten kurzzeitig für Sorgen beim FC.

Die zweite Halbzeit zwischen dem 1. FC Köln und Preußen Münster sollte in diesem Augenblick beginnen, da reihten sich zahlreiche Fans der Geißböcke auf dem Zaun in der Südkurve auf. Allesamt mit Masken, allesamt mit verdächtigen Gegenständen in der Hand. Gemeinsam zählten sie von zehn runter und „zündeten“ dann ihre Kanonen.

Doch es handelte sich dabei nicht um Pyrotechnik – keine Fackeln, keine Raketen, keine Rauchtöpfe. Am Ende flog buntes Konfetti in die Luft und färbte die Südkurve farbenfroh ein. Freude bei den Fans, Erleichterung bei den Verantwortlichen und ein Schmunzeln auf vielen Gesichtern in Müngersdorf. Es war eine gelungene Aktion der Ultras.

Folge der 300.000-Euro-Strafe

Wenn auch mit einem ernsten Hintergrund. Immerhin hatte der DFB den 1. FC Köln unter der Woche wieder zu einer hohen Geldstrafe verdonnert. Rund 300.000 Euro müssen die Geißböcke für die Vergehen ihrer Anhänger zahlen, vor allem für das Feuerwerk im DFB-Pokal gegen Hertha BSC.

Eine Strafe, die von den Ultras bekanntermaßen bewusst provoziert wird, vom DFB aus Überzeugung ausgesprochen und vom FC seit Jahren erfolglos bekämpft wird. Der Leidtragende ist trotzdem der Club, und so tun die 300.000 Euro den Geißböcken einmal mehr weh, und die Androhung des DFB, den FC bei den nächsten gravierenden Vorfällen auf Bewährung zu setzen, hilft da keineswegs.

Drei Banner in kurzer Folge

So aber nahmen sich die Fans an Ostersonntag selbst nicht zu ernst, indem sie ihre Aktion bereits mit mehreren Minuten Vorlaufzeit angekündigt hatten. Zunächst erschein ein Banner mit den Worten „Eure Strafen zünden nicht…“ in der Südkurve. Gleichzeitig verschwanden zahlreiche FC-Fans unter drei großen Fahnen. Ein klares Zeichen, dass man sich anonym verkleidete und maskierte.

Es folgte kurz vor dem Anpfiff der zweiten Hälfte ein zweites Banner: „…sondern wir“. Nun befürchtete so mancher in Müngersdorf, dass in wenigen Augenblicken die Südkurve einmal mehr brennen würde. Doch dann kam das Konfetti – und damit verbunden ein drittes Banner mit den Worten: „Ein Andermal, versprochen!“

Bunte Abwechslung in festgefahrener Situation

Das Versprechen werden die FC-Fans halten, das gilt als gesichert. Ebenso wie die fortlaufenden Strafen des DFB gesichert sind. Die Fronten sind verhärtet, gesprochen wird nur übereinander. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Der FC setzt sich für eine Teillegalisierung von Pyrotechnik ein. Gebracht hat das Engagement bisher nichts. Was bleibt, sind die Pyro-Shows und die Strafen. Da war der Konfetti-Regen an Ostersonntag eine bunte und willkommene Abwechslung.

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