Mit dem 3:1-Erfolg gegen Preußen Münster ist der 1. FC Köln am Sonntagnachmittag auf Platz eins geklettert und der Rückkehr in die Bundesliga einen großen Schritt nährgekommen. Der souveräne Heimsieg war das Produkt einer geschlossenen Mannschaftsleistung – ohne Ausfälle. Dementsprechend sehen auch die Noten aus.
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Kinsombis Aufsetzer diente dem zuletzt so starken Torhüter zum Warmwerden, auch beim anschließenden Versuch von Makridis aus spitzem Winkel war Schwäbe auf der Höhe (7.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es dann wieder Kinsombi, der ihn prüfte (49.) – anschließend war Schwäbes entspannter Arbeitstag quasi beendet. Überwinden konnte ihn an diesem Nachmittag nur der eigene Mitspieler, denn bei Timo Hübers‘ Eigentor war nichts zu machen.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Jan Thielmann
Eigentlich hatte Thielmann selbst das Rechtsverteidiger-Experiment für gescheitert erklärt – nun musste das Eigengewächs doch wieder auf dieser Position in der Viererkette ran und startete wacklig, als er sich im eigenen Strafraum von Makridis vernaschen ließ (7.). Dann aber schaltete der U21-Nationalspieler in den Vorwärtsgang und legte mit einer Hereingabe an den Fünfer die Führung auf. Das blieb längst nicht sein einziger gefährlicher Vorstoß, unermüdlich schaltete sich Thielmann immer wieder ein und bereitete den Preußen arge Probleme. In der Defensive blieb es bei dem einen Wackler, in der zweiten Halbzeit erhielt er sogar Szenenapplaus für eine rettende Grätsche im eigenen Sechzehner (68.).
GEISSBLOG-Note: 2,0
Timo Hübers
Nach drei Spielen Pause aufgrund eines Magen-Darm-Infekts kehrte Hübers direkt in die Startelf zurück. Anfangs ohne Probleme, dann der Pechvogel beim Ausgleich: Joshua Mees entwischte dem FC-Kapitän im Rücken, anschließend fälschte Hübers dessen Hereingabe unglücklich und unhaltbar für Schwäbe zum 1:1 (39.) ab. Einen großen Vorwurf konnte man ihm bei dem Eigentor nicht machen, da er Mees eigentlich gestellt hatte. Aus der Bahn werfen ließ sich der Innenverteidiger nicht, Hübers ging gegen weitestgehend harmlose Gäste mit einer perfekten Zweikampfquote von 100 Prozent vom Rasen.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Dominique Heintz
Nach seinem kurzfristigen Aus in Fürth stand auch Heintz wieder in der Anfangsformation. Viel zu tun bekam der linke Innenverteidiger nicht, Münster probierte es – wenn überhaupt – über die rechte Kölner Abwehrseite. So stand in Heintz‘ Bilanz letztlich nur ein einziger Zweikampf. Seine eröffnenden Pässe (Passquote 90 Prozent) halfen dem FC im Spielaufbau.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Leart Pacarada
Der defensiv kaum geforderte Linksverteidiger hätte sich seinen ersten Scorer-Punkt der Rückrunde verdient gehabt, als er Downs mit einem mustergültigen Pass hinter die Münsteraner Abwehrreihe bediente (3.). Genau wie Thielmann auf der rechten Seite trieb Pacarada immer wieder mit an und nutzte den Platz, dem ihm die Münsteraner gaben, aus. Vor dem Elfmeter zum 2:1 bediente er Martel.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Julian Pauli (ab 88. Minute)
Nach seinem unverhofften Startelf-Einsatz in Fürth erhielt Pauli gegen Münster nur ein paar Minütchen, löste kurz vor Spielende Heintz ab und brachte den Sieg mit über die Zeit.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Meiko Sponsel (ab 90+4. Minute)
Sponsel stand statt Marvin Obuz im Kader und erlebte einen besonderen Ostersonntag. In der Nachspielzeit beschenkte Gerhard Struber den langjährigen Kölner Nachwuchsakteur, der den Club zum Saisonende mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen wird, mit einem Profi-Debüt vor 50.000 Fans.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Mittelfeld
Eric Martel
Martel begann erstmals seit Anfang März wieder als klarer Sechser vor der Viererkette und bewies schnell, wie wichtig er auf dieser Position ist. Vor der Kölner Führung eroberte er als robuster Abräumer am eigenen Strafraum den Ball und leitete das 1:0 mit einem Pass auf Vorlagengeber Thielmann ein. Auch beim 2:1 hatte er seine Füße im Spiel, holte mit einem Pass von der Grundlinie den Elfmeter heraus. Martel führte und gewann die meisten Zweikämpfe auf dem Feld – er war der dominante Spieler auf dem Platz.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Dejan Ljubicic
Die veränderte Grundordnung tat Ljubicic gut, der Österreicher konnte seine Stärken auf der rechten Mittelfeldseite besser als zuletzt ausspielen. Von dort aus bediente er Lemperle, was zum 2:0 hätte führen können (18.), und wurde im Preußen-Strafraum auch selbst gefährlich (61.). Letztlich bremste ihn seine Reizung im Sprunggelenk aus. Nachdem Ljubicic seine Schmerzen mehrfach angezeigt hatte, musste er vorzeitig raus.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Florian Kainz
Als linker Part der Mittelfeld-Raute war der Österreicher nicht mit der Defensivarbeit bedacht, die ihm zuletzt so große Probleme bereitet hatte. In der offensiveren Rolle konnte Kainz seine feine Technik zumindest szenenweise ausspielen. Sein Pass hinter die Münsteraner Abwehr auf Lemperle war zum Zungeschnalzen und auch sein anschließender Distanzschuss, den Preußen-Keeper Schenk parierte, nicht von schlechten Eltern (18.). Kainz gönnte sich allerdings auch viele Pausen und ließ bei seinen Flanken die Genauigkeit vermissen.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Luca Waldschmidt
Trotz reichlich Kölner Ballbesitz blieb der Spielmacher zunächst unauffällig. Nach einer Flanke von Thielmann durfte er mal per Kopf abschließen, verfehlte das Tor aber (24.). Doch dann übernahm Waldschmidt genau wie in Fürth kurz vor der Pause die Verantwortung vom Elfmeterpunkt, verwandelte wuchtig und platziert (45+1.). Sein dritter Strafstoß-Treffer im dritten Versuch dieser Rückrunde. Nach der Pause legte er Downs das 3:1 auf, war nun an sechs der letzten neun Kölner Tore beteiligt.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Mark Uth (ab 74 . Minute)
Der Routinier ersetzte genau wie in der Vorwoche Waldschmidt, kam diesmal aber nicht in die Nähe eines Torerfolgs. Der FC befand sich bei Uths Einwechslung bereits im Verwaltungsmodus, sodass der Offensivmann ohne Torschuss vom Feld ging.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Mathias Olesen (ab 74 . Minute)
Der Luxemburger kam für den angeschlagenen Ljubicic. Bei einer Flanke von Kainz war Olesen mit der Schulter statt mit dem Kopf am Ball (77.), ansonsten trat er nicht in Erscheinung. Kaum einer seiner Pässe erreichte den Mitspieler.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Denis Huseinbasic (ab 88 . Minute)
Huseinbasic saß nach drei Startelf-Auftritten erstmals wieder auf der Bank und war bei seinem Kurzeinsatz nur einmal am Ball.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Tim Lemperle
Der Bann ist gebrochen; Lemperle traf gegen Münster erstmals seit dem 15. Spieltag in Regensburg, als er sich auch seine zähe Muskelverletzung zugezogen hatte. Nachdem er zum 1:0 eingeschoben hatte (11.), verpasste er den Doppelschlag, scheiterte aus kurzer Distanz an Schenk (18.). Auch bei seiner guten Chance nach der Pause blieb Münsters Torhüter der Sieger (51.). Insgesamt war der erneut sehr fleißige Lemperle für den Abstiegskandidaten schwer zu bändigen.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Damion Downs
Nach drei verpassten Spielen aufgrund seines Handbruchs und zwei Joker-Einsätzen durfte Downs erstmals wieder beginnen. Nach zweieinhalb Minuten hätte er für einen Traumstart sorgen können, scheiterte aber frei vor dem Preußen-Tor an Schenk. Nach dem Seitenwechsel ließ er zwei noch größere Chancen verstreichen, schoss aus kürzester Distanz über die Latte (58./61.). So wäre es für den Kölner Top-Torjäger ein äußerst unglücklicher Nachmittag geworden, wäre da nicht die 56. Minute gewesen. Denn seine vermeintlich komplizierteste Strafraumszene nutzte Downs aus, verarbeitete den von Waldschmidt gechippten Ball herausragend zum 3:1.
GEISSBLOG-Note: 2,5








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