Gegen Preußen Münster bleibt der 1. FC Köln trotz der Rückkehr zur Viererkette defensiv stabil. Oder gerade wegen der taktischen Umstellung? Für Gerhard Struber gibt es nur einen Grund.
Das 3:1 des 1. FC Köln an Ostersonntag gegen Preußen Münster war nicht nur der erste Sieg mit zwei Toren Unterschied seit dem 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg am 16. Spieltag. Der FC konnte auch erstmals seit Monaten wieder spielerisch überzeugen.
Zwar machte es Münster den Geißböcken nicht wirklich schwer. Doch der FC folgte der Marschrichtung seines Trainerteams von der ersten Minute an. War es der Mannschaft in der Rückrunde bislang schwer gefallen, mutig und aggressiv zu Werke zu gehen, ließ die Leistung gegen Münster über weite Strecken der Partie keine Fragen offen, wer den Platz als Sieger verlassen würde.
Der Matchplan ist aufgegangen. Das war sehr gut.
Marvin Schwäbe
„Das hohe Anlaufen, das extreme Stressen hat uns gut getan“, sagte Torhüter Marvin Schwäbe, der – Eckbälle und Freistöße ausgenommen – einen ruhigen Ostersonntag erlebte. „Der Matchplan ist aufgegangen. Das war sehr gut.“ Worte, die man beim FC länger nicht mehr gehört hat. Auch, weil der FC länger nicht mehr hoch angelaufen ist und den Gegner extrem gestresst hat.
Doch gegen Münster war genau dies die Maßgabe, was auch an der Aufstellung lag. Gerhard Struber brachte eine Viererkette statt einer Dreierkette zum Einsatz, setzte im Mittelfeld auf eine Raute, die je nach Spielsituation zu einer flachen Viererkette werden konnte. Vor allem aber bekam die Mannschaft den Auftrag, Münster von der ersten Minute an offensiv anzulaufen, viele Bälle früh zu erobern und so den Weg zum gegnerischen Tor kurz zu halten.
Eindeutige Statistiken: „Deutlich offensiver und mutiger!“
„Wir waren mit der ersten Ballbesitzlinie schon auf Höhe der Mittellinie, da war der Weg nach vorne nicht mehr so weit“, sagte Timo Hübers. „Wir haben einen guten Mix gefunden zwischen die Linien zu spielen und die Außenverteidiger einzusetzen, aber auch die Bälle hinter die letzte Kette zu spielen. Darüber haben wir einige gute Möglichkeiten. Es war deutlich offensiver und mutiger.“
Am Ende standen 55 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 20 Torschüsse und ein Expected-Goals-Wert von 4,14. „Wir hatten uns vorgenommen überzeugt zu sein, was wir können – in allen Aktionen“, sagte Sportchef Christian Keller. „Das war die Mannschaft auch. Jeder Spieler wollte den Ball haben, wir haben die Zwischenräume gut besetzt und uns getraut, die Räume zu bespielen. So sind wir oft gut in die Tiefe gekommen, das war sicherlich ein Fortschritt. Die Mannschaft kann gut Fußball spielen, das hat sie erfreulicherweise mal wieder gezeigt.“
FC ist wieder taktisch flexibel
Zum richtigen Zeitpunkt in der Saison konnte der FC noch einmal einen Gang hochschalten, Münster ungefährdet bezwingen und somit auch zeigen, was in den letzten vier Saisonspielen möglich ist. Die Struber-Elf nutzte den schwachen Gegner, um sich Selbstvertrauen in der offensiveren Spielweise zu holen. Und auch, um sich mit der Viererkette wieder einzuspielen.
„Die Viererkette hat uns gut getan“, befand Struber hinterher. „Wir haben viele gute Entscheidungen getroffen. Es war aber auch die Haltung zum Spiel, das ist nicht immer eine Systemfrage.“ Der Österreicher will sich auch in den letzten vier Saisonspielen offen lassen, wie der FC agieren wird. Doch das macht es für die Gegner umso schwerer. Dreier- oder Viererkette – seit Sonntag ist diese Frage zumindest wieder offen.








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