Trainer-Rätsel: Warum setzte der FC diese Struber-Ankündigung nicht um?

Gerhard Struber und seine Spieler nach der Pleite in Hannover. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Gerhard Struber und seine Spieler nach der Pleite in Hannover. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Der 1. FC Köln hat sich in Hannover die Chance auf einen Heim-Aufstieg gegen Jahn Regensburg durch die Lappen gehen lassen. Besonders die passive, mutlose Spielweise verwunderte – nicht zuletzt wegen Gerhard Strubers Aussagen.

Es klang durchaus nachvollziehbar, was Gerhard Struber vor dem Spiel in Hannover sagte. Nach dem Rauswurf von André Breitenreiter hatte der Chefcoach des 1. FC Köln erklärt: „Auf uns kommt eine nicht so durchschaubare Situation zu, weil wir nicht wissen, was das neue Trainerteam machen wird.“ Seine Schlussfolgerung: „Das ist ein Spiel, bei dem wir einmal mehr sehr stark bei uns selber sein müssen. Wir sind fokussiert auf unsere Themen und Prinzipien des Fußballs.“

Nur war auf dem Rasen hiervon letztlich wenig zu sehen. Statt an den souveränen und kontrollierten Fußball gegen Münster anzuknüpfen, statt mutig nach vorne zu spielen, agierte der FC in einer veränderten Grundordnung weitaus passiver als noch sieben Tage zuvor. Es wirkte, als wolle man sich doch am Gegner ausrichten – ohne zu wissen, was dieser vorhat.

Hübers: „Deswegen war es passiver“

„Wir wussten heute nicht zu 100 Prozent, was auf uns zukommt. Wir hatten uns eigentlich gut eingestellt, aber haben uns schwergetan, das umzusetzen“, sagte Marvin Schwäbe nach Abpfiff – wobei es laut Strubers Ankündigung vor dem Spiel, den Fokus auf die eigenen Stärken zu legen, gar nicht so entscheidend hätte sein dürfen, was genau den FC in Hannover erwartet.

Warum sich die Kölner für einen anderen Matchplan als beim erfolgreichen Heimspiel gegen Münster – zwei Sechser und nur eine Spitze, dazu ein weniger hohes Anlaufen – entschieden, blieb ein Rätsel. „Es war ja nicht der gleiche Gegner“, erklärte Timo Hübers in der Kurzform und meinte zudem: „Wir haben es schon probiert, aber gemerkt, dass wir keinen Druck drauf bekommen. Deswegen war es ein bisschen passiver als die letzten Wochen.“

Tabellenführung darf nicht täuschen

Der Kapitän ergänzte: „Hannover hat es ganz gut gemacht und wir nicht. Sie haben viel mutiger gespielt, die Eins-gegen-eins-Duelle für sich entschieden.“ Auch das waren überraschende Umstände, wo es für Hannover in dieser Saison doch quasi um nichts mehr geht.

Christian Keller sah die Gründe für die Niederlage nicht im Matchplan verankert, rätselte vielmehr über die Leistungsschwankungen einzelner Akteure: „Oft kann man mannschaftstaktisch etwas finden, heute war es eher auf individueller Ebene, weil zu viele Jungs nicht ihren besten Tag hatten.“

Dennoch dürfte es auch für den Sportchef ein Ärgernis sein, dass in dieser Saison keine konstante Entwicklung zu erkennen ist und fortwährend nach einer Balance gesucht wird – darüber kann die Tabellenführung nicht hinwegtäuschen, das wird zu analysieren sein.

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