Mit dem 3:1-Sieg gegen Preußen Münster und nun fünf Punkten Vorsprung auf Platz drei ist dem 1. FC Köln ein gewaltiger Schritt hin zum Aufstieg gelungen. Die Spieler und Verantwortlichen geben sich allerdings äußerst zurückhaltend.
Die Stimmung im RheinEnergieStadion war so gut wie schon lange nicht mehr. Endlich mal wieder gelang dem 1. FC Köln ein überzeugender Heimsieg, erstmals in der Rückrunde schoss die Mannschaft von Gerhard Struber drei Treffer – sprang so nach zwei Spieltagen Abstinenz wieder an die Tabellenspitze. Und so besang die Südkurve nach dem 3:1 gegen Preußen Münster nicht nur ihre erfolgreichen Profis, sondern auch die nahende Bundesliga-Rückkehr ausgiebig.
Die Spieler hüpften und tanzten, wollten jedoch noch nicht so recht in die Aufstiegseuphorie einstimmen. „Die Saison hat uns gelehrt, dass wir gut beraten sind, von Spiel zu Spiel zu schauen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es, das hätte es aber auch schon in den Spielen zuvor sein können“, gab Timo Hübers zu bedenken.
„Dann wären wir jetzt schon aufgestiegen“
Der Kapitän weiß, dass auch sein FC trotz der Tabellenführung immer wieder mit Schwankungen zu kämpfen hat: „Wenn wir jedes Spiel richtig überzeugend gespielt hätten, wären wir jetzt vielleicht schon aufgestiegen. Das war nicht der Fall, es bleibt supereng und kann mit dem nächsten Spieltag wieder anders aussehen.“ Die Marschrichtung laute daher: „Selbst ins Punkten kommen, dann kommt das in der Tabelle von alleine.“
Das Polster auf Rang drei, den nun Magdeburg (3:0 gegen Regensburg) belegt, ist nach den erneuten Patzern der Konkurrenz auf fünf Punkte angewachsen – bei noch zwölf zu vergebenen Zählern. Angesichts der fehlenden Konstanz der Verfolger ist es schwer vorstellbar, dass der FC diesen Vorsprung noch aus der Hand gibt. In dieser seltsamen Zweitliga-Saison möchte man allerdings auch nichts ausschließen.
Es ist eine schöne Situation, aber keinesfalls mehr.
Gerhard Struber
Christian Keller drückte am Sonntag am deutlichsten auf die Euphoriebremse, entgegnete auf eine mögliche Vorentscheidung angesprochen: „Ganz sicher nicht!“ Denn: „Wir haben fünf Punkte Vorsprung auf Platz drei, mit dem schlechteren Torverhältnis. Eine Vorentscheidung ist dann gefallen, wenn wir so viele Punkte haben, dass uns die anderen nicht mehr einholen können. Davon sind wir weit entfernt.“
Und so sprach der Kölner Sportchef ein unspektakuläres Machtwort: „Wir bleiben unserer Haltung treu, das nächste Spiel ist das wichtigste. Jetzt freuen wir uns, dann geht es ab Mittwoch in Richtung Hannover.“ Die Niedersachsen, mit nun sechs Punkten Rückstand auf Rang drei und nur noch als Tabellenzehnter, scheinen sich am Sonntag durch ein 1:3 in Darmstadt endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet zu haben.
Struber warnt vor Überraschungen
Ein Sieg in Hannover wird dem FC unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz noch keine rechnerische Gewissheit bescheren, frühestens nach dem anschließenden Heimspiel gegen Jahn Regensburg (3. Mai, 20.30 Uhr) könnte der Aufstieg in trockenen Tüchern sein – falls die Verfolger nicht plötzlich doch konstant siegen.
„Es sind noch vier Spiele zu spielen. Wir wissen, wie schwer das Spiel in Hannover wird. Es ist eine schöne Situation, aber keinesfalls mehr“, gibt sich auch Trainer Gerhard Struber zurückhaltend. „Jeder Spieltag zeigt Überraschungen. Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber wir denken nicht romantisch zu früh an etwas, sondern bleiben auf Spannung.“
Höchstens acht Punkte sind noch notwendig, um definitiv auf einem der direkten Aufstiegsränge zu landen. „Wenn wir bei uns bleiben, müssen wir nicht mehr auf die anderen schauen“, hofft Torhüter Marvin Schwäbe auf eine eigene Siegesserie. Dann darf in wenigen Wochen gefeiert werden.








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