Der neue starke Mann: Lionel Souque übernimmt die Führung beim FC

Lionel Souque auf der Tribüne. (Foto: Bucco)
Lionel Souque auf der Tribüne. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln muss seine Führung neu aufstellen. Lionel Souque zieht im Hintergrund die Fäden. Der Aufsichtsrats-Chef ist der starke Mann beim FC.

Christian Keller wusste es schon länger. Der inzwischen freigestellte Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln hatte einen hartnäckigen Kritiker in den eigenen Reihen. Lionel Souque wollte den Weg des 46-Jährigen nicht mehr unwidersprochen mitgehen. Der Aufsichtsrats-Chef der Geißböcke stellte Kellers Kurs intern immer häufiger infrage.

Damit war der CEO des Hauptsponsors REWE nicht allein. Auch Klaus Behrenbeck, FC-Beiratschef und Seniorpartner der weltweiten Unternehmensberatung McKinsey, erhöhte den Druck auf Keller und damit auch auf den Vorstand der Geißböcke. Im Gemeinsamen Ausschuss hätte es bereits seit Monaten keine Mehrheit mehr für Keller gegeben, sofern der Vorstand eine Abstimmung über Keller herbeigeführt hätte.

Souque verhinderte Behrenbeck-Aus

Auch deswegen soll es zu einem Vorgang gekommen sein, über den zuletzt der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete und der sich mit GEISSBLOG-Informationen deckt. Demnach soll Keller den Vorstand gebeten haben, zumindest Behrenbeck aus dem Beirat zu befördern und damit auch aus dem Gemeinsamen Ausschuss. Auch Souque soll Keller ein Dorn im Auge gewesen sein.

Tatsächlich sollen Teile des Vorstands für dieses Unterfangen offen gewesen sein, doch Souque soll dies verhindert haben. Der mächtige REWE-Boss ist bereits seit über einem Jahrzehnt im Aufsichtsrat der Geißböcke, seit 2021 wieder Vorsitzender des Gremiums, in welchem auch der Vorstand sitzt und welches als Kernaufgabe die Kontrolle der Geschäftsführung des Clubs hat.

Als die Dominosteine fielen

Lange hielt der Vorstand bekanntlich eine schützende Hand über Keller. Als der Ex-Sportchef dann aber unmittelbar nach dem 1:1 gegen Regensburg unabgesprochen an den Mikrofonen seinem Cheftrainer Gerhard Struber eine Jobgarantie aussprach, fielen die Dominosteine im Hintergrund. Angestoßen haben soll sie Souque noch am selben Abend.

Der Franzose ist beim FC längst mehr als nur der CEO des Hauptsponsors, der sich bereit erklärt, als Aufsichtsrat zu fungieren. Der 53-Jährige ist FC-Fan, Fußballverrückter und in der Fußballbranche gut vernetzt. Muss er im Gemeinsamen Ausschuss über einen Spieler- oder Trainertransfer abstimmen, holt er sich nach GEISSBLOG-Informationen zuvor über sein Netzwerk Informationen, Daten und Meinungen ein, ehe er sein Urteil fällt.

Ist Souque ein Kandidat als Präsident?

Und auch bei der Suche nach einem neuen Vorstand spielt Souque eine Rolle. Der Manager wurde vom Mitgliederrat angesprochen, welche geeigneten Kandidaten er für die gesuchten Positionen sehen würde. Über den REWE-Boss soll der Kontakt zu Alexander Wüerst (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln) zustande gekommen sein, der als Option für das Präsidentenamt gilt.

Souque selbst hingegen soll aktuell nicht für einen Vorstandsposten beim FC zur Verfügung stehen. Der dreifache Familienvater verlängerte Ende 2022 seinen Vertrag als CEO beim Handelsriesen bis Ende 2028. Doch Souque lebt in Köln und hat in der Domstadt seine zweite Heimat gefunden. Ausgeschlossen ist nicht, dass er anschließend eine prominentere Rolle beim FC anstrebt. Bis dahin bleibt er der starke Mann im Hintergrund der Geißböcke.

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