Funkels Aufstiegs-Botschaft an Struber: „Ich möchte ausdrücklich…“

Friedhelm Funkel nach der Pressekonferenz am Sonntag. (Foto: Bucco)
Friedhelm Funkel nach der Pressekonferenz am Sonntag. (Foto: Bucco)

Im Moment des großen Erfolgs hat Friedhelm Funkel an seinen Vorgänger gedacht. Der Aufstiegstrainer des 1. FC Köln dankte Gerhard Struber. Der Österreicher habe „viel größeren Anteil“ an der Bundesliga-Rückkehr als er selbst.

Zwei Spiele, zwei Siege – ein Aufstieg, eine Meisterschaft. Friedhelm Funkels erneute Spezialmission beim 1. FC Köln hätte nicht erfolgreicher verlaufen können. Der 71-Jährige ist der gefeierte Mann, sein Konterfei ziert die Aufstiegsshirts. Doch Funkel selbst war es ein Bedürfnis, nach dem grandiosen Saisonfinale auch Gerhard Struber zu würdigen. 

„Ich möchte hier ausdrücklich meinen Vorgänger loben, der viele Spiele gewonnen hat und auf dem zweiten Tabellenplatz stand. Er hatte einen viel größeren Anteil am Aufstieg als ich“, schickte Funkel Grüße nach Österreich und betonte: „Ich war zwei Spiele hier, war vielleicht nicht unwichtig – aber den größeren Anteil hat ganz klar Gerhard. Deswegen geht mein Dank auch an ihn.“

Funkel war für „das i-Tüpfelchen“ zuständig

Mit 61 Punkten schloss der FC die Saison ab, durch Hamburgs 2:3-Pleite in Fürth sogar als Meister. 55 dieser Punkte hatte Struber geholt. „Er hat im Vorfeld diese Tabellensituation mit der Mannschaft erarbeitet, ich habe das i-Tüpfelchen draufmachen können. Aber nur, weil die Mannschaft in einem hervorragenden Zustand war. Sie war top trainiert, von der Physis her richtig, richtig gut“, schwärmte Funkel.

Und der Rekord-Aufstiegstrainer hörte gar nicht mehr auf: „Auch der Zusammenhalt in der Mannschaft war top. Ich habe es selten erlebt, wenn ich irgendwo hingekommen bin, dass es innerhalb einer Mannschaft wirklich bei allen Spielern so gestimmt hat. Nur deshalb haben wir die letzten beiden Spiele mit kleinen Veränderungen gewinnen können.“

Ich möchte die Situation nutzen, um Danke zu sagen an Christian Keller, Gerhard Struber und Bernd Eibler.

Thomas Kessler

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Strubers Punkteschnitt von 1,72 Zählern pro Spiel wohl nicht für den direkten Aufstieg ausgereicht hätte. Mindestens vier Punkte mussten aus den Partien in Nürnberg und gegen Kaiserslautern her, um die formstarken Elversberger auf Distanz zu halten – Funkel holte alle sechs.

Doch auch Sportdirektor Thomas Kessler wollte am Sonntag „die Situation nutzen, um Danke zu sagen an Christian Keller, Gerhard Struber und Bernd Eibler.“ Letzterer, Strubers Co-Trainer, feierte am Abend sogar noch mit der Mannschaft auf der Friesenstraße,

„Auch in Vergangenheit gute Arbeit geleistet“

„In den letzten beiden Spielen mussten wir nur noch über die Linie gehen – auch, wenn das ein harter Weg war“, meinte Kessler, der die sportliche Verantwortung nach dem 1:1 gegen Regensburg von Ex-Geschäftsführer Keller übernommen hatte. Der wiederum hatte sich geweigert, Struber zu feuern. „Aber auch in der Vergangenheit wurde gute Arbeit geleistet, wir standen nicht ohne Grund in dieser Position“, zollte Kessler den entlassenen Verantwortlichen Respekt.

Gerhard Struber hat 90 Prozent davon geleistet, das darf man nicht vergessen.

Eric Martel

Die Mannschaft stimmte dem vollends zu. „Die Meriten gehören ganz klar auch Gerhard Struber und Bernd Eibler, das darf man bei der ganzen Euphorie nicht vergessen“, sagte Leart Pacarada bei Sky. „Struber hat 90 Prozent davon geleistet“, merkte Eric Martel an und erinnerte an den vergangenen Herbst: „Er hat uns aus einer schwierigen Situation herausgeholfen. Es hat eigentlich schon keiner mehr daran geglaubt, dass wir noch um den Aufstieg mitspielen, aber wir haben das Ruder rumgerissen.“

Auch Keller habe er „einiges zu verdanken“, ergänzte Martel: „Er hat mich damals zum Bundesliga-Spieler gemacht.“ Der Ex-Sportboss hatte den Kapitän der U21-Nationalmannschaft 2022 nach Köln geholt. „Beide“, Keller und Struber, „haben einen riesigen Anteil am Aufstieg“, so Martel.

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