Funkels Trainer-Empfehlung an den FC: „Die Mannschaft braucht…“

Friedhelm Funkel stieg mit dem 1. FC Köln vor einer Woche auf. (Foto: Bucco)
Friedhelm Funkel stieg mit dem 1. FC Köln vor einer Woche auf. (Foto: Bucco)

Er geht im Frieden: Nach seinem Abschied vom 1. FC Köln hat Friedhelm Funkel im Doppelpass betont, dass er dem Verein nur das Beste wünsche. Das ist seine Empfehlung für die Trainersuche.

Friedhelm Funkel ist dieser Tage ein äußerst gefragter Mann. Seit seinem Aufstieg mit dem 1. FC Köln verging kein Tag ohne ein Interview oder eine öffentliche Wortmeldung des 71-Jährigen. Und so verwunderte es nicht, dass Funkel am Sonntag auch in den Sport1Doppelpass eingeladen wurde.

Aufgrund von Problemen bei der Anreise konnte er zwar nicht vor Ort im Hilton Hotel München Platz nehmen, doch Funkel ließ sich zumindest zuschalten, um die Geschehnisse dieser Woche – von der Bundesliga-Rückkehr bis zu seinem Trainer-Aus bei den Geißböcken – noch einmal ausführlich zu besprechen.

Was Funkel zur Trainersuche sagt

Während in der Talk-Runde niemand einen Funken Verständnis dafür zeigte, dass der FC nicht mit dem siebenfachen Aufstiegstrainer weitermacht, sich Stefan Effenberg beispielsweise „irritiert“ äußerte, betonte Funkel selbst, dass er das Geißbockheim nicht im Streit verlasse. Für Thomas Kessler, der als Sportdirektor die Trainersuche anführt, hatte er sogar eine Empfehlung parat.

„Die Mannschaft braucht einen Trainer, der ihr vertraut, der mit den Spielern gut umgehen kann und eine gewisse Empathie ausstrahlt“, zählte Funkel auf und ergänzte: „Was auch ganz wichtig in Köln ist: Der Trainer muss sich mit dem Umfeld und der Stadt identifizieren, muss mit den Fans auch mal ein Bier trinken. Das hört sich banal an, aber man muss sich als Trainer öffnen, darf nicht zu verschlossen und zurückhaltend sein.“

Funkel: „Dann wäre ich Trainer geworden“

Das sei natürlich nur „neben den fachlichen Dingen“ entscheidend. Doch tatsächlich hatte wohl nicht nur Funkel das Gefühl, dass die nach Steffen Baumgart ausgewählten Trainer nicht so recht zum Standort passten. Gehe man mit ausreichend Offenheit an diese Aufgabe heran, habe man „eine Chance, in Köln anerkannt zu werden“, so Funkel.

Außerdem sprach Friedhelm Funkel im Doppelpass über…

…seine Absage an den 1. FC Köln: „Ich war wirklich bereit weiterzumachen, weil ich den 1. FC Köln das dritte Mal trainiert habe und das einfach ein besonderer Verein ist. Ich habe sehr schnell eine gute Beziehung zur Mannschaft gefunden. Dann wollte ich weitermachen, habe im Laufe der Woche aber gespürt, dass der eine oder andere im Verein andere Vorstellungen hat. Das ist auch völlig in Ordnung. In den Gremien war eine gewisse Unsicherheit da, mit mir weiterzumachen. Wenn du als Trainer am ersten Tag nicht die volle Rückendeckung hast – wann dann? Es war ein schwieriger Schritt, dem 1. FC Köln abzusagen – aber ich glaube, ein vernünftiger.“

…den Kontakt zum Vorstand: „Der Kontakt war vom ersten Tag an da. Ich bin vom Präsidium begrüßt worden, das fand ich in Ordnung, das muss auch so sein. Das war 2021 anders, damals haben sie den Fehler gemacht, überhaupt nicht mit mir zu sprechen.“

Ich habe überhaupt keinen Streit mit dem 1. FC Köln und wünsche dem Verein nur alles, alles Gute.

Friedhelm Funkel

…den Austausch mit Sportdirektor Thomas Kessler: „Montagabend war ich mit Thomas Kessler in Kontakt. Er hat mir versichert, dass wir im Laufe der Woche sprechen werden. Er hing selbst in der Luft und wusste nicht, wie es mit ihm weitergeht. Dann ist er Donnerstagmorgen von den verantwortlichen Gremien zum Sportdirektor ernannt worden und mit der Aufgabe betraut worden, einen Trainer zu suchen. Wir haben sehr gut miteinander gearbeitet und ich glaube, dass er mit mir weitermachen wollte. Er war aber erst ein oder zwei Tage im Amt und hatte noch nicht die Befugnis, alleine über den Trainer zu entscheiden. Ich glaube, dann wäre ich Trainer geworden. Ich hatte das Gefühl, dass ich im Gemeinsamen Ausschuss nicht die Mehrheit an Vertrauen gewonnen hätte und wollte mich nicht hinhalten lassen. Ich habe aber überhaupt keinen Streit mit dem 1. FC Köln und wünsche dem Verein nur alles, alles Gute.“

Funkel: „Ich werde nicht aufhören“

…seine Fitness: „Ich hätte mir das zugetraut, hatte ein überragendes Trainerteam an meiner Seite. Es läuft anders, als es früher der Fall war. Wenn ich auf dem Platz bin, kann ich mich hauptsächlich um die Spieler kümmern und viele Gespräche führen. Was mir in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen ist: Es ist viel an Menschlichkeit verloren gegangen. Ich bin gesund, das ist ein großes Glück, und ich will weitermachen, weil ich mich dazu im Stande fühle. Ich werde nicht aufhören.“

…einen weiteren Job als Feuerwehrmann: „Ich kann mir das vorstellen – irgendwann, man weiß nicht, wann ein Verein die Hilfe braucht von einem erfahrenen Trainer. Zwischenzeitlich kann ich das Leben genießen und viel Urlaub machen, das ist ja auch nichts Schlechtes.“

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