Nach dem großen Kaderumbruch in der U21 des 1. FC Köln fehlt der Mannschaft eine Hierarchie. Um dem Team eine neue Struktur zu verpassen, könnte auch Ex-Kapitän Marco Höger eine Rolle spielen.
Die U21 des 1. FC Köln steht vor einer herausfordernden Saison. Nach dem Abschied zweier erfahrener Führungsspieler und bislang 15 Neuzugängen muss sich eine völlig neu formierte Mannschaft finden – sportlich und strukturell. Die Frage ist: Wer übernimmt künftig Verantwortung?
Mit dem Karriereende von Marco Höger und Stephan Salger hat die U21 zwei prägende Figuren verloren, die mit Erfahrung und Ausstrahlung über Jahre hinweg die Mannschaft geführt haben. Zwar bleibt Höger dem Team erhalten, nun aber in neuer Funktion: Als Verantwortlicher für die Kaderplanung der Regionalliga-Mannschaft ist er künftig nicht mehr auf dem Platz aktiv, sondern agiert im Hintergrund. Eine Sonderrolle, die Einfluss haben kann.
Ein Kader auf der Suche nach Führung
Der personelle Umbruch ist groß: Zehn externe Neuzugänge stoßen zur neuen Saison zum Team, zudem wurden mehrere Talente aus der eigenen U19 hochgezogen. Die Mannschaft ist nochmal jünger als in der vergangenen Spielzeit. Zwar konnten mit Marvin Ajani und Luca Dürholtz zwei gestandene Akteure verpflichtet werden, dennoch fehlt es zunächst an einer klaren Hierarchie.
Trainer Evangelos Sbonias beschreibt die Herausforderung offen: „Da muss sich jetzt eine ganz neue Hierarchie bilden. Die Spieler sind alle 2006er und 2007er. Dann haben wir zwei ältere Spieler plus Tobi Trautner als dritten Torwart. Von daher ist es eine riesige Herausforderung, diese Strukturen herzustellen.“ Für Sbonias werden die ersten Wochen der Vorbereitung entscheidend sein, um auf und neben dem Platz ein funktionierendes Gefüge zu etablieren.
Teamspirit wächst nicht von allein
Der Coach ist mit seinem Trainerteam gefordert, die nötigen Impulse zu setzen: „Ich habe es am Montag ein bisschen salopp in der Besprechung gesagt: Da guckt einer nach links, der ist fünf Tage älter, dann guckt einer nach rechts, der ist fünf Tage jünger. Und dann erwartet man, dass sich eine Struktur bildet. Da muss man schon nachhelfen.“ Klar ist: Ein neuer Teamgeist entsteht nicht von selbst.
Trotzdem ist Sbonias optimistisch: „Es sind alles hochtalentierte Jungs, viele mit großem Potenzial. Es wird an der einen oder anderen Ecke knatschen, aber wenn wir auf dem Weg bleiben, kann da was entstehen.“ Wichtig sei anfangs vor allem Klarheit in den Abläufen, in den Rollen und im gegenseitigen Umgang.
Högers neue Rolle
Marco Höger befindet sich zwar momentan im Urlaub, wird aber nah an der U21 bleiben, wenn auch mit einem anderem Fokus. „Primär ist er im Scouting und in der Kaderplanung. Es ist nicht eingeplant, dass er hier Strukturen herstellt“, sagt Sbonias. Ganz ohne Einfluss werde der ehemalige U21-Kapitän dennoch nicht bleiben: „Er wird sich sicher den ein oder anderen immer wieder zur Seite nehmen und etwas mitgeben wird.“
Genau darin könnte womöglich der Schlüssel liegen: Der neue Höger, der nicht mehr auf dem Platz steht, aber als Bindeglied im Hintergrund aktiv ist. Einer, der das Umfeld kennt, das Innenleben einer Mannschaft versteht und den jungen Spielern Impulse geben kann, wenn es nötig ist. Denn nach dem großen Umbruch, den die Hälfte der Mannschaft betrifft, kann das Trainerteam jede Hilfe gut gebrauchen.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!