Keine Neuzugänge: Das steckt hinter dem Trainerplan des 1. FC Köln

FC-Trainer René Wagner und Sportchef Thomas Kessler. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
FC-Trainer René Wagner und Sportchef Thomas Kessler. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Der 1. FC Köln wird sein Trainerteam ohne externe Neuzugänge in die neue Saison schicken. Nur bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer für die U21 schaut sich der FC außerhalb des Geißbockheims um – und führt nach GEISSBLOG-Informationen Gespräche mit jungen, entwicklungsfähigen Trainern.

Es wirkt, als baue der 1. FC Köln unter Sportchef Thomas Kessler bewusst auf das eigene Fundament. René Wagner rückte vom Assistenten zum Cheftrainer auf, Kevin McKenna kehrte ans Geißbockheim zurück und schließlich entschied sich der Club dafür, den bisherigen U21-Erfolgstrainer Evangelos Sbonias als weiteren Co-Trainer zu den Profis zu befördern.

Nachdem mit Kaderplaner Tim Steidten und dessen Bruder Moritz als Scout immerhin zwei neue Gesichter den Weg ins Profiteam gefunden haben, setzt der FC in nahezu allen anderen Bereichen auf Kontinuität. Die Botschaft dahinter ist klar: Vertrauen in die vorhandenen Strukturen statt personeller Neustart.

Kein „Trainer in Wartestellung“

Dabei wurden intern durchaus auch andere Szenarien diskutiert. Gerade in den Bereichen Athletik, Regeneration, Ernährung und Mentaltraining gab es Überlegungen, Abläufe und Zuständigkeiten neu aufzustellen. Letztlich entschied sich die sportliche Führung jedoch dagegen. Kessler ist überzeugt, dass der FC in diesen Bereichen gut aufgestellt ist und am Geißbockheim ein funktionierendes Team arbeitet, das nicht grundlegend verändert werden muss.

Auffällig ist allerdings ein Unterschied zur Vorsaison. Damals stellte Kessler mit René Wagner bewusst einen Assistenten an die Seite von Lukas Kwasniok, dem er intern ausdrücklich das Potenzial zum Cheftrainer zuschrieb. Einen vergleichbaren „Trainer in Wartestellung“ gibt es diesmal nicht.

Diese Entscheidung erscheint durchaus logisch. Sollte das mutige Experiment mit Wagner scheitern, dürfte der FC bei der nächsten Trainersuche kaum erneut auf eine interne Lösung setzen, sondern eher einen erfahrenen Cheftrainer verpflichten. Gelingt Wagner hingegen der Durchbruch, könnte sich für den Club eine ganz andere Perspektive eröffnen: Erstmals könnte ein selbst entwickelter Trainer nicht nur sportlich, sondern möglicherweise auch wirtschaftlich wertvoll werden. Das Beispiel Lukas Kwasniok, den der FC im vergangenen Sommer teuer vom SC Paderborn loslösen musste, zeigt schließlich, dass Trainer inzwischen einen erheblichen Transferwert besitzen können.

Ein Trainertalent für die FC-Talente?

Spannend wird deshalb auch die Besetzung des vakanten U21-Trainerpostens. Nach GEISSBLOG-Informationen führt der FC bereits Gespräche mit mehreren jungen Trainertalenten. Die Idee dahinter passt zur aktuellen Philosophie: So wie Evangelos Sbonias den Sprung aus der Akademie zu den Profis geschafft hat, sollen künftig weitere Trainer diese Entwicklung nehmen können.

Der FC versteht sich längst nicht mehr nur als Ausbildungsverein für Spieler. Auch Trainer sollen am Geißbockheim wachsen, Verantwortung übernehmen und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Der Akademie-Gedanke endet nicht an der Seitenlinie – er wird zunehmend Teil der gesamten sportlichen Strategie.

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