Der Plan steht: Lukas Kwasniok soll der neue Cheftrainer des 1. FC Köln werden. Nach der Zustimmung des Gemeinsamen Ausschusses bleibt allerdings noch ein womöglich kostspieliges Hindernis.
Die Trainersuche des 1. FC Köln biegt auf die Zielgerade ein. Lukas Kwasniok ist nicht nur der klare Favorit von Sportdirektor Thomas Kessler – der 43-Jährige hat auch den Gemeinsamen Ausschuss von sich überzeugt (der GEISSBLOG berichtete).
Am Sonntagabend gab es ein persönliches Treffen zwischen Kwasniok und dem siebenköpfigen Gremium, das bei solch einer zentralen Verpflichtung grünes Licht geben muss. Weder am Geißbockheim noch im RheinEnergieStadion, sondern an einem neutralen Ort sprach der Trainer-Kandidat vor und hinterließ mit seinen Ausführungen bei den GA-Mitgliedern durchaus Eindruck.
Kwasniok hat derzeit keine Ausstiegsklausel
Während das mächtige Gremium bei den meisten Personalien die letzte entscheidende Hürde darstellt, ist der Prozess der Trainersuche etwas anders gelagert. Am Sonntag ging es zunächst mal um die Gewissheit, dass im Gemeinsamen Ausschuss grundsätzlich eine Mehrheit für Kwasniok vorhanden ist.
Da dies der Fall ist, der Wunschtrainer inhaltlich abgesegnet wurde, wartet auf Thomas Kessler und Finanzboss Philipp Türoff nun ein doppelter Poker. Im ersten Schritt gilt es, sich mit Kwasniok zu einigen – was die kleinere Hürde darstellen dürfte. Beide Seiten wollen den Deal, daher zeigt man sich am Geißbockheim zuversichtlich, dass eine finanzielle Übereinkunft nur eine Frage der Zeit ist.
Die größere Unbekannte sind die anschließenden Verhandlungen mit dem SC Paderborn. Trotz der bereits im April angekündigten Trennung ist Kwasniok bei den Ostwestfalen nur freigestellt, er steht noch bis zum 30. Juni 2026 unter Vertrag. Eine Ausstiegsklausel besitzt der Deutsch-Pole nach GEISSBLOG-Informationen zumindest zum aktuellen Zeitpunkt nicht, seine Ablöse ist dementsprechend frei verhandelbar.
Paderborn will bis zu zwei Millionen Euro
Wie das Westfalen-Blatt berichtet, fordert Paderborn bis zu zwei Millionen Euro. Noch sei beim Zweitligisten kein Angebot eingegangen, heißt es. Das sollte sich ändern, sobald sich der FC mit Kwasniok selbst geeinigt hat. Dass die Geißböcke bereit sind, zwei Millionen Euro zu überweisen, darf allerdings bezweifelt werden.
Schon die zuletzt kolportierten eineinhalb Millionen Euro wären eine Rekordablöse für einen Kölner Coach. Peter Stöger und Achim Beierlorzer kosteten jeweils rund 700.000 Euro, Stale Solbakken kam einst für 750.000 Euro und Markus Anfang wechselte für knapp eine Million Euro zum FC – mehr sollen die Geißböcke bislang für noch keinen Trainer gezahlt haben.
Wohl keine schnelle Vollzugsmeldung
Sollte es zu einer Einigung kommen, dürfte Kwasniok teurer werden als gut die Hälfte seiner neuen Mannschaft. Lediglich die beiden frisch verpflichteten Isak Johannesson (rund fünf Millionen Euro) und Ragnar Ache (3,5) sowie Florian Kainz (3,0), Joel Schmied (2,5), Jusuf Gazibegovic (2,0), Luca Kilian (2,0), Sargis Adamyan (2,0), Imad Rondic (1,5), Rasmus Carstensen (1,5), Steffen Tigges (1,5) und Eric Martel (1,2) haben eine siebenstellige Ablösesumme gekostet. Den einen oder anderen dieser Akteure könnte Kwasniok noch übertrumpfen.
Mit einer Vollzugsmeldung ist wohl frühestens zum Ende der Woche, womöglich sogar erst in der kommenden Woche zu rechnen. Zuvor muss gepokert werden – mit Kwasniok und mit Paderborn. Dann ist erneut der Gemeinsame Ausschuss gefragt, um die Personalie auch in finanzieller Hinsicht abzusegnen. Beim FC zeigt man sich optimistisch, dass der Top-Kandidat übernehmen wird.








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