Erstmals seit Schmadtke: Transfer-Seltenheit beim FC?

Thomas Kessler und Lukas Berg beim Testspiel in Bergisch Gladbach. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler und Lukas Berg beim Testspiel in Bergisch Gladbach. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln könnte erstmals seit zehn Jahren eine Saison ohne ablösefreie Neuzugänge bestreiten. In den vergangenen Woche hatten die Geißböcke mehrere Absagen von möglichen Kandidaten kassiert.

Der Transfersommer 2015 war ein erfolgreicher, ein wegweisender Sommer für den 1. FC Köln. Mit Anthony Modeste (4,5 Millionen Euro, TSG Hoffenheim), Leonardo Bittencourt (2,5 Millionen Euro, Hannover 96), Frederik Sörensen (1,8 Millionen Euro, Juventus Turin) und Dominique Heintz (1,5 Millionen Euro, 1. FC Kaiserslautern) kamen vier Spieler, die ein Jahr später beim Einzug in die Europa League zu den Leistungsträgern zählten.

Bei den begehrten ablösefreien Akteuren war der FC damals allerdings leer ausgegangen. In dieser Saison könnte das erneut der Fall sein – erstmals seit 2015, erstmals seit zehn Jahren. Gründe für diesen Umstand gibt es mehrere. Zum einen hatte der FC erst spät Gewissheit, ob die Rückkehr in die Bundesliga gelingt. Zum anderen fand an der Spitze der sportlichen Leitung bekanntermaßen ein Wechsel statt.

Absagen der Abwehrkandidaten

Zudem haben die Kölner nach dem Aufstieg mehrere Absagen kassiert – insbesondere in der Defensive, wo Bernardo (vom VfL Bochum zur TSG Hoffenheim), Jordan Torunarigha (von KAA Gent zum HSV) und Jonjoe Kenny (von Hertha BSC zu Panathinaikos) Kandidaten waren. Für die Abwehr sucht der FC bislang vergeblich nach Verstärkungen.

Dass in diesem Sommer noch ein ablösefreier Spieler kommt, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Die Positionen, auf denen der FC nach Neuen fahndet, sind seit Wochen bekannt – und weder dem Club noch dem vereinslosen Spieler ist geholfen, wenn ein Transfer erst spät in der Vorbereitung oder sogar nach Saisonbeginn über die Bühne geht. Ablösefreie Verpflichtungen im Winter wiederum sind zwar durchaus möglich, aber höchst selten.

Gemischte Bilanz bei ablösefreien Transfers

Festzuhalten gilt, dass die Erfolgsquote bei ablösefreien Transfers in den vergangenen Jahren überschaubar war. Eine positive Ausnahme stellte der Sommer 2021 dar, als mit Marvin Schwäbe, Dejan Ljubicic, Timo Hübers und Mark Uth vier Leistungsträger zum Nulltarif kamen. In der Saison 2022/23 konnte der FC mit Linton Maina und Davie Selke dann zwei weitere Stammkräfte ohne Ablöse verpflichten.

Doch Akteure wie Kristian Pedersen, Max Meyer, Kingsley Schindler, Lasse Sobiech, Matthias Bader, Tim Handwerker oder Artjoms Rudnevs konnten am Geißbockheim keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Verantwortlichen werden derweil hoffen, dass die ausgegebenen Transfer-Millionen ähnlich gut investiert sind wie vor zehn Jahren.

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