In dieser Woche erwartet der 1. FC Köln mit Eric Martel einen Schlüsselspieler zurück. Der 23-Jährige soll mit ins Trainingslager reisen – und dort mit Sportdirektor Thomas Kessler über seine Zukunft sprechen. Erinnerungen an Ellyes Skhiri werden wach.
Während der 1. FC Köln mit Lukas Kwasniok die ersten Schritte in Richtung Bundesliga unternimmt, fehlen die Nationalspieler noch. Insbesondere wartet der FC auf Eric Martel. Neben Jan Thielmann und Said El Mala soll der Mittelfeldspieler am Samstag mit ins Trainingslager nach Österreich reisen.
Dort erwartet Martel nicht nur die Wiedereingliederung in die Mannschaft unter dem neuen Trainerteam, sondern auch erste Gespräche mit den Verantwortlichen. Sportdirektor Thomas Kessler hat bereits angekündigt, mit dem 23-Jährigen einen Kaffee trinken zu wollen. Der Inhalt des Gesprächs: der 2026 auslaufende Vertrag und eine mögliche Verlängerung.
Viele (substanzlose) Gerüchte bei Skhiri
Beim FC werden dieser Tage Erinnerungen wach an Ellyes Skhiri. Der Tunesier hatte zu den großen Leistungsträgern in Köln gehört, nachdem er 2019 aus Montpellier in die Domstadt gewechselt war. Sechs Millionen Euro hatten die Geißböcke gezahlt, und zwischenzeitlich waren die Verantwortlichen sich sicher, dass sie Skhiri für eine zweistellige Millionensumme verkaufen würden.
Vor allem, weil es nötig gewesen wäre. In der Pandemie suchte zunächst Sportchef Horst Heldt und dann sein Nachfolger Jörg Jakobs nach einem Abnehmer für den Sechser. Skhiri war eines der Laufwunder der Bundesliga, ein Balljäger und Abfangkünstler, für den größere Vereine viel Geld bezahlen würden. Das zumindest war der Kölner Glaube. Bis Skhiri im Sommer 2023 nach zahlreichen Gerüchten ohne jegliche Substanz ablösefrei zu Eintracht Frankfurt wechselte.
Martel ohne Angebote – nur warum?
Nun soll es bei Martel ähnlich laufen. Auch der Kapitän der deutschen U21 soll keine Angebote vorliegen haben. Obwohl er zwei starke Jahre inklusive EM-Finale mit der U21 hinter sich hat, eine Saison in der 2. Liga auf höchstem Niveau auf mehreren Positionen und mit 23 Jahren bereits eine Erfahrung aus 90 Erst- und Zweitliga-Spielen plus Einsätzen in der Conference League.
Zum Vergleich: Bei der U21-EM saß mit Caspar Jander ein ähnlicher, nur leicht offensiverer Spielertyp vom 1. FC Nürnberg auf der deutschen Bank. Ein Jahr jünger, ohne jede Bundesliga-Erfahrung und erst mit 32 Zweitliga-Spielen im Gepäck, wird er nun schon beim VfB Stuttgart für eine Ablöse von zehn Millionen Euro gehandelt. Ist Martel weniger wert?
Handgeld als Problem – dem FC sind die Hände gebunden
Wohl kaum. Das Problem jedoch ist: Die Vereine wissen, dass Martel 2026 ablösefrei ist. Spielerberater Michael Reschke setzt inzwischen ganz offen auf den Abgang in einem Jahr, ist er doch aus Spieler- (und Berater-)Sicht höchst lukrativ. Stichwort: Handgeld. Aus Kölner Perspektive gäbe es nur zwei Wege: die Vertragsverlängerung oder aber einen Club, der 2026 nicht mehr mitbieten könnte und diesen Sommer noch versucht, Martel abzuwerben.
Genau darauf hatte man beim 1. FC Köln allerdings schon bei Ellyes Skhiri vergeblich gehofft und war auf die Nase gefallen. Noch hofft man beim FC auf eine andere Lösung. Kessler will um Martel mit allen Mitteln werben. Letztlich aber sind ihm die Hände gebunden. So wie seinen Vorgängern bei Skhiri. Wo keine Nachfrage, da kein Angebot. Wo kein Angebot, da kein Transfer. Schon gar nicht, wenn der Spieler nicht will, weil es ihm in einem Jahr nicht an Angeboten mangeln wird.







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!