„Großer Step“, aber: Warum „das bestmögliche Gesicht“ auf sich warten ließ

Der 1. FC Köln siegte am Mittwochabend in Siegburg. (Foto: Bucco)
Der 1. FC Köln siegte am Mittwochabend in Siegburg. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln geizte lange Zeit mit Toren, feierte letztlich aber doch ein Schützenfest: Lukas Kwasniok hat nach dem 7:0-Erfolg beim Siegburger SV ein zufriedenes Fazit gezogen und erklärt, warum das Testspiel phasenweise etwas „langatmiger“ daherkam.

Aus Siegburg berichtet Martin Zenge

Wolfgang Overaths Ansage sorgte für einige Lacher im Walter-Mundorf-Stadion. „Das dürfte auf ein Unentschieden hinauslaufen“, meinte der 81-Jährige vor dem Testspiel des 1. FC Köln beim Siegburger SV. Dass dieser Ausgang zumindest bis zum Ende der ersten Halbzeit im Bereich des Möglichen sein würde, hätte Overath wohl selbst nicht geglaubt.

Vier Ligen trennen den Bundesligisten vom Mittelrheinligisten, doch der FC tat sich am Mittwochabend lange Zeit schwer, diese Überlegenheit auf die Anzeigetafel zu übertragen. Bis zur 42. Minute hielt Siegburg ein 0:1, in Torlaune präsentierten sich die Kölner erst in der Schlussphase – vier der sieben Treffer fielen ab der 70. Minute.

Kwasniok lobt „wirklich gute Einstellung“

„Es gehört sich, hier das bestmögliche Gesicht zu zeigen als FC“, sagte Lukas Kwasniok nach der Vorbereitungspartie vor 5000 Zuschauern und schob nach: „Das haben die Jungs versucht, aber es ist nicht immer ganz so einfach, weil wir alle an ein anderes Spieltempo gewöhnt sind – die Zuschauer, das Trainerteam und die Spieler auch.“

Der FC-Trainer erklärte: „Die Rahmenbedingungen bei Erst- und Zweitliga-Spielen sind einfach andere.“ Schon die Bewässerung des Rasens sei entscheidend. „Dann wirkt es immer ein bisschen langatmiger“, wusste der 44-Jährige, dass seine Mannschaft über weite Strecken kein Spektakel geboten hatte. Doch Kwasniok hatte hierfür Verständnis und lobte: „Unter dem Strich haben die Jungs wirklich eine gute Einstellung gezeigt.“

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich mich auf den Amateurplätzen dieser Welt sehr wohlfühle, weil ich da einfach groß geworden bin.

Lukas Kwasniok

Weder von den Rahmenbedingungen her noch leistungstechnisch war das Testspiel mit dem überzeugenden 3:1-Sieg gegen Premier-League-Absteiger Leicester City zu vergleichen. Kwasniok sieht seine Mannschaft aber weiterhin auf dem richtigen Weg, verglich das 7:0 in Siegburg mit den ersten Partien des Sommers: „Das war schon ein großer Step gegenüber dem ersten Spiel in Bergisch Gladbach, wo mir genau wie gegen Fortuna Köln an der einen oder anderen Stelle etwas gefehlt hatte. Jetzt war die Spielstruktur da.“

Wenngleich auch der Kölner Chefcoach zugab: „Ein bisschen Tempo und die Überzeugung am Flügel, sich im Eins-gegen-eins durchzusetzen, hat gerade in der ersten Halbzeit einen Tick gefehlt.“ Aber: „Summa summarum war es für die Menschen hier ein tolles Erlebnis und für uns ein guter Test, eine gute Trainingseinheit.“ Die zweite Einheit des Tages, am Vormittag hatte der FC schon ganz regulär am Geißbockheim trainiert und nicht nur für Siegburg angeschwitzt.

Insofern erlebte Kwasniok einen aus seiner Sicht gelungenen Abend. Auch unabhängig vom Geschehen auf dem Rasen. „Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich mich auf den Amateurplätzen dieser Welt sehr wohlfühle, weil ich da einfach groß geworden bin“, genoss der Trainer das Gastspiel beim Fünftligisten – und dürfte dennoch immer mehr Vorfreude auf sein Bundesliga-Debüt verspüren.

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