Lukas Kwasniok hat es mehrfach in der Vorbereitung betont: Fußballspiele werden in der Schlussphase entschieden. Der 1. FC Köln zeigt schon früh in der Saison, wie es geht.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Es war einer der Sätze der Vorbereitung von Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln: „Ich suche nicht die beste Startelf, sondern die beste Elf für die 90 Minuten.“ Was der FC-Coach meinte: Nicht die Startelf entscheidet ein Spiel, sondern alle 16 Spieler, die in der Regel im Laufe der 90 Minuten zum Einsatz kommen. In nur zwei Pflichtspielen haben Kwasniok und seine Mannschaft diese These bestätigt.
Gegen Regensburg retteten die Joker das Weiterkommen im DFB-Pokal. Am Sonntag in Mainz war es Luca Waldschmidt, der mit seiner Flanke auf Marius Bülter die entscheidende Idee hatte, um dem FC das Spiel zu gewinnen. Das allerdings nur, weil Waldschmidts Teamkollegen die Mainzer in den vorausgegangenen 89 Minuten müde gearbeitet hatten. Zumindest so müde, dass diese eine Aktion möglich war.
Arbeiter in der Startelf, Techniker als Joker
Kwasniok machte daraus nach dem Spiel keinen Hehl: „Intensität ist die einzige Chance in der Bundesliga zu überleben.“ Mit dieser Botschaft war der 44-Jährige beim FC in die Vorbereitung gestartet. Mit dieser Botschaft will er seine Spieler in jede Partie schicken. Wer ein Fußballspiel gewinnen will, muss sich dies erarbeiten, nicht nur erspielen. Anders ausgedrückt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Deswegen saßen am Sonntag in Mainz auch die vermeintlich besten Fußballer im Kader zunächst auf der Bank. Dass Waldschmidt und Kainz, aber auch der junge El Mala filigraner mit dem Ball umgehen können als Thielmann, Krauß oder Martel, ist kein Geheimnis. Dass zumindest die beiden Erstgenannten aber auch nicht die lauf- und zweikampfstärksten Spieler sind, auch.
Glaube kann Berge versetzen
Und so betonte Kwasniok hinterher, dass er bewusst die Spieler „mit der meisten Finesse“ auf der Bank gelassen habe. Spieler, die als Joker vor allem dann wertvoll für den FC sein können, wenn die Pressing- und Laufmaschinen im FC-Kader ihre Arbeit verrichtet haben.
Der FC will unter Kwasniok für einen Fußball der Willensstärke und Intensität stehen. Ja, er darf auch gerne mal schön aussehen, aber dass fußballerisch noch längst nicht alles glückt, ist nach dem großen Umbruch ein normaler Prozess. Vor allem wollen sich die Geißböcke den Erfolg erarbeiten. Damit hat die Kwasniok-Truppe erfolgreich begonnen. Die Spieler können nun früh in der Saison daran glauben, dass dieser Weg funktionieren kann. Und Glaube kann bekanntlich Berge versetzen.







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