Zahlreiche Eigengewächse haben in der vergangenen Saison ihr Profi-Debüt beim 1. FC Köln gefeiert. In der kommenden Spielzeit dürfte sich die Zahl an Debütanten deutlich reduzieren. Aktuell trainiert kaum mehr ein Youngster mit dem Team von Trainer Lukas Kwasniok.
Die Wand im Eingangsbereich der FC-Akademie ist im Laufe der vergangenen Saison um mindestens acht gerahmte Bilder reicher geworden. Jedes Eigengewächs, das bei den Profis des 1. FC Köln sein Debüt feiert, darf sich mit einem Foto aus dem jeweiligen Pflichtspiel im Nachwuchsleistungszentrum verewigen.
In der letztjährigen Zweitliga-Saison waren das Jonas Urbig, Julian Pauli, Elias Bakatukanda, Jaka Cuber Potocnik, Neo Telle, Mikail Özkan, Oliver Schmitt und Meiko Sponsel. Zudem stand auch Marvin Obuz erstmals in der 2. Bundesliga für den FC auf dem Platz. Ob der gebürtige Kölner jedoch schon nach seinem einminütigen Debüt im DFB-Pokal 2021 beim VfB Stuttgart Hammer und Nagel in die Hand nehmen durfte, wurde in der vergangenen Saison nicht bekannt.
Weniger Talente im Profi-Training
Dass es in der kommenden Bundesliga-Spielzeit zu ähnlich vielen Debüts kommen wird, erscheint derweil noch vor dem ersten Spieltag als unwahrscheinlich bis ausgeschlossen. Schließlich hat der FC durch Transfers, die im vergangenen Sommer aufgrund der FIFA-Sperre nicht möglich gewesen waren, den Konkurrenzkampf durch externe Neuzugänge drastisch intensiviert.
Dadurch befinden sich schon die gesamte Vorbereitung über deutlich weniger eigene Talente im Profi-Training von Trainer Lukas Kwasniok. Zu Beginn hatten sich mit Etienne Borie, Emin Kujovic, Fayssal Harchaoui, Neo Telle, Youssoupha Niang, Malek El Mala und Luis Hauer immerhin sieben Talente zeigen dürfen. Der Torhüter sowie Niang und Borie waren dann auch mit ins Trainingslager gereist, während Telle, Harchaoui, Kujovic und El Mala zur U21 zurückgekehrt waren.
Plan für viele Talente: U21 oder Leihe
Während Telle nach der Verletzung von Julian Pauli zuletzt wohl nur vorübergehend wieder zum Kwasniok-Tross gestoßen war und Hauer nur gelegentlich das Torhüter-Quartett im Training der Profis komplettiert, kann Niang angesichts seiner Schulter-Operation derzeit nicht trainieren. Somit gibt es mit Jan Thielmann und Julian Pauli (nach seiner Verletzung) aktuell nur noch zwei Eigengewächse bei den Profis.
Streng genommen zählt auch Ron-Robert Zieler zu den Eigengewächsen des FC, durchlief der Keeper immerhin sechs Jahre lang die Nachwuchsabteilung der Geißböcke. Alle anderen vielversprechenden Talente sind, wie Potocnik oder Bakatukanda, sind aktuell verliehen oder kommen, wie beispielsweise Borie und Harchaoui, in der U21 zum Einsatz. Kujovic und Telle sollen derweil ebenfalls noch verliehen werden und bei einem anderen Club Spielpraxis auf höherem Niveau als in der Regionalliga sammeln.
Die in dieser Saison zumindest aktuell recht kurze Liste an Eigengewächsen im Kwasniok-Team zeigt dabei: Der Erfolg in der Bundesliga, sprich der Klassenerhalt, wird in der kommenden Saison wichtiger als die Talenteförderung im Profi-Umfeld. Letztlich liegt es jedoch auch an den Spielers selbst, sich mit Leistungen bei der U21 oder im Profi-Training für Höheres zu empfehlen. Auf neue Bilder an der Wand dürfte die FC-Akademie aber wohl noch ein wenig warten müssen.





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