Erst erschreckend schwach, dann schießt Ache den FC zum Sieg

Ragnar Ache köpft eine Kainz-Ecke zum 4:4 ein. (Foto: Bucco)
Ragnar Ache köpft eine Kainz-Ecke zum 4:4 ein. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat das 120-Minuten-Testspiel gegen Vitesse Arnheim mit 7:4 (3:3) gewonnen. Die Geißböcke zeigten zunächst eine erschreckend schwache Vorstellung, ehe Jakub Kaminski mit einem Doppelpack sowie Ragnar Ache mit einem lupenreinen Hattrick den FC auf Kurs brachten.

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichtet Marc L. Merten

Der Kampf um die Startelf-Plätze beim 1. FC Köln geht in die heiße Phase. Lukas Kwasniok hat am Sonntag im Testspiel gegen Vitesse Arnheim zunächst die aktuell vermeintlich stärkste Elf aufgeboten. Bei dem Test über 4×30 Minuten durfte sich jeder Spieler 60 Minuten lang zeigen. Jedoch enttäuschte die „erste Elf“ lange auf ganzer Linie, ehe zwei Neuzugänge gegen einen immer schwächer werdenden Gegner mit ihren Toren für Klarheit sorgten.

1.-60. Minute: Aufstellung und Tore

So begann der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Hübers, Pacarada – Thielmann, Martel, Johannesson, Maina – Bülter, Waldschmidt, Kaminski

9. Minute: Der FC begann äußerst fehlerhaft. Erst Johannesson, dann Sebulonsen und in der 9. Minute wieder Johannesson mit Ballverlusten direkt vor dem eigenen Strafraum. Beim dritten Mal wurde er bestraft. Der Isländer hatte sich in die Dreierkette fallen gelassen und wollte zentral zu Martel spielen, doch der Pass landete im Fuß eines Gegenspielers, der sofort auf Dillon Hoogewerf weiterleitete. Der Rechtsaußen zog halbrechts im Strafraum ab. Abgefälscht landete die Kugel unhaltbar für Schwäbe im Winkel zum 0:1.

24. Minute: Der FC konnte auch fortan nach vorne praktisch nichts anbieten, dafür lud Johannesson die Gäste zum zweiten Mal zum Toreschießen ein. Der Isländer war komplett von der Rolle und verlor wie schon beim 0:1 den Ball zentral vor dem eigenen Tor, diesmal durch ein Pressing des Gegners. Ein Pass auf Irakli Yegoian, dieser schlenzte den Ball mit rechts ins lange Eck. Das 0:2.

40. Minute: Im zweiten Viertel begann der FC nur unwesentlich besser. Dann patzte einmal mehr ein Kölner. Timo Hübers wollte an der linken Außenbahn klären, verlor aber letztlich den Ball und fehlte daraufhin im Zentrum. Die Niederländer kombinierten sich in den Strafraum, dort kam der Ball zu Tim von der Ley, der im zweiten Versuch aus fünf Metern den Ball an Marvin Schwäbe vorbei beförderte. Das 0:3.

53. Minute: Aus dem Nichts kam der bis dato erschreckend schwache FC erstmals auf die Anzeigetafel, und es sollte ein Wendepunkt im Spiel sein. Pacarada chippte die Kugel aus der eigenen Hälfte hinter die niederländische Abwehrreihe. Jakub Kaminski stand zwar wohl deutlich im Abseits, doch die Fahne blieb unten. Der Pole kam vor dem gegnerischen Torhüter an den Ball und spitzelte die Kugel zum 1:3 über die Linie.

54. Minute: Damit war der FC plötzlich wach, und nur Sekunden später fiel der Anschlusstreffer. Dieses Mal war das Tor schön herausgespielt. Maina trieb die Kugel über links nach vorne und passte ins Zentrum. Waldschmidt spielte mit Kaminski doppelten Doppelpass und bediente den Neuzugang schließlich im Strafraum. Erneut schob Kaminski den Ball am Torhüter vorbei ins Tor, das sehenswerte 2:3.

60. Minute: Und tatsächlich glich der FC noch vor dem Ende der ersten 60-minütigen Halbzeit aus. Dieses Mal kombinierte sich der FC von hinten schnell durchs Zentrum nach vorne. Thielmann durfte rechts unbedrängt flanken. Maina kam im Strafraum herangerauscht und schoss den Ball zum 3:3-Ausgleich ins Netz.

61.-120. Minute: Aufstellung und Tore

So setzte der FC das Spiel fort: Zieler – Schmied, Krauß, Heintz – Gazibegovic, Huseinbasic, Kainz, Tigges – Rondic, Ache, S. El Mala

62. Minute: Kaum hatte der FC komplett durchgewechselt, schlief auch die neue FC-Formation in der Defensive. Ein Eckball kam flach in die Mitte. Kein FC-Spieler konnte die Hereingabe klären und Marcus Steffen stocherte die Kugel im Fünfmeterraum zum 3:4 über die Linie.

74. Minute: Unmittelbar nach dem 3:4 hatte Imad Rondic die Kopfballchance zum Ausgleich. Dieser fiel aber erst zehn Minuten später. Der FC erarbeitete sich durch ein gutes und frühes Pressing einen Eckball. Florian Kainz gab den Standard in die Mitte, Ragnar Ache stieg in der Mitte am höchsten und traf per Kopf zum 4:4.

76. Minute: Nur zwei Minuten später drehte der FC die Partie. Ache und El Mala gewannen in der vordersten Reihe zweimal den Kampf um den zweiten Ball. Dann konnte El Mala Tempo aufnehmen und legte den Ball auf die linke Seite. Dort flankte Steffen Tigges flach in den Strafraum, wo Ache aus abseitsverdächtiger Position in die Hereingabe rutschte und den Ball zum 5:4 über die Linie drückte.

83. Minute: Der FC profitierte in dieser Phase von einem gut aufgelegten Ache und einem noch besser aufgelegten Kainz. Das Duo verstand sich gut, und so fiel auch das sechste FC-Tor über das Duo. Kainz setzte sich links gut durch und flankte ins Zentrum, wo Ache im Zweikampf den Fuß am Ball hatte und zum 6:4 über die Linie spitzelte.

92. Minute: Im letzten Viertel eröffnete erneut Kainz das Schauspiel, denn der Standard-Experte servierte einen Freistoß mustergültig auf Imad Rondic. Der Stürmer schraubte sich im Zentrum hoch und köpfte wuchtig unter die Latte zum 7:4.

Fazit

Der 1. FC Köln hat gegen Arnheim zwei unterschiedliche Gesichter gezeigt. In den ersten 50 Minuten präsentierte sich der FC phasenweise unterirdisch, defensiv enorm fehleranfällig und nicht ansatzweise Bundesliga-reif. Erst nach dem ersten Treffer spielte Köln zielstrebiger und zeigte offensiv mehr von dem, was Lukas Kwasniok sehen will. Sieben Tore waren eine gute Ausbeute, vier Gegentore gegen einen niederländischen Zweitligisten hingegen sind ein Warnsignal. Dieses Testspiel dürfte Kwasniok viel Anschauungsmaterial geliefert haben.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
28 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete