Kessler hat „große Fantasie“ und verrät: FC-Juwel ohne Ausstiegsklausel

Thomas Kessler und Lukas Berg im Franz-Kremer-Stadion. Das Duo verantwortet auch die Kaderplanung der U21. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Thomas Kessler und Lukas Berg im Franz-Kremer-Stadion. Das Duo verantwortet auch die Kaderplanung der U21. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Thomas Kessler hat sich beim Rheinischen Fußballgipfel zum Umbruch beim 1. FC Köln geäußert und ein spannendes Vertragsdetail verraten. Mit der Qualität der Mannschaft zeigt sich der Sportdirektor zufrieden.

Die Bundesliga steht noch in den Startlöchern, doch der erste Derby-Abend hat bereits stattgefunden: Die Rheinische Post bat am Mittwoch zu ihrem jährlichen Rheinischen Fußballgipfel mit den Managern von Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf und natürlich auch dem 1. FC Köln, für den Thomas Kessler auf der Bühne saß. So hitzig wie auf dem Rasen ging es in Düsseldorf zwar nicht zu, doch der FC-Sportdirektor verriet ein interessantes Vertragsdetail.

So bestätigte Kessler, dass Said El Mala auch in seinem neuen Arbeitspapier über keine Ausstiegsklausel verfügt. „Wir sind sehr froh, dass wir aus der Leihe heraus die Verträge von Said und Malek verlängern konnten“, sagte der Kölner Sportchef, als die Runde auf den umworbenen Youngster zu sprechen kam, und stellte klar: „Beide stehen fünf Jahre bei uns unter Vertrag und haben im Vertrag keine Ausstiegsklausel. Das ist schon ein gegenseitiges Commitment von allen Parteien, dass man sagt: Wir sind froh gemeinsam arbeiten zu können.“

El Mala zeigt, „warum andere Clubs ihr Interesse hinterlegen“

Daher sei es für ihn auch „einfach“ gewesen, „ruhig zu bleiben“, als Brighton & Hove Albion zuletzt um Said El Mala warb und rund 15 Millionen Euro geboten haben soll, inklusive einer sofortigen Rück-Leihe nach Köln. „Wir wollen den Jungen entwickeln und in der Bundesliga ankommen lassen“, kündigte Kessler an und gab zugleich zu bedenken: „Natürlich macht das etwas mit ihm, wenn ein Premier-League-Club auf einen Spieler zukommt, der vorher nur 3. Liga gespielt hat.“

Said El Mala im FC-Training. (Foto: Bucco)
Said El Mala im FC-Training. (Foto: Bucco)

Aus Kesslers Sicht wäre der Sprung nach England für El Mala ohnehin zu früh gekommen: „Er hat noch viele Schritte zu gehen, bevor wir uns über irgendetwas unterhalten, was mehr ist als Fußball-Bundesliga beim 1. FC Köln.“ Dabei wolle der FC den 18-Jährigen unterstützen. „Wir haben uns mit ihm und seiner Familie ausgetauscht, weil es wichtig ist, da die Erwartungshaltung klar zu halten.“ Wobei El Mala bereits bei seinem beherzten Debüt-Auftritt im Pokal in Regensburg angedeutet habe, „warum wir bei ihm eine so große Fantasie haben und andere Clubs ihr Interesse hinterlegen“.

Kessler mit Kader „auf jeden Fall zufrieden“

Im Profi-Kader des FC ist El Mala Stand jetzt einer von elf Zugängen. Kessler zeigt sich mit der Qualität der Mannschaft nach den zahlreichen Transfers „auf jeden Fall zufrieden“, erklärte in der Runde mit Simon Rolfes, Roland Virkus und Klaus Allofs: „Wir mussten einiges machen aufgrund der Transfersperre. Im Winter konnten wir das erste Mal transferieren, in der 2. Liga. Für uns war es im Sommer sicherlich einfacher, auf dem Transfermarkt zu agieren. Wir brauchten frisches Blut, eine höhere Qualität und einen höheren Konkurrenzkampf in der Mannschaft. Das war unser Auftrag.“

Hinzu kamen natürlich auch Abgänge wie Damion Downs und Max Finkgräfe, die für zusätzliche Einnahmen gesorgt haben. „Wir haben auch Spieler verloren“, so Kessler: „Es sind Verträge ausgelaufen und wir haben Spieler verkauft – sogar den einen oder anderen, den wir gerne behalten hätten, wo wir aber gesagt haben: Okay, wenn es für den Club noch gewinnbringend ist, dann trennen wir uns und versuchen, das Geld zu reinvestieren.“

Wenn wir die ersten beiden Bundesliga-Spiele verlieren, sind wir gefühlt abgestiegen. Wenn wir gewinnen, ist alles außer Europa eh eine Frechheit.

Thomas Kessler

Obwohl es schon viele Transfer-Bewegungen gegeben hat, stehe sein Handy weiterhin nicht still: „Es gibt immer noch den einen oder anderen Berater, der mal eine gute Idee hat. Dann gibt es den einen oder anderen Berater, der über seinen Klienten sprechen möchte, der in der ersten Pokalrunde nicht gespielt hat. Das ist aber völlig normal.“

Neben dem Kader-Umbruch bezeichnete Kessler auch das Erwartungsmanagement als einen zentralen Baustein seiner Arbeit: „Es ist einfach wichtig, im Innenleben offen und transparent zu sprechen und das eine oder andere richtig einzuordnen. Wenn wir die ersten beiden Bundesliga-Spiele verlieren, sind wir gefühlt abgestiegen. Wenn wir gewinnen, ist alles außer Europa eh eine Frechheit.“ Am Sonntagnachmittag in Mainz würde Kessler gewiss gerne einen Auftakterfolg richtig einordnen.

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