Kwasniok will Ära prägen: „Schön, wenn nach Köln nichts mehr kommt“

Lukas Kwasniok will möglichst lange beim 1. FC Köln bleiben. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok will möglichst lange beim 1. FC Köln bleiben. (Foto: Bucco)

Lukas Kwasniok fühlt sich beim 1. FC Köln pudelwohl. Der Trainer hofft, bei den Geißböcken eine Ära prägen zu können – und setzt sich bewusst keine anderen persönlichen Ziele.

Am Mittwochvormittag dürfte Lukas Kwasniok die Wucht des 1. FC Köln noch einmal ganz bewusst geworden sein. Bei über 30 Grad hatten sich so viele Fans wie schon lange nicht mehr am Geißbockheim versammelt, um den Kölner Vorbereitungsstart auf die erste Pokalrunde am Sonntag in Regensburg zu verfolgen.

Mit dem Ende des Trainings war die Arbeit für die Profis und das Trainerteam aber noch nicht getan. Mehrere hunderte Fans warteten noch auf die Mannschaft, um Autogramme und Fotos zu ergattern. Und so verschwand Kwasniok um kurz nach halb eins als letzter Akteur wieder in der Kabine, nachdem er rund eine halbe Stund lang sämtliche Fan-Wünsche geduldig und mit Freude erfüllt hatte.

Kwasniok will in Köln eine Ära prägen

Wie zufrieden der 44-Jährige mit seinen ersten Wochen als FC-Trainer ist, sieht man Kwasniok dabei nicht nur an. Im Bild-Podcast Phrasenmäher unterstrich der gebürtige Pole selbst: „Ich bin aktuell sehr, sehr glücklich beim FC und hoffe, hier eine Ära prägen zu können – weil ich glaube, dass der Verein und meine Wenigkeit echt gut zusammenpassen.“ Schon vor dem ersten Gespräch mit Sportdirektor Thomas Kessler habe Kwasniok dabei gewusst, dass er den Job gerne annehmen will.

„Ich habe meiner Frau gesagt“, berichtete Kwasniok, „Köln – auf jeden Fall machen! Man fühlt das ja: Es kommt ein Anruf und da ist ein anderes Bibbern, ein anderes Kribbeln im Bauch. Dann musst du deinem Gefühl folgen. Das ist wie das Kennenlernen einer Frau. Du weißt gar nicht warum, aber irgendwie habe ich mich verguckt.“ Wie lange die Beziehung zwischen Kwasniok und dem FC am Ende hält, steht aktuell noch in den Sternen. Vorerst hat der Trainer für drei Jahre am Geißbockheim unterschrieben.

Bayern-Trainer? Nicht Kwasnioks Ziel

Ob daraus am Ende mehr werden, dafür zeigt Kwasniok offen. „Ich habe mir nie Karriereziele gesetzt. Die Dinge sind so gekommen. Ich fühle mich hier pudelwohl und wenn nach Köln nichts mehr kommt, weil ich hier acht Jahre Trainer bin, ist das äußerst schön.“ Das Ziel, irgendwann einmal zwingend eine Champions-League-Mannschaft oder die Bayern oder Dortmund zu trainieren, verfolge der in Karlsruhe aufgewachsene Fußballlehrer nicht.

Dafür hat Kwasniok einen anderen Plan: Seine Laufbahn an der Seitenlinie mit Anfang 50 zu beenden. „Ich bin 44 und mein Ziel ist einfach, mit Anfang 50 einen anderen Lebensabschnitt zu wählen“, bestätigte der Köln-Coach. Sollte Kwasniok seine Karriere in acht Jahren tatsächlich beim FC beenden, hätte der Trainer dabei in der Tat eine Ära geprägt. Acht Jahre lang war schließlich noch kein Trainer beim FC.

Stöger nach wie vor Rekord-Trainer

Aktuell ist nach wie vor Peter Stöger mit viereinhalb Jahren und 168 Pflichtspielen Kölns Rekordtrainer. Mit Steffen Baumgart auf Platz zehn (zweieinhalb Jahre, 98 Spiele) findet sich immerhin ein weiterer Trainer der jüngeren Vergangenheit unter den Top-10. Bis dahin ist für Kwasniok jedoch noch ein Weg zu gehen.

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