Seit knapp zwei Monaten ist Lukas Kwasniok Cheftrainer des 1. FC Köln. Der 44-Jährige hätte zuvor aber auch bei zwei anderen Club unterschreiben können. Nun erklärt der Trainer, woran die Wechsel scheiterten und wie lange er überhaupt seinen Job ausüben will.
Nicht nur am Geißbockheim ist Lukas Kwasniok längst angekommen. Auch in Köln kann es sich der Trainer inzwischen endlich heimisch machen. Die Wohnungssuche in der Domstadt war zu Beginn seiner Amtszeit das große Thema. Seit dem Trainingslager ist die Tinte unter dem Mietvertrag jedoch trocken.
Das Problem bei der Suche war dabei häufig eine zweijährige Mietbindung gewesen, auf die die Vermieter bestanden hatten. „Da habe ich gesagt: Leute, ich bin Trainer des 1. FC Köln, da ist es nicht automatisch der Fall, dass man auf jeden Fall zwei Jahre hier überlebt“, erzählte Kwasniok nun im Phrasenmäher-Podcast der Bild.
Paderborn verhinderte zwei Wechsel
Ursprünglich hatte Kwasniok im Sommer eigentlich eine Pause einlegen wollen, nachdem er seinen noch ein Jahr gültigen Vertrag in Paderborn nicht mehr hatte erfüllen wollen. Dann jedoch kam der Anruf von FC-Sportchef Thomas Kessler. „Es wäre nicht fair gewesen, eine Aufgabe mit 90 Prozent anzugehen und dann zu sagen, dass mehr nicht drin war. Nach vier Jahren hatte ich das Gefühl, es muss jemand anderes her, der das mit derselben Leidenschaft angeht, wie ich jetzt in Köln.“
Einem vorzeitigen Abschied aus Ostwestfalen hatte der SC Paderborn dabei bereits gleich zwei Mal einen Riegel vorgeschoben. Das Interesse des Hamburger SV im Winter 2024 ist verbrieft, Kwasniok hätte in der Hansestadt der Nachfolger von Steffen Baumgart werden sollen. „Wenn du die Möglichkeit bekommst, einen großen Traditionsverein zu trainieren und das konkret wird, ist es schon schwer, das zu akzeptieren“, erklärte Kwasniok.
Wohlgemuth wollte Kwasniok zum VfB holen
Dass der gebürtige Pole enttäuscht über die fehlende Freigabe gewesen war, hatte auch damit zu tun, dass der SCP bereits zwei Jahre zuvor einen Wechsel abgeblockt hatte. Denn als im Winter 2022 der damalige Paderborner Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth zum VfB Stuttgart gewechselt war, hätte der Sportchef den Trainer gerne mit zum Bundesligisten genommen.
„Es lag damals auf der Hand, als Fabian nach Stuttgart gegangen ist, dass es ein Interesse gab. Es waren vertiefte Gespräche, der SC Paderborn hat mich grundsätzlich aber nicht gelassen. Sie haben dem einen Riegel vorgeschoben, damit war die Chance damals weg“, gab Kwasniok nun erstmals Preis. Der Trainer hatte die Wechsel-Absage damals professionell aufgenommen, sei jedoch Ende letzten Jahres „enttäuscht“ gewesen, dass ihm später auch die Chance, zum HSV zu gehen, verwehrt worden war.
Es war wichtig, den Schalter wieder sehr schnell umzulegen.
Lukas Kwasniok
„Trotzdem gilt es dann, sehr schnell wieder den Fokus an den Tag zu legen“, sagte Kwasniok. Du kannst dann enttäuscht sein, wenn eine Tür auf und wieder zu geht. Aber dann musst du da sein. Es war wichtig, den Schalter wieder sehr schnell umzulegen.“ Mit dem SC Paderborn spielte der 44-Jährige trotzdem bis zum Saisonende um den Aufstieg mit, verpasste den Sprung nach ganz oben erst am letzten Spieltag.
Nun ist Kwansiok aber mit ein wenig Verzögerung doch noch bei einem Traditionsverein gelandet. Wie lange der Badener am Ende in Köln bleiben wird, ist freilich noch ungewiss. Einen Plan für seine Zukunft hat der Trainer aber bereits – und der sieht durchaus einen vorzeitigen Ruhestand vor. „Wir sind alle nur temporär auf dieser Welt und am Ende hast du irgendwann mal einen Zettel an deinem Zeh“, sprach Kwasniok sehr bildlich über seine Pläne.
So lange will Kwasniok Trainer bleiben
Und weiter: „Ich glaube, dass in allererster Linie deine Familie mal neben dir stehen wird. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich für mich entschieden habe, irgendwann mit Anfang 50 diese bunte Fußballwelt zu verlassen.“ Heißt, dass Kwasniok noch maximal zehn Jahre im Profi-Fußball an der Seitenlinie stehen will. Einen Großteil dieser Zeit würde der Trainer dabei am liebsten beim FC verbringen.
Denn ginge es nach Kwasniok, hätte er sich bei der Wohnungssuche wohl auch auf eine Mietbindung eingelassen. Schließlich plant der Trainer durchaus, länger in Köln zu bleiben. „Logischerweise würde ich mir wünschen, dass es eher so endet wie in Paderborn und dass aus zwei Jahren vielleicht vier werden.“ Zumindest bis zum Sommer 2028 ist Kwasniok vertraglich an den FC gebunden. Und der Trainer hat Stand jetzt sicherlich vor, diesen auch zu erfüllen.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!