Jörg Alvermann und Martin Hollweck treten am Samstag mit zwei unterschiedlichen Vorstandsteams beim 1. FC Köln an. Dass das Duo zur Wahl steht, geht auf ihre eigene Initiative zurück.
Carsten Wettich ist amtierender Vizepräsident. Wilke Stroman war Sponsor des 1. FC Köln und wurde von Wettich ebenso angesprochen wie die ehemalige FC-Spielerin Tugba Tekkal. Jörn Stobbe war schon einmal im Aufsichtsrat der Geißböcke. Ulf Sobek war beim FC schon einmal angestellt. Sven Adenauer wurde von Martin Hollweck und Thorsten Kiesewetter angeworben, und letzter von Hollweck selbst.
Zwei Kandidaten für den Vorstand des 1. FC Köln haben sich von selbst aufgestellt: Hollweck vom Team Adenauer und Jörg Alvermann vom Team Stobbe. Die beiden Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten gingen ihren eigenen Weg und stehen nun am Samstag auf der Bühne im RheinEnergieStadion und stellen sich den Mitgliedern. Was war ihre Motivation?
Welche Motivation zur Bewerbung führte
„Der Verein hatte in den vergangenen Jahren Defizite gerade in den Bereichen, in denen ich auch beruflich tätig bin“, sagt Alvermann dem GEISSBLOG. „Stichworte Transfersperre, längst überfällige Satzungs- und Strukturreform, Rechtsstreit Geißbockheim, Vereinsrecht: Ich möchte nicht länger zuschauen, sondern besser machen.“ Daher hatte sich Alvermann initiativ beim Mitgliederrat beworben und wurde schließlich ausgewählt.
Eine ähnliche Motivation verfolgte Hollweck, wenn aus anderer Perspektive. „Auslöser war der Ärger über die letzten Mitgliederversammlungen und als ein Team abgenickt wurde, das außerhalb des FC-Kosmos kaum jemand kannte“, sagt der Metzgermeister dem GEISSBLOG. „Beim Mitgliederstammtisch im 12. Mann im Dezember 2024 war ich so sauer, dass ich sagte: Mir reicht’s. Ich bewerbe mich jetzt beim FC. Ich will dazu beitragen, dass unser Verein wieder dahin kommt, wo er hingehört.“
Was Alvermann und Hollweck ausmacht
Hollweck kontaktierte auch den Mitgliederrat, entschied sich letztlich aber, mit Kiesewetter zusammen ein eigenes Team auf die Beine zu stellen. Alvermann dagegen setzte sich beim Gremium durch und wurde vorgeschlagen, auch wegen seiner juristischen Expertise. „Ich verfüge über jahrzehntelange Erfahrung als Fachanwalt für Sportrecht und Steuerrecht“, sagt Alvermann. „Hinzu kommt eine gewisse Fähigkeit, komplexe Sachverhalt einfach und verständlich zu machen. Ich möchte einen FC, den jeder versteht.“
Alvermann gilt einigen FC-Fans als Trumpfkarte des Team Stobbe. Aber auch Hollweck weiß, wie er die Menschen erreicht. „Ich bin als Metzgermeister in erster Linie ein Dienstleister. Und diesen Gedanken will ich im Fall unserer Wahl auch in den Verein tragen“, sagt Hollweck. „Ich höre den Menschen zu und bin für sie da. Ich bin ein Sprachrohr der Fans. Ich bin einer aus dem Volk, einer von ihnen. Ich setze mich mit voller Leidenschaft für alle ein, die wie ich den Verein lieben.“
Herzensprojekte ähneln sich
Alvermanns Herzensprojekt ist die Satzungs- und Strukturreform, verbunden mit dem Kampf gegen Investoren und für 50+1. „Hier kann der FC im deutschen Fußball eine Vorreiter-Rolle einnehmen“, sagt der Jurist. „Darüber hinaus werde ich mich für eine intensivere Mitgliederbeteiligung einsetzen.“ Das will auch Hollweck, wobei sich hier die Teams unterscheiden. Während das Team Stobbe sich bislang nicht klar für eine hybride Mitgliederversammlung ausgesprochen hat, will Hollweck dafür kämpfen.
„Ich will, dass sich nicht nur 1.000 Mitglieder bei unserem FC einbringen und bei den Mitgliederversammlungen abstimmen. Jedes unserer über 150.000 Mitglieder hat die Chance, mitzubestimmen“, sagt das langjährige FC-Mitglied. „Unser FC sollte so geführt werden, dass es eine breite Basis gibt. Und einen von möglichst vielen Mitgliedern gewählten Vorstand, der dazu beiträgt, den Verein mit der Geschäftsführung und allen tollen Mitarbeitern im Geißbockheim weiterzuentwickeln.“
Am Samstag haben die Mitglieder das Wort
Und so werden am Samstag zwei Vorstandskandidaten auf der Bühne um die Stimmen der Mitglieder kämpfen, die jeweils aus eigenem Antrieb und mit unterschiedlichem Background in den Wahlkampf eingestiegen waren. Team Stobbe, Team Adenauer und Team Stroman – am Samstag haben die Mitglieder das Wort. Dann gilt es auch zu entscheiden, welche Kandidaten sich am glaubhaftesten für die Sache FC einsetzen. Alvermann und Hollweck haben allein durch ihren Bewerbungsweg ein Zeichen gesetzt.








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