„Hat schlecht trainiert!“ Man of the Match hätte fast nicht gespielt

Marius Bülter hat sein zweites Saisontor für den 1. FC Köln erzielt. (Foto: IMAGO / Moritz Müller)
Marius Bülter hat sein zweites Saisontor für den 1. FC Köln erzielt. (Foto: IMAGO / Moritz Müller)

Marius Bülter ist beim 1. FC Köln voll eingeschlagen. Der Neuzugang war beim 4:1 (1:0)-Erfolg über den SC Freiburg an drei Treffern direkt beteiligt gewesen. Dabei hätte der Angreifer beinahe gar nicht gespielt.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Martin Zenge und Marc L. Merten

Marius Bülter ist beim 1. FC Köln der Mann der ersten beiden Spieltage. In Mainz hatte der Sommer-Neuzugang kurz vor Schluss zum hart umkämpften 1:0-Sieg getroffen. Eine Woche später war der Angreifer an drei der vier Kölner Treffer direkt beteiligt gewesen. Das 1:0 bereitete der 32-Jährige mit einer perfekten Flanke auf Jakub Kaminski vor, das 2:0 erzielte er nach Vorarbeit von Jan Thielmann erneut per Kopf. Und beim dritten Tor – diesmal traf Thielmann selbst – spielte Bülter den scharfen Pass in den Fuß des Kölner Eigengewächs.

„Ehrlicherweise haben wir ihn dafür verpflichtet“, meinte Thomas Kessler nach dem Spiel trocken. Der Sportdirektor schob aber zufrieden hinterher: „Es ist super erfreulich, dass uns Marius in den ersten beiden Spielen nicht nur mit seinen Toren hilft, sondern auch als Typ in der Kabine. Man sieht, dass er zu den erfahrenen Spielern gehört. Wir haben gesagt, dass wir nicht nur Potenzial-Spieler holen, sondern auch Jungs brauchen, die die Bundesliga kennen.“

Darum hätte Bülter fast nicht begonnen

Mit inzwischen 148 Bundesliga-Spielen gehört Bülter freilich zu den ganz erfahrenen Akteuren im Kölner Kader. Allerdings wäre am Sonntag zumindest ein weiterer Startelf-Einsatz beinahe gar nicht zustande gekommen, wie Lukas Kwasniok hinterher verriet. „Er hätte fast nicht begonnen, weil er schlecht trainiert hat.“

Nach dem intensiven Spiel gegen Mainz 05 war Bülter unter der Woche schlichtweg nicht richtig frisch gewesen. „Er hatte zwei schlechte Trainingstage. Die Laufleistung im Training hat nicht gepasst“, erklärte der FC-Trainer, der seinem Angreifer das auch ehrlich mitgeteilt und angedeutet hatte, dass es so nicht für die Startelf reichen würde. „Er hat dann gesagt: ’super, dass wir jetzt schon so einen offenen Austausch haben'“.

Kwasniok: „Alter schützt vor Leistung nicht“

Ausschlaggebend war dabei auch die Pause, die Bülter während der Vorbereitung aufgrund einer kleineren Verletzung bei der TSG Hoffenheim hatte einlegen müssen. „Die harten Läufe haben ihm gefehlt.“ Aufgrund seiner Größe und auch des Tores gegen Mainz habe sich Kwasniok dann aber doch für einen Startelf-Einsatz von Bülter entschieden. „Wir haben gesagt, dass er so lange Gas geben soll, wie er kann.“ Dann schob der Trainer hinsichtlich des zweitältesten Spielers im Kader noch nach: „Alter schützt vor Leistung nicht.“

Bülter selbst blieb nach seinen zwei Toren und zwei Vorlagen an den ersten beiden Spieltagen derweil gelassen. „Es freut mich natürlich, dass es so gut läuft. Ich bin gut aufgenommen worden, die Mannschaft hat es mir leicht gemacht. Mit den Mitspielern und den Trainern passt es – und dann kommt auch noch ein bisschen Glück dazu.“ Das Glück hat sich Bülter mit seinem FC-Start aber auch selbst hart erarbeitet – und hätte das beinahe mit einem Bank-Platz bezahlt.

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