Vereinte Führung: Die Wahl ist eine große Chance für den 1. FC Köln

Jörg Alvermann, Jörn Stobbe, Ulf Sobek und Fabian Schwab. (Foto: Bucco)
Jörg Alvermann, Jörn Stobbe, Ulf Sobek und Fabian Schwab. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat eine denkwürdige Mitgliederversammlung erlebt mit einem deutlichen Ergebnis. Das Votum für das Team Stobbe ist ein Auftrag an alle Gremien, sich nun für den FC zu versammeln.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Es gab einen kritischen Moment auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln. An diesem Punkt hätte die Stimmung kippen können. Die Aussprache der Vorstandswahl lief, und es war nicht klar, ob tatsächlich alle Mitglieder würden sprechen können, die eine Wortmeldung hatten. Und da passierte, was niemand hatte kommen sehen: Werner Wolf und Fabian Schwab meldeten sich gemeinsam zu Wort.

Wolf appellierte an die Mitglieder, die bis dato angespannte, aber positive Versammlung nicht kippen zu lassen. Schwab bat um eine bedachtere Wortwahl bei den Meldungen. Das Duo, das sich an diesem Tag in tiefer Abneigung gegenüber gestanden hatte, vereinte sich im Sinne des FC, um die MV zu einem geordneten und vor allem nicht anfechtbaren Ende zu führen. Es gelang.

Der FC muss wieder geeint werden

Wolf und Schwab haben vorgemacht, was der FC nun braucht: Der 1. FC Köln muss wieder geeint werden. Auf der MV trat zutage, was über die Monate hinweg spürbar war: dass dieser Club, wenn nicht gespalten, so aber doch aus derart vielen Strömungen besteht, dass es ein großes Unterfangen sein wird, möglichst viele Menschen hinter einer Linie für die Zukunft zu versammeln. Und genau diesen Auftrag haben jetzt die neu gewählten Gremien.

Der Mitgliederrat hatte das Team um Neu-Präsident Jörn Stobbe vorgeschlagen. Nun wurden Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek gewählt. Hinter diesem Trio steht ein Beirat, der nun zwar erst einmal neu benannt werden muss, der aber in großen Teilen wieder aus jenen Wirtschaftsführern bestehen dürfte, die sich ebenso offen hinter Stobbe vereint hatten. Und so besteht tatsächlich die Chance, dass Vorstand, Mitgliederrat und Beirat an einem Strang ziehen, um den FC wieder zu vereinen.

Steht der FC vor einer Zeitenwende?

Diese Chance müssen alle Beteiligten nutzen. Und wenn Stobbe und Co. klug sind, werden sie versuchen auch den alten Vorstand um Wolf ebenso mit einzubinden in die Gespräche wie die beiden gescheiterten Vorstandsteam um Wilke Stroman und Sven Adenauer. Warum sollte Stroman und Adenauer nicht künftig dem Beirat angehören? Warum sollten Wolf und Eckhard Sauren nicht eingebunden werden, um einen fließenden Übergang zu garantieren und einen inhaltlichen Austausch aufrecht zu erhalten?

Vorstand, Mitgliederrat und Beirat haben die große Chance, den 1. FC Köln hinter einer gemeinschaftlichen Vision zu vereinen. Dafür braucht es nicht nur eine klare Gremienarbeit, sondern auch künftig weiter eine hohe Beteiligung an der Mitgliederversammlung. Die MV am Samstag mit fast 6000 Mitgliedern im RheinEnergieStadion war ein voller Erfolg. Wenn dies nur der Anfang war, dann stehen die Geißböcke womöglich vor einer Zeitenwende.

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