Jusuf Gazibegovic steht gegen den VfL Wolfsburg nicht im Kader des 1. FC Köln. Der Winter-Neuzugang aus Graz hat unter Trainer Lukas Kwasniok keinen leichten Stand. Während seiner Länderspielreise hat der Bosnier über seine Situation gesprochen.
Als erster Neuzugang nach der abgesessenen Transfersperre wurde im Winter 2025 Jusuf Gazibegovic beim 1. FC Köln vorgestellt. Der 25-Jährige sollte die Lücke auf der Rechtsverteidigerposition schließen, nachdem sich Flügelstürmer Jan Thielmann dort nie wirklich zurecht gefunden hatte. Direkt am ersten Spieltag gegen den Hamburger SV hatte Gazibegovic schließlich auch in der Startelf von Ex-Trainer Gerhard Struber gestanden und in der Folge neun Partien am Stück absolviert.
Mit der praktizierten Dreierkette konnte sich der bosnische Nationalspieler jedoch nie wirklich anfreunden, kam vom Meister aus Graz als klarer Rechtsverteidiger in der Viererkette. „Als ich nach Köln gekommen bin, ist das alles ein bisschen unglücklich gelaufen. Wir haben mit einem System gespielt von dem ich mir dachte, dass ich das leichter reinbekomme, aber es ist mir gar nicht gelegen, muss ich ehrlich sagen“, gab Gazibegovic nun bei Sky Sport Austria offen zu.
„Dachte mir: Hallelujah, endlich“
„Dann, als ich langsam reingekommen bin“, fuhr der FC-Profi fort, „habe ich mich verletzt und war sieben Wochen raus.“ Im Heimspiel gegen Darmstadt hatte sich Gazibegovic nach einem Foul von Fraser Hornby einen Syndesmosebandriss zugezogen, wurde aber pünktlich zum Saisonfinale und nach der Entlassung von Struber wieder fit. „Dann war der Trainerwechsel, wir haben auf Viererkette umgestellt und ich dachte mir: Hallelujah, endlich kann ich meine Position spielen. Das habe ich nach dieser Verletzung ziemlich gut gemacht.“
Tatsächlich hatte Gazibegovic unter Funkel sowohl in Nürnberg als auch gegen den 1. FC Kaiserslautern sofort wieder in der Startelf gestanden. Entsprechend ist der Abwehrspieler mit viel Rückenwind und großer Motivation in die Sommer-Vorbereitung gestartet. Dabei hatte er sich „vorgenommen, dass ich wieder voll attackieren will. Ich glaube, dass ich keine schlechte Vorbereitung gespielt habe. Ich habe in den Trainings Vollgas gegeben, ich habe in den Spielen alles gegeben“, sagte Gazibegovic.
Zwei Neuzugänge auf Gazibegovics Position
Bislang allerdings muss der gebürtige Salzburger Neuzugang Sebastian Sebulonsen den Vortritt lassen. Im Pokal gegen Jahn Regensburg und im ersten Ligaspiel gegen Mainz war der Verteidiger überhaupt nicht zum Einsatz gekommen. Mit Alessio Castro-Montes ist kurz vor Transferschluss sogar noch ein weiterer Konkurrent, der auf dieser Position spielen kann, hinzugekommen.
Gegen den SC Freiburg durfte Gazibegovic zuletzt aber für knapp 25 Minuten ran – wenn auch auf eher ungewohnter Position als Linksverteidiger. „Klar war das nicht einfach für mich, aber ich glaube, ich habe in der Freiburg-Woche noch richtig einen draufgesetzt und ziemlich gut trainiert und habe dann auch die Chance bekommen vom Trainer“, berichtete Gazibegovic. Nun jedoch der erneute Rückschlag: Für den FC-Kader in Wolfsburg wurde der Bosnier nicht berücksichtigt, stieg am Freitag nicht mit in den Mannschaftsbus in Richtung Autostadt.
Entsprechend sei die Situation für ihn „gar nicht leicht“, wie er zuletzt selbst zugab. Vor seinem Wechsel nach Köln habe er 50 bis 60 Spiele pro Jahr gemacht, sei nie verletzt gewesen. „Das beschäftigt mich, um ehrlich zu sein, schon sehr. Aber ich versuche das nicht so an mich ranzulassen. Ich weiß, dass du durch harte Arbeit immer alles zurückgezahlt bekommst.“ Aktuell reicht die Arbeit jedoch nicht für einen Kader-Platz bei Lukas Kwasniok aus.








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