Zur erfolgreichen Sommer-Transferperiode des 1. FC Köln haben vier Leihen beigetragen. Um die ausgeliehenen Profis fest zu verpflichten, müssten die Geißböcke nach der Saison eine zweistellige Millionensumme investieren.
Seine erste Transferperiode als Sportchef hätte wohl kaum besser laufen können: Ob von Ex-Bundesliga-Manager Michael Reschke („Was Thomas an Entscheidungen geliefert hat, ist außergewöhnlich“) oder durch das Branchenportal Transfermarkt.de, das die Werte des 1. FC Köln reihenweise angehoben hat – Thomas Kessler erhält für seine Arbeit aktuell reichlich Lob.
Die wichtigste Wertschätzung liefert fraglos die Tabelle, die den FC vor dem Heimspiel gegen Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) auf Platz sechs führt. Der Umbruch, den Kessler seit dem Sommer mit Trainer Lukas Kwasniok sowie elf Neuzugängen für mehr als 20 Millionen Euro vollführt, fruchtet offenbar im Eiltempo.
Kessler wollte Kaufoptionen, Kessler bekam Kaufoptionen
Ein Teil der Transferstrategie waren Leihen. „Das ist sicherlich eine Praxis, die interessant sein kann“, hatte Kessler nach seiner Beförderung zum Sportdirektor angekündigt und vier Leihgeschäfte folgen lassen. Jakub Kaminski (VfL Wolfsburg), Tom Krauß (FSV Mainz 05), Kristoffer Lund (FC Palermo) und Cenk Özkacar (FC Valencia) wurden zunächst bis Saisonende verpflichtet.
Wir sind ein Entwicklungsclub in der Hinsicht, dass wir unsere eigenen Spieler entwickeln und vielleicht weiterverkaufen wollen. Wir sehen uns aber nicht als Farmclub für irgendeinen großen Verein.
Thomas Kessler
„Was für uns wichtig ist“, hatte Kessler damals ergänzt: „Dass wir eine Kaufoption für die Spieler bekommen.“ Der FC sei fraglos „ein Entwicklungsclub in der Hinsicht, dass wir unsere eigenen Spieler entwickeln und vielleicht weiterverkaufen wollen“, aber ganz sicher kein „Farmclub für irgendeinen großen Verein“.
Tatsächlich verfügt der FC bei allen vier Leihprofis über solche Optionen. Und sollten die Leistungen im weiteren Saisonverlauf annähernd jenen der vergangenen Wochen entsprechen, werden die Geißböcke wohl mindestens drei der vier Leihen in feste Verpflichtungen verwandeln.
Zwei Leistungsträger, ein Allrounder, ein Fragezeichen
Jakub Kaminski hat sich prompt als Leistungsträger entwickelt, ist Torjäger und Dauerläufer (der GEISSBLOG berichtete). Auch Kristoffer Lund zählt überwiegend zum Stammpersonal und bringt die Verantwortlichen mit seinem Fleiß ins Schwärmen. Bei Allrounder Tom Krauß wird die Kaufoption im Falle des Klassenerhalts sogar zu einer Kaufpflicht. Mit diesem Trio dürfte der FC schon jetzt auch für die kommende Saison planen. Wie es bei Cenk Özkacar aussieht, bleibt angesichts von dessen geringer Einsatzzeit abzuwarten.
Um Kaminski, Lund und Krauß dauerhaft zu halten, wird wohl eine zweistellige Millionensumme fällig. Bei sechs bis sieben Millionen Euro soll die Kaufoption für Kaminski angesiedelt sein, bei Lund und Krauß werden drei bis vier Millionen Euro kolportiert. In der perspektivischen Finanzplanung finden diese Deals gewiss längst eine Berücksichtigung.
Das sagen die Leihprofis
Bemerkenswert: Alle vier Spieler haben bereits nach kurzer Zeit offenbart, dass sie gerne beim FC bleiben würden. „Ich hoffe auf eine gute Saison, nach der sich der 1. FC Köln entscheidet, mich dauerhaft zu verpflichten“, sagte Kaminski schon während der Länderspielpause im September.
Lund äußerte im Interview mit dem GEISSBLOG einen ähnlichen Wunsch und ergänzte nun: „Es liegt komplett an mir – an der Arbeit, die ich investiere und dem Spielniveau, das ich zeige. Das wird am Ende darüber entscheiden, ob mich der Club behalten möchte oder nicht.“ Krauß wiederum will sich „etablieren und endlich mal bei einem Verein ankommen“.
Und auch Özkacar, der in der Bundesliga erst zweimal eingewechselt wurde, sagte jetzt gegenüber dem Express: „Ich denke, hier in Köln habe ich die Möglichkeit, mir etwas aufzubauen. Der Verein hat eine Kaufoption und ich werde in den nächsten Monaten alles dafür tun, dass die Verantwortlichen diese auch ziehen werden.“
Während Özkacar sich ins Team kämpfen und Krauß seine Leistungen stabilisieren muss, gilt es für Kaminski und Lund, die bisher gezeigten Auftritte zu bestätigen. Dann dürfte Thomas Kessler die ausgehandelten Kaufoptionen nur zu gerne ziehen.








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