Dank Kwasniok: Der FC ist wieder mehr als nur ein Zweckbündnis

Lukas Kwasniok bringt den 1. FC Köln wieder zusammen. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Lukas Kwasniok bringt den 1. FC Köln wieder zusammen. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Lukas Kwasniok gelingt mit dem 1. FC Köln ein erfolgreicher Start in die Bundesliga. Auch, weil der 44-Jährige es versteht, die Stärken seiner Mannschaft und die Stärken des Clubs zu vereinen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Es ist noch früh in der Saison. Der 1. FC Köln hat noch nichts – und damit sind gesetzte Saisonziele gemeint – erreicht. Und doch hat die Mannschaft von Lukas Kwasniok sehr wohl schon etwas erreicht: zehn Punkte aus sechs Spielen, vor allem aber nach nur zwei Monaten so etwas wie eine neue Identität.

Die bisherigen Gegner in der Bundesliga waren keine Laufkundschaft. Doch der FC war immer konkurrenzfähig. Mehr noch: Obwohl neu zusammengestellt, wirkt die Kwasniok-Truppe schon weit in ihrer Entwicklung, stabil in den wichtigsten Leistungsbereichen und robust im Umgang mit Rückschlägen.

Kwasniok vereint Stärken von Spielern und Fans

Damit haben Trainerteam und Spieler bereits mehr erreicht als in der gesamten letzten Saison. Letzte Saison stieg der FC mit einem reinen Zweckbündnis auf. Diese Saison kämpft eine geschlossene Einheit um Punkte. Und mittendrin: Kwasniok. Dem Cheftrainer der Geißböcke ist es gelungen, die Stärken seiner Mannschaft mit den Stärken des Clubs, der Fans und der Stadt zu vereinen.

Da wäre zunächst einmal seine Mannschaft: Der 44-Jährige beweist ein gutes Händchen und schreckt dabei auch nicht vor überraschenden Personal-Entscheidungen zurück. Drei Beispiele zeigen, dass er seine Ansage ernst meint, keine Stammelf zu haben. Denis Huseinbasic stand im DFB-Pokal nicht einmal im Kader, am 2. Spieltag dann aber in der Startelf. Linton Maina wurde auf die Tribüne geschickt, nur um zwei Wochen später in der Startelf zu stehen. Und Dominique Heintz? Dem wurde im Sommer mitgeteilt, dass er kaum noch Einsatzchancen haben werde, um dann in Hoffenheim zu beginnen.

Kwasniok beschwört Symbiose aus Spielern und Fans

Kwasniok steht für einen offenen, glaubhaften Umgang mit seinen Spielern. Aber nicht nur in der Kabine. Auch nach außen nimmt Kwasniok die Menschen mit. Für manche mag sein Trikot-Tragen am Spielfeldrand populistisch sein – für Kwasniok ist es ein ehrliches Zeichen der Zugehörigkeit. Der gebürtige Pole ist kein Wappenküsser, aber er identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem FC, mit der Stadt und mit der Aufgabe, die für ihn über das reine Ergebnis auf dem Platz hinausgeht.

Und genau damit unterscheidet er sich von so manchem Vorgänger auf seinem Posten der letzten Jahren – was wiederum die Spieler merken. Sie folgen ihm bislang auch deshalb so willig, weil er ihnen einen Weg aufgezeigt hat, nicht nur Spiele gewinnen zu können, sondern auch die Herzen der Fans. Schließlich gehen Fußballer auch dafür vor 50.000 Menschen auf den Rasen. Und an kaum einem anderen Ort kann diese Symbiose aus Mannschaft und Fans kraftvoller funktionieren als in Köln.

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