Der 1. FC Köln hat aufopferungsvoll gekämpft und doch bitter verloren. Durch einen Treffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit hat Borussia Dortmund den Geißböcken einen Punkt entrissen und das Samstagabendspiel mit 1:0 gewonnen. Zu allem Überfluss droht Timo Hübers eine lange Pause.
Aus dem Signal-Iduna-Park in Dortmund berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge
81.365 Zuschauer, der ausverkaufte Signal-Iduna-Park stellt die größte Bühne der Bundesliga dar – und der 1. FC Köln zeigte auf dieser Bühne einmal mehr, dass er in diese Liga gehört. Said El Mala drückte der Partie seinen Stempel auf, Marvin Schwäbe glänzte gegen den Champions-League-Teilnehmer. Und dennoch wurde es in doppelter Hinsicht ein ganz bitterer Abend für den Aufsteiger.
Tore und Highlights
3. Minute: Nach einem Fehlpass im Dortmunder Spielaufbau gehörte El Mala die erste Aktion des Abends. Jakub Kaminski schickte den 19-Jährigen in den BVB-Strafraum. El Mala suchte den Abschluss, wurde aber noch von Schlotterbeck bedrängt – Kobel parierte.
10. Minute: Auf der Gegenseite brannte es nach einem Eckball lichterloh im Kölner Sechzehner. Marvin Schwäbe konnte mit den Fäusten nicht ausreichend klären, es wurde unübersichtlich. Erst rettete Eric Martel kurz vor der Linie, dann lenkte Timo Hübers den Nachschuss von Anton mit dem Kopf übers Tor.
19. Minute: El Mala fehlten nur Zentimeter zum 1:0! Marius Bülter schnappte sich den Ball kurz vor der Mittellinie und schickte den Youngster, der schon Tempo aufgenommen hatte und für die Dortmunder nicht mehr aufzuhalten war, auf die Reise. El Mala lief alleine auf BVB-Keeper Kobel zu – und schob den Ball ganz knapp am rechten Pfosten vorbei.
34. Minute: Dortmund hatte phasenweise mehr als 70 Prozent Ballbesitz, schlug Flanke um Flanke und bekam ebenfalls seine Top-Chance auf die Führung: Adeyemi dribbelte sich an Cenk Özkacar vorbei, fand aus spitzem Winkel aber kein Vorbeikommen an Schwäbe. Der FC-Keeper machte sich breit, rettete glänzend mit dem Fuß.
35. Minute: Auch wenn der BVB den Ball kontrollierte, hatte der FC immer wieder Nadelstiche zu bieten. Es folgte der nächste Auftritt von El Mala, der einen verunglückten Rückpass der Dortmunder eroberte. Der Linksaußen ließ Anton und Schlotterbeck stehen, schoss aber überhastet über das Tor – hinein in die Gelbe Wand.

53. Minute: Kurz nach Wiederanpfiff hatten die BVB-Fans den Torschrei schon auf den Lippen. Adeyemi legte etwas unfreiwillig ab, Guirassy kam am Fünfer an den Ball und probierte es direkt. Doch Schwäbe machte sich erneut breit und packte die nächste Glanztat aus. Dortmunds Star-Stürmer scheiterte aus minimaler Distanz am FC-Kapitän. Bitter: Özkacar verletzte sich in der Szene und musste ausgewechselt werden.
62. Minute: Die Schwäbe-Show ging weiter. Denn Kölns Nummer eins war auch zur Stelle, als Nmecha einen Doppelpass mit Guirassy spielte und im Strafraum abzog. Der BVB machte nun mächtig Druck.
77. Minute: Kaum noch Entlastung für den FC – und Dortmund wurde auch nach Standards gefährlich. Ryerson zog einen Freistoß von der linken Außenbahn tückisch auf den rechten Winkel. Schwäbes Hand stand dem Einschlag im Weg.
82. Minute: Auf die Paraden folgte ein Schock! Timo Hübers trat bei einem Zweikampf mit Guirassy unglücklich in den Rasen und verdrehte sich das Knie. Der Kölner Abwehrchef blieb mit Schmerzen liegen, nahm die Hände vors Gesicht und wurde schließlich per Trage in die Katakomben befördert. Die FC-Fans trösteten Hübers, der sich in seiner Karriere schon zweimal das Kreuzband gerissen hat, mit Sprechchören. Auch die BVB-Fans erhoben sich, um Applaus zu spenden. Da Kwasniok schon fünfmal gewechselt hatte, musste der FC in Unterzahl weitermachen.
90+6. Minute: Sieben Minuten Nachspielzeit waren angezeigt. Und gerade, als die letzte dieser sieben Minuten anbrechen wollte, entriss der BVB den Kölnern doch noch das 0:0. Der FC konnte einen Eckball nicht klären, Maximilian Beier kam zum Abschluss. Von Sebastian Sebulonsen abgefälscht, landete der Ball zum 0:1 im Tor.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Hübers, Martel, Özkacar (55. Heintz) – Sebulonsen, Johannesson (72. Schmied), Huseinbasic (72. Ache), Lund – Bülter (46. Krauß), Kaminski, El Mala (72. Maina)
Zur Aufstellung: Wie so häufig hatte Lukas Kwasnioks Aufstellung die eine oder andere Überraschung zu bieten. Cenk Özkacar stand ausgerechnet gegen den Champions-League-Teilnehmer erstmals in der Startelf, Eric Martel wurde aus dem Mittelfeld in die Dreierkette beordert. Neben Özkacar rückten im Vergleich zum 1:1 gegen Augsburg auch Denis Huseinbasic, Said El Mala und Marius Bülter neu in die Anfangsformation. Jan Thielmann fehlte aufgrund seines Muskelfaserrisses verletzt; Dominique Heintz, Joel Schmied und Luca Waldschmidt mussten (zunächst) auf die Bank.
Fazit
Der große Kampf des 1. FC Köln wurde nicht belohnt. Nüchtern betrachtet ging der Erfolg des BVB nach der dominanten zweiten Halbzeit natürlich in Ordnung. Die Geißböcke allerdings müssen nach dem Last-Minute-Gegentreffer nicht nur einen sportlichen Nackenschlag verdauen, sondern wohl auch lange auf ihren Abwehrchef verzichten. So endete ein eigentlich toller FC-Abend – mit einem glänzenden Marvin Schwäbe – auf ganz bittere Art und Weise.






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