Said El Mala begeistert nicht nur die Fans des 1. FC Köln. Während Lukas Kwasniok den Hype nicht zu groß werden lassen will, wollen die Kölner Anhänger lieber träumen.
Bei Sky bemühten sie den Spitznamen „der kölsche Messi“, bei DAZN sprachen sie von „El Maladona“: Said El Mala hat mit seinem zweiten Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln am Freitagabend erneut auf sich aufmerksam gemacht. Schon beginnen die Diskussionen um den 19-Jährigen in alle Richtungen zu sprießen.
Wir der Flügelstürmer der nächste deutsche Nationalspieler seit Jonas Hector des 1. FC Köln? Ist El Mala der neue Lukas Podolski? Oder müssen die Geißböcke den pfeilschnellen Dribbler bereits im Winter verkaufen, wenn ein zahlungskräftiger Riese aus dem In- oder Ausland auf den Plan tritt?
Noch will der FC El Mala nicht verkaufen
Was letztere Frage angeht, können die FC-Fans beruhigt sein: Die Geißböcke halten alle Trümpfe in der eigenen Hand. El Mala besitzt beim FC einen Vertrag bis 2030, und das ohne Ausstiegsklausel. Sportdirektor Thomas Kessler kann also entspannt abwarten, welche Vereine sich in den kommenden Wochen melden werden. Und sie werden sich melden, das ist nicht erst seit Freitagabend in Hoffenheim sicher.
Schon im Sommer rannten die Clubs dem FC die Türen ein. Nach der starken U19-EM stand El Mala im Schaufenster, schon im Juli riefen Vereine wie Brighton zehn Millionen Euro und mehr auf. Nach den bisherigen Auftritten des frisch gebackenen U21-Nationalspielers werden diese Summen schnell steigen. Auch, wenn sie nur fiktiv bleiben werden. Denn zumindest aktuell haben die Geißböcke nach GEISSBLOG-Informationen noch kein Interesse, den Youngster zu verkaufen.
El Malas „Gott gegebene Gaben“
Nicht, dass dies nicht in Zukunft passieren könnte oder sogar dürfte. Kessler hat unlängst auf der Mitgliederversammlung klar gemacht, dass der FC nicht alle Spieler wird halten und manche für gute Angebote wird verkaufen müssen. El Mala gehört fraglos dazu. Ob dieser dann schon deutscher A-Nationalspieler sein wird, scheint nach den bisherigen Bundesliga-Auftritten des 19-Jährigen vor allem an ihm selbst zu liegen.
Die Verantwortlichen sind sich einig: El Mala bringt praktisch alles mit. „Die Gott gegebenen Gaben“ Tempo und Dribbling, wie es Lukas Kwasniok nannte. Dazu das Gen, im Training hart zu arbeiten und lernwillig zu sein. „Er hat schon bewiesen, dass er das Level hat“, sagte Joël Schmied am Samstag. Die einhellige Meinung am Geißbockheim lautet: Falls der 19-Jährige gesund bleibt und den Hype um seine Person aushält, stehen ihm alle Türen offen.
Er muss nicht gleich jedem beweisen, dass er der Dribbelkünstler schlechthin ist
Joel Schmied
Zumal er auch Ratschläge annimmt. „Ich habe ihm noch vor dem Spiel gesagt, er soll mit einfachen Aktionen in sein Spiel reinkommen. Er muss nicht gleich jedem beweisen, dass er der Dribbelkünstler schlechthin ist“, sagte Schmied. „Und dann liefert er so ein Spiel ab! Er macht es super gut. Jetzt müssen wir den Jungen am Boden halten, dann kommt das ganz gut. Er hat ein gesundes Selbstbewusstsein und schon bewiesen, dass er das Level hat. Jetzt versuchen wir ihn zu unterstützen.“
So sah es auch Schmieds Abwehrkollege Dominique Heintz. „Wir wissen, was der Junge kann. Er hat es sich verdient von Anfang an zu spielen. Es ist, wie der Trainer es sagt: Es ist wichtig, dass man gut trainiert. Dann wird man belohnt.“ El Mala hatte die Worte seines Chefcoaches erhört, dass er auch defensiv mehr arbeiten müsse. Und das tat er in Hoffenheim. „Er hat mir irgendwann die Entscheidung abgenommen, weil er gut trainiert und auch im Abschlusstraining noch dreimal getroffen hat“, sagte Kwasniok. „Das will ich auch honorieren.“
Kwasnioks Art, El Mala zu unterstützen
Dennoch macht Kwasniok keinen Hehl daraus, dass es dem FC-Coach etwas zu schnell geht mit dem Lobeshymnen. Er habe schon viele 17-Jährige in der Bundesliga gesehen, die in den höchsten Tönen gelobt worden seien, und einige Jahre später habe man nichts mehr von ihnen gehört. Es gehört zu Kwasnioks Kernaufgaben, genau diese Ruhe an den Tag zu legen. Diese Mischung aus Lob, Kritik, Einsatzzeiten und Schutz, um aus einem talentierten El Mala einen konstanten Bundesliga-Leistungsträger El Mala zu machen.
Letzteres ist der Youngster noch nicht. Doch er lernt schnell. Sehr schnell. Und so dürften die FC-Fans träumen. Je nach dem, was sie träumen wollen. Von einem Spieler, der die Geißböcke in der Bundesliga zu Erfolgen schießt. Vom nächsten kölschen Nationalspieler. Oder auch von jedem Spieler, der irgendwann die größte Ablösesumme der FC-Historie einspielen und den Club auf diese Weise auf ein neues Niveau heben würde. Aktuell sind all diese Ideen noch Träume. Bis auf sein Tor gegen Hoffenheim. Das war Realität. Zum Glück für den 1. FC Köln.








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