Fans lösen Krämpfe bei FC-Verteidiger: „Das Schönste, wenn du abgeschossen wirst“

Nach dem Schlusspfiff waren die Krämpfe bei Schmied gelöst. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Nach dem Schlusspfiff waren die Krämpfe bei Schmied gelöst. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Die Rettungsaktion von Joël Schmied stand am Freitagabend sinnbildlich für den Einsatzwillen des 1. FC Köln in Hoffenheim. Dank der eigenen Fans waren auch die Krämpfe hinterher kein Problem mehr für den Innenverteidiger.

Marvin Schwäbe hat dem 1. FC Köln den Sieg am Freitagabend bei der TSG Hoffenheim freilich festgehalten. Gleich mehrfach parierte der Kölner Schlussmann gegen die einschussbereiten TSG-Angreifer stark. Doch in der 51. Minute rettete bereits einer seiner Vorderleute, ehe Schwäbe überhaupt eingreifen musste.

Über Wouter Burger und Fisnik Asllani kam der Ball zu Bazoumana Touré, der aus kurzer Distanz den Abschluss suchte. Genau im richtigen Moment rauschte jedoch Joël Schmied heran, schmiss sich in den Schuss und blockte mit gestrecktem Bein zur Ecke. Der Schweizer jubelte hinterher, als wäre es schon die letzte Aktion des Spiels gewesen.

Schmied: „Das Schönste für einen Verteidiger“

„Das ist das Schönste für einen Verteidiger, wenn man dann noch reingrätschen kann und auch abgeschossen wird“, sagte Schmied hinterher selbst über seine Rettungsaktion. „Genau dafür machen wir die harte Arbeit.“ Der Innenverteidiger gehört dabei zweifelsfrei zu den Gewinnern und Trainer Lukas Kwasniok, stand von sieben möglichen Spielen nur ein einziges Mal bislang nicht in der Startelf.

„Ich spüre das Vertrauen vom Coach“, sagte Schmied nach seinem sechsten Bundesliga-Spiel. In der vergangenen Zweitliga-Saison war der 27-Jährige nach seinem Wechsel im Winter aus Sion zwischen Bank und Startelf hin und her gependelt. „Ich weiß, es ist nicht alles gut“, meinte Schmied nun selbst zu seiner Leistung. „Aber“, sagte er weiter, „ich mache alles mit 100 Prozent Leidenschaft. Und ich glaube, das will der Coach sehen.“ Vor allem die taktische Variabilität unter Kwasniok bringe auch ihn persönlich „sehr viel weiter.“

Frische Beine vor den mitgereisten Fans

Gegen die TSG schmiss sich Schmied in alles, was auf ihn zukam. Insgesamt gewann der Schweizer 67 Prozent seiner Defensiv-Zweikämpfe, fing vier Bälle ab und hatte insgesamt 63 Prozent erfolgreiche Aktionen. Zwischenzeitlich war jedoch unklar, ob der Abwehrspieler die Partie überhaupt würde zu Ende bringen können. Nicht nur, dass Schmied einmal schmerzhaft am Schienbein erwischt wurde und behandelt werden musste. Mit zunehmender Spielzeit bekam der Innenverteidiger auch Krämpfe.

Konnte zwischenzeitlich kaum noch laufen: Joël Schmied. (Foto: IMAGO / passion2press)

Spätestens mit dem Schlusspfiff war davon jedoch nichts mehr zu sehen. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen zog auch Schmied noch einmal einen Sprint bis vor die mitgereisten Fans an. „Dan ging es plötzlich wieder und die Beine waren wieder frisch vor den Fans“, sagte Schmied mit einem Schmunzeln in den Katakomben der PreZero-Arena. „Das war wirklich geil. Es war Wahnsinn, was die Fans heute gemacht haben. Auch deshalb konnten wir noch mal Extra-Meter machen oder eine Grätsche auspacken.“ Und am Ende auch nochmal die knapp 50 Meter bis zur Kurve laufen.

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