„Gamechanger“: Was Vizekapitän Zieler beim FC verändert hat

Ron-Robert Zieler ist der Pokal-Torhüter des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Ron-Robert Zieler ist der Pokal-Torhüter des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Ron-Robert Zieler ist beim 1. FC Köln nicht nur der Torhüter für den DFB-Pokal, sondern auch Vizekapitän. Die Ernennung hat ihn überrascht. Doch Lukas Kwasniok unterstreicht, was den Weltmeister von 2014 so wertvoll macht.

Wenn der FC Bayern München am Mittwochabend beim 1. FC Köln antritt, steht bei den Geißböcken mit Ron-Robert Zieler die eigentliche Kölner Nummer zwei im Tor. Doch Zieler ist für den FC mehr als nur der Back-up für Marvin Schwäbe. Im DFB-Pokal bekommt der Weltmeister von 2014 den Vorzug, der den FC zudem als Kapitän auf den Rasen führen wird.

Zieler kam zwar erst im Sommer zurück zu den Geißböcken, wo er zwischen 1999 und 2005 im Nachwuchs gespielt hatte, ehe er von Manchester United abgeworben worden war. 2020 war er auf Leihbasis schon einmal zum FC zurückgekehrt. Nun aber steht er vor seinem Debüt: Erstmals wird er im RheinEnergieStadion für die FC-Profis auflaufen – im zarten Alter von 36 Jahren.

Zieler war von Vizekapitänsamt überrascht

Zuletzt gab Zieler zu, dass er überrascht gewesen sein, dass Lukas Kwasniok ihn hinter Kapitän Schwäbe zum Stellvertreter gemacht hatte. „Ja, ehrlich gesagt schon. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung“, sagte Zieler dem Kölner Stadt-Anzeiger. Er wolle gerade auch für die jungen Spieler als Ansprechpartner dienen. „Manche fragen nach Erfahrungen, die ich gemacht habe – Premier League, Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft. Davon erzähle ich natürlich gern. Es ist schön, diese Dinge weitergeben zu können.“

Doch für Kwasniok ist Zieler mehr als ein Geschichtenerzähler. „Ron ist für uns ein absoluter Gamechanger in der Gesamtentwicklung dieser Mannschaft, was Leistungskultur, Erfolgskultur angeht“, sagte der FC-Trainer am Dienstag vor dem Spiel gegen die Bayern. „Er ist Weltmeister, er weiß, wie man an die Spitze kommt. Das lebt er jeden Tag vor.“

Kwasniok: „Orientierung bitte an Herrn Zieler“

Zielers Rückkehr war auch Teil dessen, was Sportdirektor Thomas Kessler im Sommer immer wieder betont hatte: Die Verantwortlichen wollten das Anspruchsdenken und die Arbeitsmoral im Kader verändern. Es hatte sich auch aufgrund der Transfersperre eine Gemütlichkeit eingeschlichen, dass nicht mehr alle Spieler bereit gewesen waren, immer ans Limit zu gehen. Die Neuzugänge sollten einen neuen Spirit mitbringen.

Zieler ist dabei einer der Schlüsselfiguren. „Die Jungs, die gerade hinten dran sind, können gar nicht anders als zu arbeiten“, sagte Kwasniok am Dienstag. „Wenn einer mit Ü30 das so vorlebt, kann doch ein 24-Jähriger nicht sagen, dass er weniger macht. Da kann ich als Trainer sagen: Orientierung bitte an Herrn Zieler. Deshalb ist er top top top.“

„Ron muss sehr gut sein“

Die Belohnung und Aussicht auf Spiele im DFB-Pokal, ergänzte Kwasniok, habe Zieler dabei gar nicht benötigt. „Er weiß, wie schnell es gehen kann, dass jemand, der gerade nicht spielt, wieder ins Rampenlicht rückt.“ Professionalität und ständige Bereitschaft, Eigenschaften, die Kwasniok seit dem ersten Tag beim FC einfordert: Zieler lebt sie seit vielen Jahren.

Am Mittwoch kann er erstmals in Müngersdorf zeigen, dass er noch immer zu den Besten gehört. Genügend Chancen dürfte er dafür bekommen, immerhin heißt der Gegner FC Bayern München. „Ein guter Torhüter wird nicht reichen, Ron muss morgen sehr gut sein“, sagte Kwansiok. Die Erwartungen sind also klar abgesteckt.

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